das goldene Haus. Sabina Ritterbach
Чтение книги онлайн.
Читать онлайн книгу das goldene Haus - Sabina Ritterbach страница
Sabina Ritterbach
das goldene Haus
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Kapitel - Köln1 - Entscheidung
Kapitel - Irland11 - Silvester
Widmung
Für die Kinder
Kapitel - Irland1
Es gießt in Strömen, und der Scheibenwischer knackt leise bei jedem Hin und Her. Jedes Mal legt er für einen kurzen Moment die unendlich traurige Landschaft frei. Dichte, struppige Hecken, blattlose, schwarze Bäume säumen die Straße. Dahinter hügelige Weiden, auf denen noch immer Schafe grasen oder dicht zusammengedrängt liegen. Die geteerte Straße schlängelt sich schwarz glänzend die Hügel und Täler entlang. Wir fahren zu schnell für dieses Wetter. Meine Hände liegen verkrampft auf meinem Schoß. Dublin liegt hinter uns, ebenso die ersten kleinen Orte. Eine Tankstelle, ein attraktiv bemalter Pub, eine Handvoll kleiner Häuser, ich kenne hier alles. Ich weiß, gleich kommt das Kriegerdenkmal und kurz dahinter die ewige Baustelle, das verlassene Haus, fast ein Herrenhaus, hinter dem auf einem Hügelkamm Bäume so gekrümmt wachsen, als würde dort eine Prozession elender Menschen über den Berg ziehen.
Meine erinnernden Gedanken sind schneller als das Auto, sie sind schon bei der großen Kurve mit der immer roten Ampel, und albernerweise flüstere ich in Gedanken, wenn sie wieder rot ist, ist es ein gutes Zeichen. Plötzlich hört der Regen und damit das Geprassel auf der Scheibe auf, noch ein paarmal knackt der Scheibenwischer, dann wohltuende Ruhe. Ich entspanne mich. Die Sonne bricht zwischen den dicken dunklen Wolken hervor und taucht alles in grell glänzendes Licht. Alles strahlt und blendet. Die Straße wird zu einem glänzenden Fluss, alles hat sich in Sekunden verwandelt.
Da, die Kurve und die Ampel, rot, es freut mich. Ich mag diese Gegend und begrüße sie stumm. Ein Blick zu den Ruinen unter den großen kahlen Bäumen, ich brauche kaum hinzuschauen auf diese großen dunklen Mauern, so vertraut sind sie mir.