Sophienlust Staffel 15 – Familienroman. Susanne Svanberg

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Sophienlust Staffel 15 – Familienroman - Susanne Svanberg Sophienlust

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sie gar nicht, weil sie gestern nicht beim Abendbrot war. Frau Dr. Frey hatte ihr ein Beruhigungsmittel gegeben. Mir kam das die ganze Zeit über schon so komisch vor. Jetzt weiß ich, warum.«

      »Anja ist beim Spielen hingefallen«, meinte Pünktchen und dachte an das, was Frau Rennert ihnen erzählt hatte.

      »Nicht beim Spielen«, brummte Nick. Diesmal waren die Falten über seiner Nasenwurzel sehr tief. »Sie ist auf der Flucht gestürzt.«

      »Auf der Flucht?« Pünktchen rümpfte das Stupsnäschen.

      »Sie muss den Pferdedieb gesehen haben«, behauptete Nick.

      »Und jetzt …, und jetzt hat sie ihn wiedererkannt.« Pünktchen presste vor Schreck beide Hände auf den Mund.

      »Der Schuft hat fest damit gerechnet, dass Anja ihn nicht verraten kann, weil sie ja stumm war.«

      »Nick, was machen wir nur?« Pünktchen sah sich ängstlich um. Aber David Danner war bereits verschwunden.

      »Ich habe Herrn Strasser draußen gesehen. Er muss uns helfen.«

      »Und wenn …, wenn wir uns täuschen? Wenn alles ganz anders war?«

      Nick seufzte laut. »Dann haben wir uns eben wieder blamiert. Aber wir müssen es wagen. Wenn dieser Millionär tatsächlich unsere Pferde geklaut hat, fährt er jetzt weg, um sie in Sicherheit zu bringen. Er muss doch nun damit rechnen, dass Anja noch mehr verrät.«

      Nick lief aus dem Haus. Als er über den Parkplatz rannte, heulte der Motor von David Danners Wagen auf.

      Der Polizist in der schmucken Uniform kam den beiden Kindern entgegen. Es war ihm ohnehin schon zu langweilig geworden, zwischen den Rosenbeeten im Park von Sophienlust auf und ab zu gehen. Die Unterhaltung mit Nick und Pünktchen würde eine willkommene Abwechslung für ihn sein. »Na, was macht die Schule?«, fragte er lachend.

      »Sie müssen sofort dem amerikanischen Wagen nachfahren«, keuchte Nick, ohne auf Strassers Frage einzugehen.

      »Und warum?« Hans Strasser ließ sich nicht so rasch aus der Ruhe bringen.

      »Danner ist der Pferdedieb«, wisperte Pünktchen und fühlte, wie ihr eine Gänsehaut über den Körper rieselte.

      »Dieser reiche Verlobte von Grit Möllendiek?« Hans wischte sich über die Stirn. Ein wenig eifersüchtig war er schon auf den bärtigen Millionär.

      »Bitte, beeilen Sie sich doch«, drängte Nick und sah ungeduldig zum Tor, durch das Danners schwerer Wagen eben in beachtlichem Tempo auf die Straße hinausrollte. »Wir werden Ihnen später alles erklären.«

      »Moment, Kinder. So einfach ist das nicht. Welchen Sinn soll es denn haben, wenn ich Danner jetzt nachfahre?«

      »Er führt Sie bestimmt dorthin, wo er die Pferde versteckt hat.«

      »Aber das geht leider nicht, weil ich in einer Stunde wieder im Revier sein muss. Mein Dienst beginnt. Außerdem wisst ihr doch, dass Polizeimeister Kirsch für diesen Fall zuständig ist. Ich darf nichts unternehmen.« Hans schüttelte den Kopf. So ganz konnte er das, was Nick und Pünktchen ihm erzählten, nicht glauben. Warum sollte ein Mann, der so reich war wie Grits Verlobter, Pferde stehlen?

      »Wir rufen für Sie im Revier an und sagen, dass Sie verhindert sind und dass man Sie vertreten soll. Als Privatmann können Sie diesem Kerl doch nachfahren.« Die Worte sprudelten nur so von Nicks Lippen.

      Noch zögerte Hans Strasser. »Wieso kommt ihr denn darauf, dass Danner …«, fragte er und zog die Stirn in Falten.

      »… weil Anja ihn wiedererkannt hat«, unterbrach Pünktchen ihn.

      »Er hat sie eingeschüchtert. Deshalb war sie gestern so verängstigt.« Nick ballte die Hände zu Fäusten. Er hatte dem gemeinen Pferdedieb bittere Rache geschworen. Würde es möglich sein, ihn zu stellen?

      Jetzt war Hans plötzlich hellwach. Obwohl Anja ihm nichts hatte erzählen können, hatte er am Tag zuvor doch gespürt, dass etwas Außergewöhnliches vorgefallen sein musste.

      »Vor ihm hatte Anja so schreckliche Angst. Sie hat eben sogar geschrien«, berichtete Pünktchen.

      »Geschrien? Mein Gott, dann kann sie ja wieder sprechen.« Hans Strasser setzte sich jetzt in Bewegung. Ihm war plötzlich klar, dass Nicks Vermutung nicht aus der Luft gegriffen sein konnte. Wenn etwas daran war an dieser Sache, dann war es sträflicher Leichtsinn, David Danner jetzt entkommen zu lassen. Wie er eben davongerast war, das hatte tatsächlich nach Flucht ausgesehen.

      Hans Strasser lief so rasch zu seinem Kleinwagen, dass Nick und Pünktchen kaum zu folgen vermochten. »Drückt mir die Daumen«, schrie er zurück und startete im nächsten Moment.

      Natürlich war sich Hans Strasser klar darüber, dass er mit seinem leichten Fahrzeug Danners schnellen Wagen nicht mehr einholen würde. Doch er kannte einige Abkürzungen, die ihm Vorteile verschaffen konnten.

      *

      Hans Strasser nickte zufrieden, als der protzige amerikanische Wagen auf der nahen Landstraße an ihm vorbeibrauste. Sofort startete er seinen Kleinwagen und bog aus dem Feldweg heraus, auf dem er im Schutz einiger Bäume gewartet hatte.

      Da die Fahrt gleich darauf durch die Stadt ging, war es für ihn nicht schwierig, dicht hinter David Danner zu bleiben. Doch als er an einer Ampel warten musste, schweiften seine Gedanken ab. Er dachte an die zauberhafte Grit. Für ihn war sie fast so etwas wie eine Märchengestalt. Niemals hätte er geglaubt, dass es ein Mädchen geben könnte, das seiner Idealvorstellung von einer Frau so vollkommen entsprach.

      Doch Grit Möllendiek gehörte zu dem Mann, den er verfolgte. War dieser tatsächlich ein Dieb, wie Nick und Pünktchen behaupteten? Wusste Grit davon? Nein, das war ganz unmöglich. Wenn David Danner krumme Sachen drehte, dann hatte die silberblonde Grit davon bestimmt keine Ahnung. Sie war ein Mensch, der nichts Böses, nichts Falsches tun konnte.

      Die Ampel wechselte, hinter Hans Strasser hupte bereits ein ungeduldiger Fahrer. Du liebe Zeit, träumte er mit offenen Augen? Was war denn los mit ihm?

      Hans Strasser beeilte sich, über die Kreuzung zu kommen. Längst war David Danner nicht mehr vor ihm. Der junge Polizist konnte nur ahnen, welche Route er genommen hatte.

      Hans Strasser presste die Lippen zusammen. Er war ärgerlich auf sich selbst. Durch seine albernen Träumereien hatte er Danners Spur verloren. Einem Polizeibeamten durfte so etwas eigentlich nicht passieren. Nick würde sehr enttäuscht sein, wenn er davon erfahren würde.

      Stur fuhr Hans Strasser weiter. Er verließ die Stadt und behielt die nördliche Richtung bei. Ob er mit seiner Vermutung recht hatte, wusste er nicht. Zu dumm, dass er sich heute nicht konzentrieren konnte. Immer wieder brachte die silberblonde Grit all seine Überlegungen durcheinander. Es war ihm klar, dass er sich unsterblich verliebt hatte. Verliebt in ein Mädchen, das für ihn unerreichbar bleiben würde.

      Wozu fuhr er eigentlich weiter? Der große amerikanische Wagen war und blieb verschwunden. War es nicht klüger, zurückzufahren und seinen Dienst anzutreten?

      Hans Strasser trat plötzlich hart auf die Bremse. Denn dicht vor ihm gingen die rotweißen Schranken eines Bahnübergangs nieder. Auch das noch! Die Wartezeit dauerte hier

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