Dein Kuss schmeckt nach Tränen, schöne Laura. A. F. Morland

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Dein Kuss schmeckt nach Tränen, schöne Laura - A. F. Morland

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im Zündschloss und der Motor sprang sofort an.

      „Ist doch alles in Ordnung“, lachte Sibylle Klingmann. „Ich befürchtete schon, anschieben zu müssen.“ „Ich hätte dich doch nicht anschieben lassen!“ Bens Erwiderung klang beinahe entrüstet.

      Sibylle schenkte ihm ein warmes inniges Lächeln. „Und da heißt es immer, es gibt keine Kavaliere mehr.“ Ben fuhr los. „Hoffentlich erklärt mir Herbert Martens morgen nicht den Krieg.“

      Um Sibylles Mund erschien ganz kurz ein harter Ausdruck. „Warum sollte er?“

      „Na ja, du sitzt in meinem Auto...“ „ Ich kann fahren, mit wem ich will“, erklärte Sibylle Klingmann trotzig. „Außerdem: Du nimmst mich ein Stück mit, was ist da schon groß dabei?“

      Ben wiegte den Kopf. „Manche Leute könnten etwas hineingeheimnissen.“

      „Mich kümmert das doofe Gerede anderer nicht. Dich etwa?“

      „Nein“, antwortete Ben Härtling, „mich auch nicht.“

      Sibylle schwieg kurz und schaute zum Seitenfenster hinaus. Schließlich sagte sie: „Im übrigen ist es aus mit Herbert.“

      „Aus?“ Ben war überrascht und erfreut zugleich.

      „Wir treffen uns nicht mehr.“ „Hast du ihm den Laufpass gegeben?“, fragte Ben. Ein Radfahrer wollte auf dem Radweg das Tempo des Kleinwagens mithalten, schaffte es aber nur auf ein paar hundert Meter, dann musste er nachlassen.

      „Er hat mich sitzenlassen“, erzählte Sibylle Klingmann, ohne die geringste Verlegenheit.

      „Er dich?“, fragte Ben verblüfft. „Ist er denn total bescheuert? Ein Mädchen wie dich lässt man doch nicht...“

      Sie legte ihm sanft die Hand auf den Arm. Er zuckte wie elektrisiert zusammen. „Lieb, dass du das sagst, Ben, aber du brauchst mich nicht zu trösten. Es hat überhaupt nicht weh getan. Ich wollte ohnedies Schluss machen. Herbert ist mir lediglich zuvorgekommen.“

      „Und nun...?“ Bens Herz schlug ein wenig schneller. Er begann, sich Hoffnungen zu machen.

      Sibylle hob die Schultern. „Ich genieße meine wiedergewonnene Freiheit.“

      Ben musste auf den etwas dichter gewordenen Verkehr achten, deshalb konnte er das dunkelhaarige Mädchen im Moment nicht ansehen. „Hör mal, Bylle, ich...“

      „Ich muss dir etwas anvertrauen, Ben“, fiel Sibylle ihm ins Wort.

      „Was denn?“

      „Weißt du, was ein Postillon d’amour ist?“, fragte Sibylle Klingmann.

      „Klar.“

      „Als so etwas sitze ich hier neben dir“, erklärte Sibylle.

      „Du?“ Ben warf ihr kurz einen verblüfften Blick zu. „Als Postillon? Wessen Bote bist du?“

      „Amandas“, antwortete Sibylle. „Sie ist meine beste Freundin, wie du vielleicht weißt.“ Amanda Femesberger war die bildhübsche Tochter eines bekannten Sektfabrikanten. Sie hätte jeden Jungen in der Schule haben können, deshalb konnte Ben nicht verstehen, dass sie sich ausgerechnet ihn ausgesucht hatte. Er hielt sich für nichts Besonderes.

      „Ist Amanda denn nicht mehr mit Rigo Wolf zusammen?“, fragte er.

      Sibylle Klingmann lachte leise. „Du bist nicht auf dem laufenden, mein Freund. Die Sache mit Rigobert Wolf gehört der Vergangenheit an, ist bereits Geschichte.“

      „Liebe Güte“, stieß Ben verwirrt hervor, „was ist denn auf einmal los?“

      Sibylle zuckte die Achseln. „Alte Freundschaften gehen zu Ende, neue beginnen.“

      „Was will Amanda von mir?“

      „Dreimal darfst du raten.“

      „Wie kommt sie auf mich? Ich meine...“

      „Du gefällst ihr schon lange“, behauptete Sibylle Klingmann. „Ruf sie doch mal an. Am besten gleich heute. Ihre Nummer steht im Telefonbuch.“ Sie tastete nach dem Türöffner, als wollte sie während der Fahrt aussteigen. „So, damit ist meine Mission erfüllt. War nett, mit dir zu plaudern. Lass mich bitte dort vorne raus.“

      Völlig verstört kam Ben der Aufforderung nach. Er hatte gedacht, demnächst eventuell mal mit Sibylle ausgehen zu können, doch die schien von Jungs fürs erste die Nase voll zu haben, aber ihre beste Freundin war an ihm interessiert. Nie im Leben hätte er mit einer solchen Entwicklung gerechnet. Er hatte immer gemeint, Amanda Femesberger wäre für ihn unerreichbar. Wie man sich doch irren konnte!

      Ben merkte gar nicht, dass Sibylle bereits ausgestiegen war, so verwirrt war er. „Viel Glück“, sagte sie und warf die Tür zu.

      Viel Glück? Wie? Was? Wo?Bei wem? Ach so, ja, bei Amanda. „Danke“, gab er geistesabwesend zurück. Hinter ihm plärrte eine Hupe. Das brachte ihn in die Realität zurück. „Ja, ja!“, rief er ärgerlich. „Ich fahr’ ja schon. Warum hast du’s denn so furchtbar eilig?“ Er winkte Sibylle. „Ciao, Bylle. Wir sehen uns morgen in der Schule.“

      Die Hupe ertönte wieder Ben musste Gas geben.

      2

      „Bei Femesberger“, meldete sich eine nasale Stimme am anderen Ende der Leitung. Das musste der Diener sein.

      Ben Härtling schmunzelte. Die Femesbergers haben einen Butler, dachte er amüsiert. Wie vornehm!

      „Ist Amanda da?“, fragte Ben. Er befand sich im Arbeitszimmer seines Vaters, telefonierte von dessen Apparat aus, weil er nicht wollte, dass die ganze Familie das Gespräch mithörte.

      „Wer spricht, bitte?“

      „Ben Härtling.“

      „Ben Härtling“, wiederholte der Mann am anderen Ende wie ein Tonband.

      „Amanda und ich gehen zusammen zur Schule“, erklärte der Junge. „Ich möchte sie sprechen.“

      „Einen Augenblick, Herr Härtling. Ich werde sehen, ob Fräulein Femesberger für Sie zu sprechen ist.“

      Ben grinste. „Jede Wette, dass sie es ist.“

      „Ich muss Sie um ein paar Sekunden Geduld bitten.“

      „Schon gut.“ Ben wartete. Auf dem Schreibtisch seines Vaters lagen mehrere ungeöffnete Briefe. Die hatte Cäcilie, die Haushälterin, hierher gelegt.

      „Hallo, Ben!“ Eine glockenhelle Mädchenstimme am anderen Ende des Drahtes.

      Ben schluckte. „Äh... Amanda?“

      „Ja“, antwortete Amanda Femesberger.

      „War das eben euer Diener?“

      „Ja, das war Franz“, bestätigte Amanda.

      „Wenn

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