Professor Unrat. Heinrich Mann

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Professor Unrat - Heinrich Mann

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aussichtsreichen Menschen, wie ein höhnischer

      Strolch, der unerkannt und drohend aus dem Schatten heraus der schönen

      Welt zusieht und das Ende von alledem in seinem Geist hat, wie eine

      Bombe. Er fühlte sich Richter weit überlegen, ihm war ganz munter; er

      schäkerte still und sagte, ohne sich selbst zu verstehn:

      »Ihnen kann ich auf Ihrem Wege noch recht hinderlich werden. Ich werde

      Sie -- immer mal wieder -- hineinlegen, merken Sie sich das!«

      Und im Weitergehn unterhielt er sich ausgezeichnet. Wenn er wieder auf

      ein Türschild mit dem Namen eines Kollegen oder eines alten Schülers

      stieß, dachte er: »Sie fass' ich auch noch mal,« und rieb sich die

      Hände. Zugleich lächelte er in verstohlenem Einverständnis den achtbaren

      Giebelhäusern zu, weil er versichert war, in einem von ihnen stecke die

      Künstlerin Fröhlich. Sie hatte ihn merkwürdig angeregt, aufgekratzt, aus

      dem Häuschen gebracht. Zwischen ihr und Unrat, der auf nächtlicher

      Streife hinter ihr herschlich, war eine Art Verbindung hergestellt. Der

      Schüler Lohmann war das zweite Stück Wild: sozusagen Indianer von einem

      andern Stamm. Wenn Unrat mit seiner Klasse auf das Schulfest zog, mußte

      er manchmal Räuber und Soldaten mitspielen. Er stand auf einem Hügel,

      reckte die Faust gen Himmel und kommandierte: »Fest drauf, jetzt

      nunmehr!« und regte sich richtig auf bei dem folgenden Scharmützel. Denn

      das war Ernst. Schule und Spiel waren das Leben ... Und heute nacht

      spielte Unrat Indianer auf dem Kriegspfad.

      Er kam in immer lüsternere Spannung. Die unbestimmten Formen im Schatten

      erregten ihm Furcht und Kitzel; jede Straßenecke lockte schauerlich. In

      enge Nebengassen ließ er sich ein wie in Abenteuer, hielt bei einem

      Wispern aus einem Fenster unter Herzklopfen den Schritt an. Hier und da

      ging eine Tür bei seinem Nahen leise auf, einmal streckte sich ein rosa

      bekleideter Arm nach Unrat aus. Er entfloh, ganz überrieselt, und sah

      sich unvermittelt am Hafen -- zum zweitenmal heut, und er betrat diese

      Gegend sonst in Jahren nicht. Schiffe türmten sich schwarz, unter

      Rinnsalen von Mondlicht. Unrat kam auf den Gedanken, die Künstlerin

      Fröhlich sei darauf, sie schlafe in einer Kajüte; vor Morgengrauen werde

      das Nebelhorn brüllen und die Künstlerin Fröhlich davonfahren in ferne

      Länder. Bei dieser Vorstellung ward Unrats Drang zu handeln, zuzufassen,

      ganz ungestüm. Zwei Arbeiter stapften herbei, der eine von rechts, der

      andere von links. Dicht bei Unrat trafen sie sich, und der eine sagte:

      »Na, wo geit hen, Klaas?«

      Der zweite antwortete düster und im Baß:

      »Duhn supen.«

      Unrat mußte sinnen über das Wort: wo er es heute schon gehört habe, und

      was es besage. Denn er hatte in sechsundzwanzig Jahren die Mundart nicht

      verstehen gelernt. Er folgte den beiden Proletariern und ihrem zu

      erschließenden Sprachschatz durch mehrere kotige »Twieten«. In einer

      etwas breiteren steuerten sie im Bogen auf ein weitläufiges Haus zu, mit

      ungeheurem Scheunentor, worüber vor dem Bilde eines blauen Engels eine

      Laterne schaukelte. Unrat vernahm Musik. Die Arbeiter verschwanden im

      Flur, der eine sang mit. Unrat bemerkte im Eingang einen bunten Zettel

      und las ihn. Er zeigte eine »Abendunterhaltung« an. Als Unrat in der

      Mitte war, stieß er auf etwas, das ihm Keuchen und einen Schweißausbruch

      verursachte, und fing, in der Furcht und der Hoffnung, sich geirrt zu

      haben, von vorn an. Auf einmal riß er sich los und stürzte sich in das

      Haus, wie in einen Abgrund.

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