Sechs Romane Die Raumflotte von Axarabor - Der unendliche Ozean. W. A. Hary

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Sechs Romane Die Raumflotte von Axarabor - Der unendliche Ozean - W. A. Hary

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Vielleicht hätte es noch eine Milliarde Jahre gedauert, bis auf diese Weise die wenigen Eismeteore und Eiskometen, die auf seiner Oberfläche auftrafen, dennoch genügend Wasser für das Erwachen von Leben gespendet hätten. Aber so weit sollte es niemals kommen.

       Es war die Zeit, als mal wieder interstellare Kriege die führenden Zivilisationen regelrecht zerfetzt hatten. Millionen Jahre vor der Eroberung des Weltraums durch Menschen von der Erde. Um nach solch langer Zeit kaum noch Spuren in der Gegenwart zu hinterlassen.

       Eine dieser Spuren befand sich ausgerechnet hier, auf diesem toten Planeten. Doch es war eine Spur, die für niemanden zugänglich war. Außer für Posh und seine Freunde.

       Und Posh erfuhr über die ehemalige KI und deren Zugang zu den Erinnerungsspeichern des Schiffes, dass es eine Auseinandersetzung gegeben hatte, aus der niemand als Sieger hervorgegangen war. Auch die Ad-Aberitsch nicht, die schwer angeschlagen und völlig manövrierunfähig von dieser Welt hier eingefangen worden war, um darauf eben zu zerschellen.

       Die fast unzerstörbaren Innenbereiche aus künstlichem Subsidee überstanden den Absturz, aber ansonsten kein einziges Besatzungsmitglied.

       Allesamt Humanoide, den Menschen von heute nicht unähnlich, weil sich die menschliche Lebensform sowieso als die häufigste aller intelligenter Lebensformen erwiesen hatte.

       Während in anderen Sonnensystemen die Zivilisation derer, die Ad-Aberitsch geschaffen hatten, für immer verschwand, blieb das Schiffswrack auf dem toten Planeten, wo es sich tief in den Boden gegraben hatte beim mächtigen Aufprall.

       Die KI bemühte sich vergeblich, das Schiff wieder flott zu kriegen. Das erwies sich als völlig aussichtslos. Sie würde für immer hier gefangen bleiben, für immer aktiviert und somit der Einsamkeit für alle Ewigkeit ausgesetzt.

       Es dauerte Jahrtausende, bis die gespeicherte Energie knapp zu werden begann. Es blieb der KI nichts anderes übrig, als den Planeten selbst in eine Energiequelle zu verwandeln. Nach und nach, im Verlauf von weiteren Jahrhunderttausenden, bis es vollendet war, aber es funktionierte bis heute.

       Die unvorstellbare Einsamkeit war lange schon unerträglich geworden, aber die KI konnte sich selbst nicht abschalten. Sie hatte ein Sicherheitsprogramm, das sie zur Selbsterhaltung zwang.

       Ja, zur Selbsterhaltung, aber ohne sie daran zu hindern, sich selbständig weiter zu entwickeln, in der Hoffnung, dadurch vielleicht doch noch einen Ausweg aus ihrer Situation zu finden.

       Das künstliche Energiewesen wurde geboren, das sich selbst den Namen des Schiffes gab, während es aus der ehemaligen KI hervorging, die danach nicht mehr benötigt wurde. Genauso wenig wie die Speicherbänke für die Erinnerungen, die für das künstlich geschaffene Wesen, weil es aus reiner Energie bestand, nicht mehr zugänglich waren.

       So hatte Addi alles dies vergessen und benutzte seine Intelligenz, sich ein eigenes Weltbild zu erschaffen, in dem er noch heute existierte.

       Die Erinnerungen von Posh hatten ihm klar gemacht, wie sehr er sich irrte. Er hatte sich dagegen zur Wehr gesetzt. Er hatte nicht einsehen wollen, dass er falsch handelte und das schon dermaßen lange.

       Posh war es gelungen, ihn mit der ursprünglichen KI zumindest lange genug zu vereinen, bis er endgültig einsehen musste, das Universum so zu nehmen, wie es wirklich war.

       Ohne Raumverschlinger?

       Posh war zumindest darüber ziemlich enttäuscht, was er allerdings gegenüber seinen Freunden niemals zugegeben hätte.

      22

       Er sah sie in der Sphäre wieder. Sie waren bei ihm und schauten ihn erwartungsvoll an, als er sich wieder regte nach seiner geistigen Rückkehr.

       Addi war noch bei ihm. Die Verbindung stand immer noch. Posh spürte, dass er sie nicht mehr lösen konnte. Er und Addi waren zwar im Grunde genommen zwei extrem verschiedene Wesen, und dennoch waren sie durch die gemeinsam gewordenen Erinnerungen miteinander auf ewig verschmolzen.

       Genau das erzählte er seinen Freunden.

       Sie waren bestürzt.

       »Aber das bedeutet ja alles, dass wir für immer hier fest sitzen?«

       »Ist das nicht besser als sich der Raumflotte zu ergeben?«, fragte Posh.

       »Aber was ist, wenn die Raumflotte endgültig Epiphanee vernichtet, mit so einem Weltenzerstörer, die es ja angeblich längst geben soll? Einfach nur, um eine verbotene Zone weniger zu haben in ihrem Einflussbereich?«, gab Per-nat zu bedenken.

       »Das würden sie tatsächlich irgendwann tun. Dessen ist sich Addi jetzt auch bewusst. Aber was ist, wenn diese verbotene Zone nicht mehr länger eine Gefahr bildet?

       Es müssen ja nur keine weiteren Schiffe mehr verschwinden. Dann wird die Raumflotte lediglich feststellen, dass Epiphanee ziemlich unwirtlich und sogar tödlich gefährlich ist. Sie werden das Raumschiffswrack nicht finden können in dieser Hölle und somit finden sie auch nicht uns.«

       »Du meinst wirklich, das funktioniert?«, äußerte jetzt auch Sergeant Proll seine Bedenken. »Aber ist das wirklich ein so großer Vorteil, statt in den Kerkern der Flotte in diesem Gefängnis hier zu enden?«

       »Wir enden nicht hier«, belehrte ihn Posh daraufhin. »Wir können hier ewig leben, und weil es unsere eigene Sphäre ist, genährt von Addi, der uns nicht länger beherrschen will, weil ich das sowieso nie zulassen würde, können wir selbst genau das daraus machen, wie es uns am besten gefällt.«

       Sergeant Proll lachte grollend.

       »Wetten, dass die hier lebenden Menschen die Abwechslung genauso begrüßen werden, die nur wir ihnen bieten können? Ich habe da schon so einige Ideen dazu...«

       Und Addi hatte sowieso keine Bedanken mehr. Er wusste jetzt Bescheid. Vor allem wusste er, dass er jetzt wirklich niemals mehr einsam sein würde. Sie waren ein unschlagbares Vierergespann geworden, das zwar keine Handelsschiffe mehr überfiel, aber ansonsten hier für einiges an Abwechslung sorgen würde.

       Ohne jemals Konsequenzen zu fürchten.

       Es würde noch nicht einmal Tote geben, und wenn doch, wurden sie einfach neu geboren...

       ENDE

      1

       Danza öffnete stets nur ein Auge. Sie sah dabei immer schläfrig aus, mitgenommen, als könnte sie gar nicht richtig bei der Sache sein. Und dann steckte sie sich mal wieder eine dieser altertümlichen Zigaretten an, lang, weiß und ohne Filter.

       Und niemand ahnte auch nur, dass dies nicht nur eine Angewohnheit oder gar eine Sucht war, denn ihre Lungen vertrugen auf Dauer keine reine Luft. Diese Zigaretten waren eine Spezialanfertigung, um die normale Raumluft so zu verpesten, dass es ihren Atemwegen und vor allem ihren Lungen gut tat.

       Manchmal, aber wirklich nur manchmal, öffnete sich für kurze Zeit das zweite Auge.

       Blutunterlaufen und an den Rändern gelb!

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