Second Chance For Love. Sarah Glicker
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Ein hoffnungsvoller Ausdruck erscheint auf seinem Gesicht, der auch in mir Hoffnung weckt. Aber ich lasse es mir nicht anmerken. Immer wieder rufe ich mir in Erinnerung, wieso ich mich von ihm getrennt habe. Er wohnt in einer anderen Stadt, und alleine deswegen wird es zwischen uns nicht funktionieren.
Kaum bin ich mit beiden Füßen auf dem Boden, stellt er sich so dicht vor mich, dass ich spüren kann, wie seine Brust sich bei jedem Atemzug hebt und senkt.
„Vergiss den Idioten“, flüstert er dicht an meinem Ohr.
Sein heißer Atem streift es und sorgt dafür, dass ich eine Gänsehaut bekomme. Dem zufriedenen Lächeln, das sich auf seinem Gesicht ausbreitet, entnehme ich, dass er meine Reaktion auf ihn durchaus bemerkt hat.
„Ich habe überhaupt nicht an ihn gedacht.“
Sean sagt nichts, sondern legt seinen Arm um meine Hüfte und führt mich in das Restaurant.
„Meine Mutter meint, dass es hier das beste Steak in der ganzen Stadt gibt. Sollte es also nicht schmecken, bin ich nicht schuld daran.“
Er zwinkert mir kurz zu und rückt mir etwas unbeholfen den Stuhl zurecht, damit ich mich setzen kann.
Ich lasse meinen Blick durch das Lokal wandern und bewundere die Einrichtung, die an den Wilden Westen erinnert. An den Wänden hängen alte Sättel und Schwarz-Weiß-Bilder von Cowboys, die Lassos werfen, um Rinder einzufangen. Auch die Stühle und Tischen sehen so aus, wie ich sie mir in einem richtigen Saloon vorstelle.
Vor meinem inneren Auge erscheint ein Bild von Sean, wie er damals war. Er war ein echter Bad Boy, der mit allen Ärger hatte und sich von niemandem etwas sagen ließ. Nicht einmal von mir.
Wie ich nun aber feststellen muss, hat er sich in den letzten Jahren verändert. Wobei ich mir aber sicher bin, dass dieser Charakterzug nicht ganz verschwunden ist.
„Hast du jedes Mädchen, mit dem du zusammen warst, zum Essen ausgeführt?“, frage ich ihn kokett, um die Stimmung etwas zu heben.
„Nach dir war ich mit keiner Frau mehr zusammen. Das war mein Ernst.“
Die Mischung aus seiner Antwort und seinem Blick sorgt dafür, dass die Schmetterlinge in meinem Bauch noch wilder durcheinander flattern.
Ich lasse meinen Blick über seinen Körper schweifen, da ich das, was er sagt, kaum glauben kann. Sein Aussehen muss die Frauen doch magisch anziehen.
„Was kann ich Ihnen bringen?“
Dankbar für die Unterbrechung lächle ich die Kellnerin an. Das verschafft mir die Möglichkeit, meine Hormone wieder in den Griff zu bekommen.
„Ich nehme ein Wasser“, antworte ich ihr.
„Das Gleiche, außerdem zweimal das Steakmenü.“
Höflich nickt sie und verschwindet wieder von unserem Tisch.
„Es ist wunderbar, dass du dich wieder besser mit deinen Eltern verstehst“, beginne ich, da ich die Stille zwischen uns nicht mehr ertrage.
Auch wenn ich es mir seit unserer Trennung nie eingestanden habe, merke ich jetzt, wie sehr ich seine tiefe Stimme vermisst habe.
„Das finde ich auch. Wäre ich hiergeblieben, wäre es wohl nicht so gekommen.“
„Wie läuft es denn in Fresno?“
„Das Studium ist einfach und macht Spaß.“ Sean zuckt mit den Schultern. „Und wie läuft es bei dir?“
„Ich studiere Informatik. Eigentlich wollte ich gar nicht aufs College gehen, aber mein Vater und meine Stiefmutter haben mich so lange bearbeitet, bis ich zugestimmt habe. Deswegen wohne ich auch noch bei ihnen.“
„Wieso wolltest du denn nicht?“
„Ich hätte lieber eine Ausbildung gemacht, damit ich Geld verdienen kann. Ich will die Welt sehen, da ist es nicht sehr hilfreich, wenn man studiert.“
So oft habe ich den Leuten schon zu erklären versucht, wieso ich dazu keine Lust habe. Aber bis jetzt hat es noch keiner verstanden.
„Das wolltest du damals schon“, entgegnet Sean. „Hast du mittlerweile mal etwas von deiner leiblichen Mutter gehört?“
Als er meine Erzeugerin erwähnt, zucke ich unbewusst zusammen. Auf sie war ich noch nie gut zu sprechen.
„Wir wissen nicht, wo sie ist oder ob sie eine neue Familie hat. Aber das ist mir auch egal. Dad ist glücklich in seiner zweiten Ehe. Marianne ist wie eine echte Mutter für mich. Sie hat so viel von meinem Leben mitbekommen, dass ich sie schon seit Jahren als Mutter ansehe. Und genauso hat sie Mike und mich auch von Anfang an behandelt.“
„Ich erinnere mich noch sehr gut an ihre Pfannkuchen.“
Sean wackelt mit den Augenbrauen, was mich zum Lachen bringt. Immer wenn Marianne Pfannkuchen gemacht hat, haben wir uns alle versammelt und sind darüber hergefallen.
Während wir auf das Essen warten, unterhalten wir uns über belanglosere Dinge. Meine Sucht nach dem dunkleren Klang seiner Stimme ist wieder erwacht. Ich liebe das Gefühl, das er damit in mir auslöst. Er lässt mich ruhiger und zugleich wilder werden. Niemals hätte ich gedacht, dass er immer noch dieselbe Wirkung auf mich haben würde, sobald wir uns wiedersehen, aber es ist so.
Als die Kellnerin das Essen serviert, läuft mir von dem köstlichen Duft das Wasser im Mund zusammen. Erst jetzt merke ich, dass ich seit meinem Frühstück mit Joleen nichts mehr gegessen habe, da ich die ganze Zeit viel zu aufgeregt war.
„Ich hoffe, dass es dir schmeckt“, bemerkt Sean nach einem erwartungsvollen Blick auf seinen Teller.
Nachdem ich einen Bissen probiert habe, nicke ich begeistert.
„Deine Mutter hat einen guten Geschmack“, erkläre ich ihm.
Zufrieden grinst er mich an und probiert ebenfalls ein Stück. Während wir essen, sagen wir kaum etwas. Mein Kopf ist immer noch dabei zu verarbeiten, wie hier überhaupt passiert, sodass ich froh darüber bin, keine Unterhaltung führen zu müssen.
Allerdings spüre ich immer wieder seinen Blick auf mir. Doch sobald ich ihn ansehe, wendet er sich ab und schaut auf seinen Teller und das leckere Essen, das vor ihm steht.
„Wollen wir ein wenig spazieren gehen?“, fragt er mich, als wir um zehn Uhr das Restaurant verlassen.
„Sicher“, antworte ich, ohne darüber nachzudenken, da diesen Abend nur ungern schon so früh enden lassen will.
Ich genieße es, wieder Zeit mit ihm zu verbringen, obwohl mir klar ist, dass dies gefährlich ist. Viel zu lange habe ich dafür gebraucht, um die Trennung verarbeiten zu können, falls ich es überhaupt jemals geschafft habe. Denn wie ich jetzt merke, fühle ich mich nur bei ihm frei und sicher.
Sean nimmt meine Hand in seine und verschränkt seine Finger mit meinen. Nur mit Mühe gelingt es mir, das Zittern zu unterdrücken, welches meinen Körper