Die großen Western Staffel 5. Diverse Autoren

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Die großen Western Staffel 5 - Diverse Autoren Die großen Western

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style="font-size:15px;">      »Mein lieber Mann, dort hätte der Sturm uns weggeblasen«, antwortet Kendall. »Sieht man in der Halbwüste einen Sturm aufkommen, dann muss man Schutz suchen und in die Berge. Keine Rast jetzt, Mann. Wir müssen erst am nächsten Berg vorbei, dann durch ein Tal und wieder um einen Berg. Der Weg vor uns wird schmal. Reite zurück und sage Bescheid, dass die Wagen dicht hintereinander fahren sollen. Dort vorn packt uns der Wind besonders stark.«

      »Gut, Jim. Wie weit noch, bis wir auf dem schmalen Weg sind?«

      »Eine halbe Meile. Moore kennt die Stelle, dem brauchst du nichts zu sagen. Erkläre aber Thomas, dass er auf meine Rufe achten und dann scharf rechts fahren soll. Es geht linker Hand an der schmalsten Stelle verdammt steil hinunter. Diese Stelle ist kaum mit einem Pferd zu schaffen, geschweige denn mit einem Wagen. Eine halbe Meile noch, Yatskell. Danach durch das Tal und um den nächsten Berg. Dort gibt es steiniges Gelände und bald Wasser. Zurück mit dir, Mann.«

      Obgleich die Sicht immer schlechter wird, kennt Kendall sich auf diesem Abkürzungsweg durch die Berge genau aus. Der Weg führt schließlich durch die Vierzig-Meilen-Wüste. Aber er ist wesentlich kürzer als der Hastings Cutoff. Dieser letztere Wagenpfad schneidet das Wüstenbecken des ehemaligen Lahontan-Sees in seiner ganzen Länge.

      Hinter Kendall wird nun das Rasseln und Knarren der Wagen lauter. Kendall hält sein Pferd etwas zurück und legt weniger Abstand zwischen sich und die Wagen.

      Es ist keine halbe Meile mehr bis zum Berghang. Dort zieht sich der Weg auf halber Höhe an einem gigantischen stufenförmigen Hangabschnitt entlang.

      *

      Klick. Der eine Mann fährt hinter dem Busch herum. Er sieht seinen Partner undeutlich hinter einigen Felsbrocken kauern und sagt wütend:

      »Was fingerst du denn dauernd mit deinem Schießprügel herum. Wozu lädst du dauernd durch?«

      »Wozu – wozu?«, knurrt der andere mürrisch und gereizt. »Du hockst da gut im Windschatten der Felsen, Mann. Aber ich bekomme den dreimal verfluchten Sand dauernd ab. Ich halte es vor Jucken bald nicht mehr aus. Verfluchter Alkalistaub, mistiger. Das kratzt wie Läuse.«

      »Na, das könnte dir doch kein unbekanntes Jucken sein«, sagt der Mann hinter dem Busch hämisch. »Im Jail hatten wir doch Läuse genug. Deck deinen Schießprügel zu, dann dringt kein Sand in den Verschluss, verstanden?«

      Jemand taucht aus den wie Nebelschleier wirkenden Wogen des Sandsturmes auf und wirft sich neben dem Busch hin.

      »Was ist los? Wie lange sollen wir hier noch hocken? Das hält ja kein Mensch aus, Mann. Ausgerechnet bei dem verdammten Wetter müssen wir hier warten?«

      »Yeah, ausgerechnet bei dem Wetter«, entgegnet der Ankömmling finster. »Er weht alle Spuren wieder zu. Darum sitzen wir ja hier. Niemand wird die Huftritte entdecken, wenn wir mit der Sache fertig sind. Ob der Kerl wirklich hier herauffährt?«

      »Muss er, er kann nicht über den Berg fliegen«, gibt der Hagere kurz zurück. »Es kann nicht mehr lange dauern, dann sind sie hier. Ich wünschte, die Sicht wäre etwas besser. Verdammt schlecht zu zielen bei dem Sandsturm.«

      »Ja, und wenn du das Gewehr hebst, wackelt das Ding auch noch, sobald der Sturm es packt.«

      »Ihr werdet treffen. Wir müssen sie schlagartig erwischen, vergesst das nicht. Finden sie in den Wagen Deckung, sieht die Sache nicht ganz so leicht aus.«

      »Dazu kommen die doch nicht mehr«, mischt sich der dritte Mann ein. Er ist hinter den Felsen herausgekommen und breitet seine Decke aus. »Haltet sie mal hoch, ich will mir eine anstecken.«

      Er brennt sich seine Pfeife an und starrt aus schmalen Augen zu dem unter ihnen liegenden Weg hinab. Die Sandwogen peitschen über den Hang und lassen bereits die Büsche am linken Wegrand verschwimmen.

      Der Mann mit der Pfeife vergisst im nächsten Augenblick zu rauchen.

      Aus dem nebelartigen Dunst schält sich langsam ein Reiter. Dann taucht auch der zweite Reiter auf. Eine wie eine Nebelwand über den Weg streichende Sandwolke verschluckt den Mann gleich darauf und macht auch den zweiten Reiter unsichtbar.

      Verdammt, denkt der Bandit hinter seinen Steinen erschrocken, da sind sie ja schon. Man hat sie nicht mal gehört. Der verfluchte Sturm. Dann sind die Wagen zu erkennen. Der Geldtransport ist da.

      *

      Kendall sieht sich um, als sie die schmalste Wegstelle erreicht haben.

      Der erste Wagen mit Thomas und March auf dem Bock ist etwas zu weit nach links gekommen und hält an der Hangkante.

      »Thomas, rechts halten! Mehr rechts.«

      Sein Schrei erreicht Thomas, einen mittelgroßen rothaarigen und immer zu Streichen aufgelegten Fahrer. Thomas zerrt sofort an den Leinen. Die beiden Pferde an der Deichsel ziehen augenblicklich herum. Der Wagen nähert sich jetzt der Wand des Hangabsatzes.

      »Gut so! Pass auf, wohin du fährst!«, brüllt Kendall durch das Heulen und Fauchen des Windes. »Wenn wir im Tal sind, lässt der Wind nach, dann haben wir …«

      Und weiter kommt Kendall nicht. Er wirft gerade noch einen Blick auf die Ersatzpferde hinter Thomas’ Wagen. Dort sind sie angebunden. Hinter ihnen aber erscheint auch schon Joe Moores schwerer Transporter. Auf ihm liegen die meisten der ungerade nummerierten Kisten.

      In diesem Augenblick streift Kendalls Seitenblick auch Yatskell. Und dann ist plötzlich die Hölle los.

      In Kendalls Ohren dröhnt der Abschuss eines Gewehres. In derselben Sekunde sieht Kendall Yatskells Pferd jäh steigen und Yatskells weit aufgerissene Augen über dem Halstuch. Es kommt Kendall vor, als passierten die folgenden Dinge nur in seiner Phantasie.

      Yatskell scheint von irgendeiner Gewalt aus dem Sattel geschleudert zu werden. Der Mann breitet die Arme aus, als wolle er sich irgendwo festhalten. Dann ist er auch schon verschwunden, während sein Pferd auf der Stelle zusammenbricht. Zur gleichen Zeit spürt Kendall das Zucken seines großen, breitbrüstigen und ausdauernden Pferdes, Kendall hat nun nicht nur einen donnernden Abschuss in den Ohren. Er glaubt sieben oder acht Schüsse zu hören und wirft sich augenblicklich nach links vom Pferd. In seinem Unterbewusstsein handelt er, wie er oft genug während des Krieges und der Indianerüberfälle reagiert hat.

      Er streckt im Weghechten die Hand nach dem Gewehr aus. Er bekommt die Waffe zu fassen und weiß, dass sein Pferd getroffen worden ist. Mit diesem Bewusstsein saust er aus dem Sattel. Irgendetwas pfeift grell singend über ihn hinweg. Dann kommt er hoch. Er sieht hinter Moores Wagen das Pferd von Luke Bates, des zweiten Wachreiters, durchgehen. Der Gaul macht jedoch nur vier Sätze zurück, dann scheint er vor eine Mauer zu rasen. Das Pferd stellt sich jäh hoch und kracht zusammen. Bates saust aus dem Sattel. Er wirft sich hinter sein Pferd und beginnt zu schießen.

      All das registriert Kendall während des Losrennens. Er sieht irgendwo rechts am Hang einen Feuerblitz und dann Thomas langsam nach vorn kippen. Thomas fällt vom Bock herunter, während March hinter dem Kastenbrett untergetaucht ist und zu schießen beginnt.

      Wohin March feuert, ob er etwas trifft, Kendall weiß es nicht. Er läuft nur in wilden Sätzen wie ein Wahnsinniger an dem ersten Wagen vorbei. Kugeln scheinen nach ihm greifen zu wollen und fauchen mit bösartigem Heulen an ihm vorbei. Irgendwann erreicht er Moores Wagen. Er sieht von Moore nicht mehr als nur die Hutspitze und einen Colt. Der Colt spuckt Feuer, während

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