Privatdetektiv Joe Barry - In die Enge getrieben. Joe Barry

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Privatdetektiv Joe Barry - In die Enge getrieben - Joe Barry Kommissar Y

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der Polizei übergeben. Damit war für ihn der Fall ausgestanden.

      Captain Rowland nahm das Gespräch entgegen.

      „Beschreiben Sie das Zeichen am Ende des Briefes!“ forderte er den Industrieboß auf.

      „Es ist eine Schlange, eine Klapperschlange, wie ich vermute. Sie scheint aufgestempelt zu sein. Kennen Sie das Zeichen?“

      „Und ob! Der Erpresser ist kein Witzbold, Mr. Twinnings, falls Sie das etwa annehmen sollten.“

      „Was soll ich denn tun? Zahlen etwa? Fällt mir nicht im Traum ein. Der Gangster verlangt zweihunderttausend Dollar von mir. Ich würde ihm nicht einen Cent geben.“

      „Kann ich verstehen, Mr. Twinnings, aber Sie haben es mit einem Mann zu tun, der vor einem Mord nicht zurückschreckt. Bleiben Sie in Ihrem Büro und lassen Sie niemanden an sich heran. Ich schicke sofort einige Beamte als Leibwache zu Ihnen.“

      „Ist es wirklich so ernst, Captain?“ Der Industrieboß schien noch immer unbekümmert.

      „Noch ernster“, erwiderte Rowland und hängte ein.

      Twinnings lief erregt auf und ab. Die letzten Worte Rowlands hatten ihn nun doch beunruhigt. Er fragte sich, ob es nicht besser gewesen wäre, zu zahlen. Aber gleich darauf verwarf er diesen Gedanken wieder. Er hatte dem Tod schon oft und unter ungünstigeren Umständen gegenübergestanden. Schließlich würden ihn Polizisten beschützen. Was sollte da schon passieren?

      Er ging zu seinem Schreibtisch und durchwühlte mehrere Schubladen, bis er seine Pistole fand. Er überprüfte gerade das Magazin, als der Summer auf seinem Schreibtisch ertönte.

      „Was ist?“

      „Zwei Polizeibeamte sind hier, Mr. Twinnings. Sie sagen, sie werden erwartet.“

      „Herein mit ihnen!“

      Gleich darauf öffnete sich die dunkle nußbaumgetäfelte Tür. Ein uniformierter Cop und ein Mann in Zivil traten ein.

      „Hallo, Mr. Twinnings! Ich bin Polizeiinspektor Miller, und das ist Sergeant Williams. Wir wurden von Captain Rowland geschickt.“

      „Ich weiß“, sagte Twinnings. „Nur ist mir nicht recht klar, was Sie vorhaben. Wollen Sie sich hier häuslich niederlassen und mich auf Schritt und Tritt verfolgen?“

      Der Polizeiinspektor lächelte nachsichtig.

      „Wir hoffen, Sie bald von Ihren Sorgen befreien zu können, Mr. Twinnings. Vor einer halben Stunde glückte uns die Festnahme eines Mannes, der stark verdächtig ist, unter anderem auch den Brief an Sie geschrieben zu haben. Um ihn überführen zu können, ist es notwendig, daß Sie Ihre Aussage im Präsidium fixieren.“

      „Ich habe doch nur den Brief“, wandte Twinnings ein. „Mehr als da drin steht, könnte ich Ihnen doch nicht erzählen.“

      „Trotzdem muß es sein. Der Captain braucht verschiedene Angaben über Ihre Bekannten, Ihren Umgang und so weiter. “

      „Okay.“ Twinnings zuckte die Achseln und ging mit.

      Sie fuhren mit dem Lift hinunter. Unten stiegen sie in einen Polizeiwagen. Der Cop setzte sich ans Steuer, während der Inspektor neben Twinnings im Fond Platz nahm.

      Sie fuhren die Park Avenue hinunter und bogen dann rechts ab. Als sie sich dem Holland Tunnel näherten, wurde Twinnings mißtrauisch.

      „Entweder Ihr Sergeant kennt den Stadtplan nicht oder . . .“ Er brach ab.

      Der angebliche Polizeiinspektor hielt plötzlich eine Automatic in der Hand, die er Twinnings in die Seite bohrte.

      „Haben Sie endlich kapiert?“

      Twinnings wurde blaß.

      „Sie sind gar nicht von der Polizei?“

      „Erraten! Es war ein großer Fehler von Ihnen, die Polizei anzurufen. Wir trafen ungefähr fünf Minuten vor den echten Polizisten ein. Ja, in unserem Beruf muß man schnell sein.“

      „Banditen!“ fluchte Twinnings. „Was habt ihr vor?“

      „Wir wollen versuchen, Sie zu überzeugen, daß es besser wäre, zu zahlen. Den ganzen Ärger hätten Sie sich ersparen können, aber Sie wollten ja unbedingt den Helden spielen. Keine falsche Bewegung, Twinnings — sonst knallt’s!“

      Sie näherten sich der Einfahrt zum Tunnel. Fieberhaft überlegte Twinnings. Er hatte kaum eine Chance, den Gangstern zu entkommen. Seine einzige Hoffnung war sein Revolver, der in der Brusttasche steckte. Aber vorläufig war da nicht heranzukommen.

      Unangefochten passierten sie die Einfahrt, und dann jagte der Wagen durch den von gleißenden Neonröhren erleuchteten Schacht des Tunnels.

      Wenig später stieg die Fahrbahn wieder an. Im dichten Verkehrsstrom erreichten sie New Jersey. Der Fahrer trat auf die Bremse und brachte den Wagen vor einer roten Ampel zum Stehen.

      Aus den Augenwinkeln sondierte Twinnings die Lage. Der Gangster neben ihm war für einen Augenblick unaufmerksam. Twinnings mußte es riskieren.

      Seine Faust schoß hoch und schlug seinem Aufpasser die Automatic aus der Hand. Gleichzeitig fuhr seine Linke vor.

      Twinnings hatte früher viel geboxt, aber sein linker Haken war im Laufe von zwanzig Jahren eingerostet. Außerdem behinderte ihn der schwere Wintermantel.

      Der falsche Cop am Steuer fuhr herum und fingerte an seinem Revolver herum, während die Männer im Fond des Wagens kämpften. Twinnings sah ein, daß er auf diese Weise nur verlieren konnte. Er riß die Tür auf und sprang hinaus.

      Hinter ihm knallten Schüsse. Er spürte einen Schlag am rechten Oberarm und ließ sich zu Boden fallen. Gleich darauf schob sich ein Mülltruck zwischen ihn und den Polizeiwagen.

      Während ringsum der Verkehr stockte und die Menschen zusammenliefen, rappelte Twinnings sich mühsam auf. Am liebsten hätte er dem davonjagenden Polizeiwagen eine Kugel nachgeschickt, aber die Gefahr, Straßenpassanten zu treffen, war zu groß. Deshalb ließ er es bleiben und ging langsam auf den Streifenwagen zu der bereits zur Stelle war.

      Wenige Minuten später setzte die Großfahndung nach den Gangstern ein. Nach einer halben Stunde wurde der Polizeiwagen in einer Seitenstraße gefunden, von den Insassen fehlte jede Spur.

      Die Experten von der Spurensicherung nahmen sich sofort das Fahrzeug vor. Sie stellten fest, daß der Wagen am Morgen in Brooklyn gestohlen und mit Plasitikfolien und einer Rotlichtattrappe als Einsatzwagen hergerichtet worden war. Fingerabdrücke waren keine zu finden.

      Der zweite Schlag der Erpresser war danebengegangen. Aber genau wie beim erstenmal gab es außer einer höchst vagen Personenbeschreibung keine Anhaltspunkte für die Fahndung.

      2. Kapitel

      Jo Walker erfuhr am nächsten Morgen durch einen knallig aufgemachten Artikel im druckfeuchten „New York Guardian“ näheres über die „Klapperschlangenbande“ wie die Verbrecher hier genannt wurden.

      Jo wußte, daß sein Freund Rowland die Ermittlungen

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