Perry Rhodan 3094: Herz des Lichts. Kai Hirdt

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Perry Rhodan 3094: Herz des Lichts - Kai Hirdt Perry Rhodan-Erstauflage

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sich ihr stiller Schmerz wie ein schweres Tuch über die ganze Runde gelegt. Die Stimmung war verflogen, die Müdigkeit kehrte zurück. Die Terraner bedankten sich für die Einladung, verabschiedeten sich und kehrten in ihr Quartier zurück.

      Wilzukudu überließ ihnen die Sonden für die Zeit, die sie noch in Goinad bleiben wollten. Trotzdem legte sich Emuladsu nicht auf ihr Lager, sondern blieb wach und starrte aus dem großen Fenster ins Halbdunkel.

      »Deine Wachschicht ist vorbei«, sagte Chione McCathey hinter ihr.

      »Genau wie deine«, sagte Emuladsu. »Du schläfst ebenso wenig wie ich.«

      »Willst du darüber reden?«

      »Ich bin die Psychologin hier.«

      »Und ich habe ein bisschen von dir gelernt.«

      Emuladsu legte die Gespürhände aneinander und ließ die Finger der Außenhände rhythmisch aneinander tippen, während sie die richtigen Worte suchte. »Aipu ...«, begann sie schließlich. »Was tue ich ihm hier an? Ich kann mein Kind doch nicht auf der Flucht großziehen. Und was ist mit meinen anderen? Die Amme passt auf sie auf, außerdem ist Parko groß genug, um sich ein paar Wochen um sie zu kümmern. Aber ich kann doch nicht einfach plötzlich verschwinden und nie wiederkehren ...«

      Sie hörte ein Geräusch und erschrak. Hörte Aipu ihnen etwa zu?

      Nein.

      Schlafner kam zu ihnen. »Keine Sorge, er schläft. Viel tiefer und fester, als er es selbst für möglich gehalten hätte.« Er zwinkerte ihr zu. Emuladsu verstand die Botschaft: Der Terraner hatte ihren Sohn mittels seiner Mutantengabe betäubt und seinen Körper veranlasst, einen müdigkeitsinduzierenden Hormoncocktail in seine Adern zu pumpen.

      Nun stießen auch der Haluter, Obioma, Dancer und der TARA-Psi zu ihnen. Mit Ausnahme ihres jungen Sohns und Ganren auf seinem Wachposten war das Team damit komplett.

      Warum auch nicht? Emuladsu hätte gerne noch eine Nacht zum Nachdenken gehabt, aber im Grunde stand ihre Entscheidung fest. Sie konnte sie verkünden. »Obwohl ich es vorhatte, kann ich das Sternenrad nicht verlassen.«

      Ihre Zuhörer schwiegen.

      »Ich kann Aipu kein Leben auf der Flucht zumuten«, begründete sie. »Ich danke euch für eure Hilfe, aber ganz ehrlich: Ich weiß inzwischen nicht mehr, was ich mir eigentlich dabei gedacht habe. Ich bin nicht einverstanden damit, was unsere Regierung mit Tschirmayn gemacht hat. Ich bin erst recht nicht einverstanden damit, dass Aipu dabei helfen musste, das Sternenrad so zu missbrauchen. Aber ... Das ist meine Meinung. Ich kann diese Entscheidung nicht für ihn treffen! Eigentlich ist es eine Ehre, im Hyperschub-Dom des Sternenrads zu dienen. Ich kann ihm diese Chance nicht wegnehmen, wenn er sich entscheidet, sie zu ergreifen!«

      Sie starrte in die Runde. Die Terraner sahen zu ihr hinauf. Emuladsu wartete auf eine Reaktion, auf ein Zeichen der Zustimmung. Sie hatte so viel Zeit mit diesen Wesen verbracht – zeigte sich jetzt, dass sie keine echte Bindung aufgebaut hatten? Dass sie keinerlei Verständnis für Emuladsu hatten, jetzt, da sie kein gemeinsames Ziel mehr verfolgten?

      Es war der Haluter, der als Erster sprach. Er räusperte sich grollend. »Aipu war nicht in der Erforschung des Sternenrads eingesetzt, sondern als Lotse.«

      Emuladsu sah ihn voll Argwohn an. »Und?«

      »Ich habe gedacht, du wüsstest es«, sagte Haad.

      »Was?«

      »Was ich von dem Benshér erfahren habe, den ich vor Aipu aus der Steuerung des Rads befreit habe.«

      »Was?«, fragte Emuladsu noch einmal, nun deutlich gereizt.

      »Der Dienst als Lotse ...« Haad zögerte ein wenig, dann sagte er es unverblümt. »... ist tödlich für alle Wesen außer den Benshéri. Deshalb suchen die Cairaner stets das nächste geeignete Volk. Es braucht Wesen mit der Fähigkeit, in begrenztem Maße in die Zukunft zu sehen. Und diese werden in den Dienst gezwungen, bis sie ...« Erneut eine Pause. »... bis sie verbraucht sind. Und die Suche nach dem nächsten Volk beginnt.«

      »Sie ...« Emuladsu wurde schwindelig. Sie musste sich am Fensterrahmen abstützen. »Sie wollten ihn töten?«

      »Sie wollten ihn benutzen«, korrigierte Schlafner. »Dass er dabei sterben würde, war nicht ihre Absicht. Aber sie haben es in Kauf genommen.«

      Die Gedanken in ihrem Kopf rasten. Das konnte nur, das musste eine Lüge sein!

      Andererseits: Sie war Expertin für terranische Psychologie. Und die Terraner, mit denen sie nun zusammen war, hatte sie in den vergangenen Tagen intensiv kennengelernt. Diese Leute logen sie nicht an.

      »Wir müssen fliehen.« McCathey legte ihr sanft die Hand auf den Arm. »Es gibt keine andere Möglichkeit.«

      »Nein«, sagte Emuladsu. »Wenn er so wichtig ist ...«

      Sie sah die Terranerin an, die in dieser Gruppe am ehesten ihre Vertraute geworden war. »Eine Jägerin verfolgt uns. Eine Jägerin! Sie wird nicht aufgeben, niemals, außer, sie bekommt einen anderen Auftrag. Und den wird sie nicht erhalten, wenn Aipu so wichtig ist. Wir werden niemals sicher sein, nirgendwo, ob im Sternenrad oder anderswo! Außer ...«

      Sie setzte sich und legte die Finger der Außenhände an die Schläfen. Es half ihr, die Konzentration zu wahren.

      »Außer?«, fragte Schlafner.

      »Wir müssen es beenden«, antwortete Emuladsu. »Wir müssen dafür sorgen, dass sie nie wieder an Aipu Hand anlegen wollen.«

      »Du willst dich mit deiner eigenen Regierung anlegen?« Es war Dancer anzuhören, für wie verrückt sie die Idee hielt. »In einem Machtapparat wie eurem? Verzeih mir, das ist ...«

      »... die einzige Möglichkeit.« Emuladsu ließ die Hände sinken und sah jeden in der Gruppe nacheinander an. »Und es ist möglich. Es gibt eine starke Gruppe, die mit dem Handeln unserer Konsuln nicht einverstanden sind. Die Entführung von Tschirmayn hat im ganzen Sternenrad starke Proteste ausgelöst. Wenn jetzt noch herauskommt, dass die cairanische Regierung cairanische Kinder tötet, um Ziele zu erreichen, welche die Cairaner ablehnen ...«

      »Riskant«, kommentierte Bouner Haad, »aber es könnte klappen. Wenn wir der Öffentlichkeit Beweise vorlegen können, ist Aipu im Grunde unantastbar.«

      »Also besorgen wir sie«, erklärte Emuladsu. »Wir müssen endlich weg von diesem Planeten und nach Ecaitan. Dort werden wir herausfinden, wer Aipus Deportation angeordnet hat.«

      »Da wäre noch das Problem mit der Jägerin«, erinnerte Schlafner. »Sie lässt mit Sicherheit alle Raumhäfen überwachen.«

      »Unterschätze nicht den Einfallsreichtum einer wütenden Mutter«, gab Emuladsu zurück. »Wir finden einen Weg, um sie zu täuschen!«

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