Perry Rhodan Neo 241: Sporensturm. Lucy Guth

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Perry Rhodan Neo 241: Sporensturm - Lucy Guth Perry Rhodan Neo

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Das ist Wahnsinn. Ich werde uns damit alle umbringen.

      Das soll nicht deine Sorge sein. Folge meinen Befehlen.

      Abimola gehorchte. Er konnte nicht anders.

      Isadora Phelps sah auf, als Abimola in die Sektionszentrale kam – eine halbe Stunde nach dem offiziellen Schichtbeginn. »Abimola, was treiben Sie sich schon wieder hier rum? Hatte ich Ihnen nicht gesagt, dass Sie auf die Krankenstation gehen sollen?«

      »Dort war ich bereits, Ma'am.« Abimola war erschrocken, wie gelassen seine Stimme klang – alltäglich, so wie immer. Wenn er so normal klang, sah er bestimmt auch normal aus. Keiner würde ihm ansehen, dass er unter einem fremden Zwang stand. Das versetzte ihn in Panik, doch sein Körper reagierte nicht auf dieses Gefühl. Weder zitterten seine Hände noch bebte seine Stimme, als er versicherte: »War wohl wieder so eine Nachwirkung des verfluchten Parasiten. Doc Steflov hat mir eine Injektion verpasst und ein Pflaster gegen die Kopfschmerzen aufgeklebt.« Er klopfte sich auf die linke Pobacke. »Wirkt schnell, das Zeug. Jetzt bin ich wieder in Topform und kann meinen Dienst antreten.«

      Phelps musterte ihn einen Moment skeptisch, zuckte dann mit den Schultern. »Na gut, wenn Sie sich fit genug fühlen und so wild aufs Arbeiten sind – lassen Sie sich nicht abhalten.«

      »Danke, Ma'am. Mir geht es wirklich gut.« Er tippte sich grüßend mit zwei Fingern an die Schläfe und ging zu seinem Arbeitspult, das in der Mitte der Reaktorzentrale stand.

      Außer Phelps hatte noch Hagen Hofer Dienst, ein wortkarger Österreicher, der bereits an der Positronikstation neben Abimolas Platz tätig war. Hofer würde keinen Ärger machen; er kümmerte sich meist nur um seinen eigenen Kram. Die anderen Kollegen waren in der Wechselschicht – Phelps hatte wohl noch keinen Ersatz für Abimola geordert.

      Der innere Fusionsreaktorring der CREST II lag am Rand der Kernzelle des Raumschiffs. Das bedeutete konkret: Wenn es Abimola gelang, die Energiemeiler in die Luft zu jagen, würde es den gesamten, 1500 Meter durchmessenden Kugelriesen zerreißen.

      Keine schönen Aussichten. Warum sollte ich diesen Himmelfahrtsbefehl befolgen, wenn ich selbst mit draufgehe?

      Weil du gar keine Wahl hast. Los, fang an!

      Von seiner Arbeitsstation aus hatte Abimola Zugriff auf alle relevanten Schaltungen und jene Sicherungen, die er für die Manipulation außer Kraft setzen musste. Er brauchte etwa eine Stunde, bis er alles Notwendige erledigt hatte. Dann stand er vor einem Problem.

      Für den letzten Schritt benötige ich die Hilfe von Phelps. Ohne ihre Autorisation komme ich nicht weiter.

      Das ist mir durchaus klar. Was denkst du, warum ich dir befohlen habe, dich zu bewaffnen?

      Abimola schauderte, als er die Kaltblütigkeit in dem Flüstern hörte. Er griff nach dem Strahler in seiner Tasche, zog ihn langsam heraus. Er warf einen Blick auf Hofer, der völlig in seine Arbeit vertieft an der anderen Station stand und nicht ahnte, dass seine Bemühungen, das Magnetfeld neu zu konfigurieren, um den Plasmafluss stabil zu halten, in ein paar Minuten ohnehin hinfällig sein würden.

      Unwillig blickte Isadora Phelps von ihrem Pult auf, als Abimola näher kam. »Was ist denn ...?« Dann sah sie die Waffe in seiner Hand und ihr Mund klappte vor Erstaunen auf. »Mister Abimola, was soll der Mist?«

      »Es tut mir leid, Ma'am. Sie werden mir beim letzten Schritt meiner Arbeit etwas helfen müssen.«

      »Wovon reden Sie, Mann?«

      »Ich habe veranlasst, dass sich die Kernreaktionsrate erhöht. Um die Kühlung abzuschalten und dadurch eine Überhitzung einzuleiten, brauche ich allerdings Ihre Unterstützung, Ma'am.« Abimola hörte die Worte. Er war es, der sie aussprach – doch es war nicht er, der sie dachte. Er kam sich vor wie eine dieser Bauchrednerpuppen, denen ein Mann im Hintergrund den Mund auf- und zuklappte und für sie redete.

      »Sind Sie verrückt geworden? Den Teufel werde ich tun!«

      »Ich fürchte, Sie haben keine Wahl, Ma'am. Genauso wenig wie ich. Meine Befehle sind eindeutig: Wenn Sie nicht kooperieren, muss ich Sie erschießen.«

      Seine Chefin verschränkte die Arme störrisch vor der Brust. »Ach ja? Dann haben Sie leider niemanden mehr, der Ihnen die Autorisation gibt.«

      Memde Abimola lauschte kurz in sich hinein. »Sie haben recht. Das war ein ungeschickter Denkfehler von mir.« Er richtete die Waffe auf Hofer, der nach wie vor in seine Arbeit vertieft war. »Tun Sie, was ich sage, oder ich erschieße Hofer. Ihn braucht der Flüsterer für seine Pläne nicht.«

      6.

      Sabotage

      Im Rechenherzen brachte der grelle Alarmton die Glaswände zum Klirren.

      »SENECA, was ist los?«, fragte Donna Stetson. Sie war sich bewusst, dass dieselbe Frage in diesem Moment wahrscheinlich an hundert verschiedenen Stellen der CREST II an die Schiffsintelligenz gerichtet wurde; und SENECA würde jedem Einzelnen individuell antworten.

      »Ich messe an differenten neuralgischen Punkten der CREST II abnorme und beunruhigende Aktivitäten an.« Zwar klang SENECA keineswegs beunruhigt, doch allein der Umstand, dass die KI dieses Wort verwendete, reichte aus, um Stetson in Alarmbereitschaft zu versetzen.

      »Wurden deine Systeme kompromittiert?«

      »Nicht von außerhalb. Bei allen Vorfällen handelt es sich um Ereignisse, die durch Besatzungsmitglieder verursacht wurden.«

      »Unfälle also?«

      »Nein. Eher Sabotage.«

      Stetson ließ sich eine dreidimensionale Schemadarstellung der CREST II anzeigen und wies SENECA an, alle betroffenen Punkte zu markieren. Rote Punkte erblühten an den unterschiedlichsten Stellen der Kugelkonstruktion.

      Sie vergrößerte den Holoausschnitt mit dem oberen Großhangar und rief flankierend dazu Bilder der dort installierten Kameras auf. Die gigantische Halle, in der die Korvetten, Space-Disks und Raumjäger geparkt waren, war in orangerotes Licht getaucht. Ein paar regungslose Gestalten trieben in der Schwerelosigkeit, die dort vorherrschte.

      »Die Lebenserhaltungssysteme im Beiboothangar sind ausgefallen«, informierte SENECA sie. Stetson betrachtete die Daten und registrierte nur nebenher, dass der Mausbiber Gucky bei einem der reglosen Besatzungsmitglieder materialisierte und mit ihm wieder verschwand.

      Wenn dieser Ilt nicht wäre, hätte es an Bord zweifellos schon zahlreiche Todesopfer zu verzeichnen gegeben – und das allein in der Zeit, in der ich meinen Dienst hier leiste. Sie hatte kaum geblinzelt, als Gucky bereits an anderer Stelle auftauchte und erneut mit einem Bewusstlosen verschwand. Eigentlich sollte Perry Rhodan den kleinen Kerl in Watte packen und in ein Regal stellen, damit ihm nichts passiert.

      »Wie kam es zu dem Ausfall?«, fragte sie laut.

      »Sicherheitschef Yuudai Nakamura hat den Tatverdächtigen bereits ermittelt: Ingmar Bengtsson, ein junger Mitarbeiter des Logistikpersonals. Er hat die positronischen Betriebsroutinen des Hangars manipuliert. Er konnte überwältigt werden, ist aber wohl nicht ansprechbar. Sein Zustand wird als ›apathisch bis verstockt‹ beschrieben.«

      »Ist die Lage unter Kontrolle?«

      »Ein Dutzend Ingenieure

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