Perry Rhodan Neo 64: Herrin der Flotte. Robert Corvus

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Perry Rhodan Neo 64: Herrin der Flotte - Robert Corvus Perry Rhodan Neo

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war inakzeptabel. Sie wischte den Soldaten zur Seite, holte die Triebwerkskontrollen ins Zentrum und zeigte dem Bengel, wie eine Beschleunigung von 650 Kilometern im Sekundenquadrat aussah. Das schaffte keines der ach so tollen Militärschiffe! Zugleich ließ sie die TIA'IR Ausweichmanöver fliegen. Die Härchen auf ihren Armen stellten sich auf, als sie von den Anzeigen ablas, wie geschmeidig das Schiff reagierte.

      Atlan da Gonozal trat an das sekundäre Kontrollpult. Man konnte die TIA'IR allein steuern, aber sie bot auch Möglichkeiten der Arbeitsteilung. »Glauben Sie, dass das klug ist?«

      »Mit solchen Lümmeln kann man nicht reden.« Ihin hörte die Verzückung in ihrer eigenen Stimme. Dieses Schiff war einfach wunderbar. »So sehr er sich auch aufplustert, er wird schon nicht auf uns schießen.«

      Mit Bedauern sah sie, wie ein Teil der Energieleistung von den Triebwerken abgezogen wurde, als da Gonozal den Schutzschirm einschaltete. Im nächsten Moment war sie froh darüber. Durch die transparente Kuppel der Zentrale sah sie grüne und gelbe Lichter aufflammen.

      »Einschlag Impulsstrahl«, meldete Crysalgiras Stimme. »Waffeneinwirkung.« Sogar in dieser Situation klang sie noch elegant. Nun ja, sie war ja auch eine Positronik ohne Selbsterhaltungstrieb.

      »Das war auf fünf Prozent der Leistung gedrosselt«, quäkte der Soldat von links außen.

      Ihin war eher wütend als besorgt. Dennoch bremste sie ab. Sie wusste, wie weit sie ein Spiel treiben konnte. »Wenn Sie diese Uniform länger tragen wollen«, sagte sie schnippisch, »dann stellen Sie mich jetzt zum Oberkommando der Flotte durch. Ich will ohnehin die Mascantin sprechen. Und Sie sollten hoffen, dass Ihre Impertinenz dabei nicht zum Thema wird.«

      »Ich befolge lediglich meine Befehle. Entweder eine Eskorte zu den zivilen Docks – die aber alle belegt sind – oder eine Fähre. Aber ich sehe gerade, dass Ihr Schiffchen zum Stillstand gekommen ist.«

      Ihin verschränkte die Arme. »Ich nehme an, Ihre Befehle gestatten, meine Kommunikationsanfrage an das Oberkommando weiterzugeben?«

      »Dem steht nichts entgegen.«

      »Na, dann mal Attacke, Soldat!« Sie trennte die Verbindung.

      Atlan da Gonozal trat in die Mitte der Zentrale. Obwohl sie gerade einmal vier Meter durchmaß, war sie der größte Raum in der TIA'IR. Der Transitionsantrieb nahm den größten Teil des Volumens ein, und die Unterlichttriebwerke, die gerade so eindrucksvoll ihre Leistungsfähigkeit demonstriert hatten, hätten einer wesentlich größeren Einheit zur Ehre gereicht. Wenn man dann noch die Energieerzeugung, den Maschinenraum und andere technische Einrichtungen berücksichtigte, blieb für Kabinen wenig Platz und für einen Aufenthaltsraum gar keiner. Ihin streichelte die Lehnen des Pilotensitzes. Die TIA'IR war trotz der stilvollen Einrichtung kein verzärteltes Luxusgefährt. Sie war ein Sprinter.

      »Ein Jammer, dass Sie sie auseinandernehmen wollen.« Ihin seufzte. Sie bezweifelte, dass er dadurch auf wertvolle Hinweise der Prinzessin stoßen würde, aber ausschließen konnte sie es nach dem, was er über seine bisherigen Abenteuer berichtet hatte, auch nicht.

      Da Gonozal reagierte nicht. Durch die Kuppel und den nun wieder transparenten Schirm betrachtete er Arkon III. Ihr kleiner Sprint hatte sie so nah herangebracht, dass der Planet jetzt den Großteil des Sichtfelds einnahm. »Was ist das?«, murmelte er.

      Ihin bemühte sich, zu erkennen, was er meinte. Sie sah nichts Besonderes. »Arkon III«, sprach sie das Offensichtliche aus.

      »Können Sie mir die Ausgabe der optischen Sensoren auf ein Holofeld geben?«

      Sie sah Belinkhar an, die aber auch nicht zu wissen schien, was ihren Gefährten bewegte.

      »Sicher.« Ihin tippte die entsprechenden Schaltflächen an, sodass eine leuchtende Anzeige in der Mitte der Zentrale erschien. Die TIA'IR übersetzte ihren Befehl so, dass sich das Holofeld von oben nach unten abrollte wie ein Teppich, sogar mit verzierenden Fransen an den Seiten, die sich wie in einem Luftzug bewegten. Ihin bemerkte, dass sie gerade lächelte.

      Da Gonozal dagegen beschäftigte sich mit dem Inhalt des Holos. Er vergrößerte die Orbitalstationen, die zu drei Vierteln im Sonnenlicht liegende Planetenoberfläche, holte Ausschnitte heran, entfernte dann wieder den Betrachtungspunkt, nahm andere Gebiete in den Fokus.

      Stirnrunzelnd trat Ihin neben Belinkhar. »Wissen Sie, was er sucht?«

      Die grüne Farbe von Belinkhars Augen war unter Mehandor wesentlich häufiger als bei Arkoniden. Jetzt hatte sie die Lider etwas zusammengekniffen, während sie da Gonozal beobachtete, als fürchte sie, ihr könne eine Kleinigkeit entgehen, die sein seltsames Verhalten erklärte. Er wurde immer hektischer, ruderte mit den Armen, als wolle er aus der Bedienung des Holofelds eine sportliche Übung machen.

      »Er war sehr lange nicht mehr hier«, sagte Belinkhar. »Auch der Aufbau des Lenim Ranton hat ihn überrascht. Die Elysische Welt war ihm neu.«

      Ihin schüttelte den Kopf. In was für eine seltsame Geschichte war sie da hineingeraten?

      »Lass mich in Ruhe!«, fauchte Belinkhar plötzlich.

      »Was meinen Sie?«

      Belinkhar zuckte zu ihr herum. Ihr kurzes, rotes Haar hatte sie zu aggressiven Stacheln frisiert. Unwillkürlich wich Ihin einen Schritt zurück, womit sie an die Wand der Zentrale stieß.

      Die Wut wich von Belinkhars Gesicht, als sei sie eine wächserne Maske, die jetzt schmolz. »Entschuldigen Sie!« Sie hastete hinaus.

      Da Gonozal stand nun unbewegt. »Sind das alles Militäreinrichtungen?«, fragte er, ohne sich vom Holo abzuwenden.

      »Ja. Arkon III ist die Zentralwelt der Flotte. Niemand darf sie ohne Freigabe des Militärs betreten.«

      »Aber es gibt keinen unbebauten Quadratmeter auf dem gesamten Planeten! Noch nicht einmal offene Wasserflächen!«

      »Das war eine der ökologischen Herausforderungen. Man musste die Wasserkreisläufe neu organisieren, nachdem die Meere mit Landeplatten bedeckt waren. Aber man hat es in den Griff bekommen. Nur die planetare Nahrungsproduktion ist eingebrochen. Arkon III wird zum Großteil über Importe versorgt, weil man die Notrationen nur für den Fall einer Belagerung verwenden will.«

      »Und wozu dient dieser Moloch?«

      Ihin umrundete das Holofeld. Da es halb durchsichtig war, konnte sie nun das entgeisterte Gesicht ihres Gegenübers betrachten. »Arkon III beherbergt das Flottenkommando«, sagte sie vorsichtig, als könne sich da Gonozals offensichtliches Entsetzen durch ein falsches Wort in einer Panikattacke entladen. »Hier liegen außerdem die größten Rüstungsfabriken des Imperiums. Labore für neue Entwicklungen. Natürlich Kasernen, Geschütze, Transitionsdämpfer, alles, was man zur Verteidigung des Planeten gegen einen massiven Angriff braucht. Und die Offiziersschule Rah'tor selbstverständlich, die übermorgen ihren Abschlussball feiert. Eine der wenigen Gelegenheiten, zu denen zivile Besucher zugelassen sind, die nicht in irgendeiner Weise das Militär beliefern. Wenn es Sie beruhigt: Es gibt auch einige unbebaute Manövergelände, auf denen die Soldaten ausgebildet werden.«

      Da Gonozal desaktivierte das Holofeld. Es rollte sich nach oben hin ein, eine Umkehrung des Effekts, mit dem es erschienen war. Dabei raschelte es sogar wie ein Teppich.

      »Nein, das beruhigt mich nicht«, sagte er. Den Sitz des Kapitäns wollte er wohl nicht beanspruchen. Er aktivierte ein Prallfeld, auf das er sich niederließ.

      »Was

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