Perry Rhodan 3062: Zeut. Susan Schwartz

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Perry Rhodan 3062: Zeut - Susan Schwartz Perry Rhodan-Erstauflage

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      Die Echsen zogen sich zurück und vereinten sich mit der wartenden Hauptflotte.

      Es würde nicht lange dauern, bis andere Schiffe ausschwärmten, vielleicht ein Dutzend oder mehr kleinere Einsatztrupps, die viele Ziele im Solsystem unter Feuer nahmen. Aber zunächst herrschte Ruhe, trügerisch und unberechenbar.

      »Was tun wir?«, fragte Ghizlane.

      »Du fragst mich, Kommandantin?«

      »Du bist Perry Rhodan. Ich wäre eine Närrin, würde ich nicht deinen Rat einholen. Hältst du mich etwa für eine Närrin?«

      »Die Topsider sind uns überlegen«, stellte er fest.

      »Ach?«, machte sie. Sie hatte von Perry Rhodan viel erwartet, aber nicht einen solchen Allgemeinplatz. Das war alles andere als hilfreich, schließlich wusste sie das längst. Seit sich die Katastrophe abzeichnete, hatte sie deshalb keine Sekunde Schlaf gefunden.

      Rhodan schwieg einen Moment und sah sie nur an. Seine Iriden waren graublau. Auf dem rechten Nasenflügel gab es eine kleine Narbe. Er strahlte Ruhe aus. »In solchen Situationen bewährt sich meiner Erfahrung nach vor allem eines.«

      »Der Mut der Verzweiflung?«

      Etwas schien in den Augen aufzublitzen. »Ein Bluff.«

      *

      Der Mann hielt seine Brille am Bügel und setzte sie sich geradezu provozierend langsam auf. Seine Gesichtshaut war sonnengebräunt, die Haare weißblond. Sie hingen über die Stirn bis zu den Augenbrauen und formten im Nacken drei dünne Zöpfe, die über die Schultern fielen.

      »Ich bin Pierran Longat.« Ehe er die Brille losließ, tippte er den Rand kurz an. Die Gläser verdunkelten sich, seine Augen verschwanden hinter spiegelnden, schwarzen Flächen.

      »Angenehm«, log Ghizlane. Er war ihr vom ersten Augenblick an unsympathisch.

      Es gab nur fünf Menschen, die in Rhodans Idee eingeweiht waren: Sie selbst, ihr Sicherheitschef Torr Nishal, Residentin Orfea Flaccu, der TLD-Direktor Sloud Silverman ... und eben Pierran Longat, der das kosmopsychologische Institut der Universität von Terrania leitete.

      Das Werk, das seinen akademischen Ruhm begründet hatte, hieß: Die Supermacht der Echsen – das Sternengelege. Analyse eines vorherrschenden Volkes im zweiten Ast des Dyoversums. Als Perry Rhodan nach einem Experten im Umgang mit den Topsidern gefragt hatte, war der Residentin sofort sein Name eingefallen; sie hielt große Stücke auf ihn. Und Ghizlane wiederum vertraute Orfea Flaccus Einschätzung. Sympathien – oder Antipathien – musste man in einer Situation wie dieser vernachlässigen.

      Also waren sie zu einer Besprechung zusammengekommen, in diesem Raum im dritten Untergeschoss des Solaren Hauses, abseits jeglicher öffentlicher Prestigezimmer. Eine weitgehend schmucklose Umgebung mit einigen Stühlen und einem schlichten Holztisch, auf dem gefüllte Wassergläser standen, auf reich verzierten Untersetzern aus Kork. Ghizlane wusste, dass Orfea Flaccu diese kleinen Kunstwerke in ihrer Freizeit selbst herstellte; offenbar hatte die Residentin höchstpersönlich alles eingepackt und in diesen Raum getragen.

      Dort waren fünf Menschen zusammengekommen, von denen die Zukunft der Terraner abhing. Sie konnten einen Krieg beenden und vielleicht Millionen Leben retten.

      Ghizlane war mit ihrem Sicherheitschef und Perry Rhodan in einem Beiboot nach Terra geflogen, wo Silverman, Longat und Residentin Flaccu bereits gewartet hatten. Für die Kommandantin war es keine leichte Entscheidung gewesen, mitten in den beginnenden Kampfhandlungen ihr Flaggschiff zu verlassen und die Verantwortung in die Hände ihres Stellvertreters zu legen. Aber dieses Zusammentreffen war wichtiger, und jede Funkkommunikation über dieses Thema erschien allen Beteiligten zu unsicher. Es durfte unter keinen Umständen etwas nach außen dringen. Geheimhaltung war das oberste Gebot.

      »Vielleicht darf ich zu Beginn ein paar Gedanken teilen«, sagte Pierran Longat. »Der von mir zweifellos hochgeschätzte Direktor Silverman tauchte vor weniger als einer Stunde in meinem Büro auf und legte mir dringend nahe, mich krankzumelden. Woraufhin ich ...«

      »Ich habe es dir befohlen«, stellte der TLD-Direktor klar.

      Sloud Silvermans dichte weiße Haare und sein Kinn- und Oberlippenbart ließen ihn zusammen mit der wuchtig-schwarzen Brille urig aussehen. Ghizlane kannte ihn schon ewig und wusste ihn gut genug einzuschätzen, um keine Sekunde daran zu zweifeln, dass er Longat ebenfalls nicht mochte.

      Der Wissenschaftler nahm seine Brille ab. »Allerdings lasse ich mir nichts befehlen, wie du wissen könntest. Deinem Vorschlag bin ich allerdings gerne gefolgt, als ich begriff, dass es um die Topsider ging und darum ...« Er legte eine kleine, zweifellos genau bemessene Pause ein, während derer er den Blick durch den Raum schweifen ließ und scheinbar interessiert das Gemälde betrachtete, das einen Blick aus großer Höhe auf Terrania bei Nacht zeigte. »... die Welt zu retten. Ich habe auf dem Weg hierher Daten studiert, die Sloud mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Sie stellen die Gesamtlage in diesem Konflikt dar und sind für euch wahrscheinlich derart Alltag, dass ihr sie herunterbeten könntet, wenn ihr aus dem Schlaf geweckt würdet. Mein Alltag sieht jedoch anders aus – und glaubt mir, ihr wollt gar nicht wissen, wie.«

      »Worauf willst du hinaus?«, fragte Sloud Silverman.

      »Ich habe versucht, einen Überblick zu gewinnen, doch es gibt Präliminarien, die ich nicht verstehe. Und sollte ich mich nicht irren – und ich irre mich selten bis nie –, wird der Verlauf der kommenden Auseinandersetzung mit den Topsidern einige Imponderabilien bereithalten.«

      Imponderabilien und Präliminarien?, dachte Ghizlane, die durchaus verstand, was er sagen wollte – zumindest hatte sie eine ungefähre Vorstellung davon.

      Gab es tatsächlich Menschen, die sich in einem normalen Gespräch so ausdrückten? Oder spielte Longat eine Rolle? Falls ja, was bezweckte er damit? Kaschierte er Unsicherheiten? War er eben doch nicht so selbstsicher, wie er vorgab, während er mit den höchsten Verantwortungsträgern und einer lebenden Legende im selben Raum saß?

      »Das ist korrekt«, sagte Orfea Flaccu. »Kurz gesagt, bieten die Topsider momentan etwa dieselbe Flottenstärke auf wie wir – aber ihr potenzieller Nachschub ist zehnfach höher als unserer. Wir sichern das Solsystem so gut wie möglich. Kommandantin Madouni steht in der ORATIO ANDOLFI der Flotte vor. Ghizlane? Kannst du einen kurzen Gesamtüberblick geben?«

      Ghizlane nickte. »Nennenswerten Nahbereichsschutz genießen Terra, Luna, die Venus, der Mars, Pluto, die Jupitermonde Europa und Ganymed, auch die Saturnmonde und der Neptunmond Triton. Das bindet insgesamt etwa dreihundert Raumer diverser Klassen. Nur fünfhundertfünfzig ...« Sie stockte. Nicht mehr, dachte sie. »Nur fünfhundertzweiundvierzig Einheiten stehen darum für planetenferne Schlachten zur Verfügung, ohne dass wir potenzielle Ziele völlig entblößen müssen. Was bedeutet, dass die Topsider zwar auf den ersten Blick momentan eine vergleichbare Anzahl von Schiffen befehligen, aber über mehr bewegliche, frei einsetzbare Raumer verfügen. Sie haben bislang drei kurze Attacken gestartet und sich rasch zurückgezogen, sobald sich unser Widerstand formiert hat. Derlei Nadelstiche können sie noch hundert- oder tausendfach unternehmen, bis ihnen ein Durchbruch gelingt.«

      »Wir können nicht überall sein«, ergänzte Rhodan.

      »Und das heißt?«, fragte Longat.

      Sloud Silverman lehnte sich vor, stützte beide Ellenbogen auf die Tischplatte. »Auf Dauer werden wir verlieren.«

      Pierran

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