Hauptwerke: Der Kaufmann von Venedig, Der Widerspenstigen Zähmung, Die Komödie der Irrungen, Ein Sommernachtstraum, V.... William Shakespeare
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Wenn es nicht zierlich anzuordnen steht,
So ist es nichts, und unterbliebe besser.
LORENZO.
's ist eben vier; wir haben noch zwei Stunden
Zur Vorbereitung.
Lanzelot kommt mit einem Briefe.
Freund Lanzelot, was bringst du?
LANZELOT. Wenn's Euch beliebt, dies aufzubrechen, so wird es gleichsam andeuten.
LORENZO.
Ich kenne wohl die Hand: ja, sie ist schön,
Und weißer als das Blatt, worauf sie schrieb,
Ist diese schöne Hand.
GRAZIANO.
Auf meine Ehre, eine Liebesbotschaft.
LANZELOT.
Mit Eurer Erlaubnis, Herr.
LORENZO.
Wo willst du hin?
LANZELOT. Nun, Herr, ich soll meinen alten Herrn, den Juden, zu meinem neuen Herrn, dem Christen, auf heute zum Abendessen laden.
LORENZO.
Da nimm dies; sag der schönen Jessica,
Daß ich sie treffen will. – Sag's heimlich! Geh!
Lanzelot ab.
Ihr Herrn,
Wollt ihr euch zu dem Maskenzug bereiten?
Ich bin versehn mit einem Fackelträger.
SALARINO.
Ja, auf mein Wort, ich gehe gleich danach.
SOLANIO.
Das will ich auch.
LORENZO.
Trefft mich und Graziano
In einer Stund' in Grazianos Haus.
SALARINO.
Gut das, es soll geschehn.
Salarino und Solanio ab.
GRAZIANO.
Der Brief kam von der schönen Jessica?
LORENZO.
Ich muß dir's nur vertraun; sie gibt mir an,
Wie ich sie aus des Vaters Haus entführe;
Sie sei versehn mit Gold und mit Juwelen,
Ein Pagenanzug liege schon bereit.
Kommt je der Jud', ihr Vater, in den Himmel,
So ist's um seiner holden Tochter willen;
Und nie darf Unglück in den Weg ihr treten,
Es möchte dann mit diesem Vorwand sein,
Daß sie von einem falschen Juden stammt.
Komm, geh mit mir, und lies im Gehn dies durch:
Mir trägt die schöne Jessica die Fackel.
Beide ab.
Fünfte Szene
Vor Shylocks Hause.
Shylock und Lanzelot kommen.
SHYLOCK.
Gut, du wirst sehn, mit deinen eignen Augen,
Des alten Shylocks Abstand von Bassanio.
He, Jessica! – Du wirst nicht voll dich stopfen,
Wie du bei mir getan – He, Jessica! –
Und liegen, schnarchen, Kleider nur zerreißen –
He, sag' ich, Jessica!
LANZELOT.
He, Jessica!
SHYLOCK. Wer heißt dich schrein? Ich hab's dir nicht geheißen.
LANZELOT. Euer Edlen pflegten immer zu sagen, ich könnte nichts ungeheißen tun.
Jessica kommt.
JESSICA.
Ruft Ihr? Was ist Euch zu Befehl?
SHYLOCK.
Ich bin zum Abendessen ausgebeten:
Da hast du meine Schlüssel, Jessica.
Zwar weiß ich nicht, warum ich geh': sie bitten
Mich nicht aus Liebe, nein, sie schmeicheln mir;
Doch will ich gehn aus Haß, auf den Verschwender
Von Christen zehren. – Jessica, mein Kind,
Acht' auf mein Haus! – Ich geh' recht wider Willen:
Es braut ein Unglück gegen meine Ruh',
Denn diese Nacht träumt' ich von Säcken Geldes.
LANZELOT. Ich bitte Euch, Herr, geht; mein junger Herr erwartet Eure Zukunft.
SHYLOCK. Ich seine auch.
LANZELOT. Und sie haben sich verschworen – ich sage nicht, daß Ihr eine Maskerade sehen sollt; aber wenn Ihr eine seht, so war es nicht umsonst, daß meine Nase an zu bluten fing, auf den letzten Ostermontag des Morgens um sechs Uhr, der das Jahr auf den Tag fiel, wo vier Jahre vorher nachmittags Aschermittwoch war.
SHYLOCK.
Was? Gibt es Masken? Jessica, hör' an:
Verschließ' die Tür, und wenn du Trommeln hörst,
Und das Gequäk der quergehalsten Pfeife,
So klettre mir nicht an den Fenstern auf,
Steck' nicht den Kopf hinaus in offne Straße,
Nach Christennarren