Deutsches Märchenbuch + Neues Deutsches Märchenbuch. Ludwig Bechstein

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Deutsches Märchenbuch + Neues Deutsches Märchenbuch - Ludwig Bechstein

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ihr donnderschlechtige Strohlkerie.« Schüttelte

       den einen und drosselte den andern immer ärger und

       ärger, bis sie endlich einander das Wort gegeben, daß

       sie wieder gut Freund sein wollten, was sie denn auch

       geblieben von der Zeit an bis an ihren Tod.

       Es wies sich auch bald aus, daß der Spiegelschwab

       gar nicht so dumm gewesen, wie der Blitzschwab allermeist

       geglaubt, denn als sie zwei Viertelstunden

       Weges gegangen, kamen sie richtig nach Memmingen,

       wie jener aus dem Monde prophezeit. Aber als

       ob just dieses Städtlein dem Spiegelschwaben heut

       nur Unglück bringen sollte, so geschah es alsbald

       wieder, daß es dem Armen zu Haut und Haaren ging.

       »Durch Memmenge ganget mer net«, hatte er gesagt

       und als man ihn ob der Ursache gefragt, hatte er den

       Kopf geschüttelt und gemeint, er wisse das selbst am

       besten! Gingen deshalb ringsum die Stadtmauer, die

       sieben, um just am andern Ende wieder die Heerstraße

       zu gewinnen. Aber da hat sich's denn wiederum augenfällig

       gezeigt, daß der Mensch seinem Schicksal

       nicht entgehen könne. Denn ehe sich's der Spiegelschwab

       versehen, sprang aus einem Hopfengarten ein

       Weib auf ihn zu, eine rechte Runkunkel, und schrie in

       einem Ton, der durch Mark und Bein ging: »Bischt

       endlich wieder doh, du Schlingel? Wo bischt so lang

       rumkalfaktert, du Galgenstrick?« Dem Spiegelschwab

       wurde es grün und gelb vor den Augen und vermeinte,

       sein Ende sei gekommen, denn die Alte war niemand

       anders, als seine liebwerte Ehehälfte, die er mir nichts

       dir nichts sitzen gelassen, als er hinausgezogen war

       mit den andern Gesellen auf die Wanderschaft. Hier

       galt's, nicht lange zu überlegen, war daher flugs mit

       einem Satze hinüber in die Hopfengärten zum großen

       Jubel der andern, die schier bersten wollten vor Lachen.

       Aber die Alte, schnell wie eine Bachstelze auf

       den spindeldürren Füßen, war hurtig hinterdrein und

       es hätte wohl einen argen Strauß gegeben zwischen

       den beiden, wenn dem Spiegelschwaben nicht gerade

       zu guter Stunde ein Schelmenstückchen eingefallen

       wäre. Er hatte nichts zu tragen, weil er nichts hatte als

       das Bärenfell; das tat ihm nun guten Dienst. Eilig

       warf er es über den Kopf, schlüpfte behend in die Tatzen

       und lief nun auf allen vieren, nicht anders als ein

       leibhaftiger Bär, rannte brummend auf das Weib zu,

       umfing sie mit den scharfen Krallen und drückte und

       herzte sie, daß ihr Hören und Sehen verging. Die Alte

       war froh, als sie dem Schalk entronnen, der nun freudig

       mit den andern von dannen zog. Von Stund an

       aber schreibt sich der Brauch, daß böse Männer von

       ihren Ehehälften gar häufig Brummbären genannt

       werden.

       »Uf Leid folgt Freid!« rief der Allgäuer und zeigte

       nach dem Leutkircher Tor, wo ein Wirtshaus stand,

       über dessen Tür zu lesen war: »Hier schenkt man

       Märzenbier aus!« War keiner unter den sieben, der

       nicht gern einen Trunk Bier geschenkt genommen

       hätte, richteten daher im Nu ihre Schritte nach dem

       Wirtshaus und langten mit dem Spieße in der Hausflur

       an, in demselben Augenblick, als der dicke Bräuer

       vor die Tür trat, nach dem Wetter auszulugen. Als

       der die Schar erblickte mit dem furchtbaren Spieß,

       wurde es ihm eben nicht warm ums Herz, zog aber

       schnell sein Käppchen und fragte höflich nach ihrem

       Begehr. »Se wellet e bißle sei Bierbrobiere«, sagte

       der Allgäuer und schritt schnurstracks mit den Gesellen

       in die Zechstube. Da ward's dem Wirt klar, daß

       die Gesandtschaft mit dem Spieße abgeschickt sei von

       der schwäbischen Kreisregierung, wie wohl zu Zeiten

       geschieht, um das Bier zu kosten und zu prüfen, ob es

       preiswürdig sei. Rannte daher spornstreichs in den

       Keller und holte ein Körble vom Besten herauf, wie er

       nur für sich und seine Leute gebraut. Das Körble war

       leer im Umsehen, das zweite in noch kürzerer Zeit,

       und als die sieben in weniger als zwei Stunden nahe

       an einen halben Eimer getrunken, meinte der Wirt, er

       sehe, daß es ihnen schmecke. Der Blitzschwab aber,

       der immer das Maul vorweg hatte, sagte; »'s kennt

       besser sei, wenn net z'wenig Malz und Hopfe drin

       wär.« »Das ist nicht wahr«, versetzte der Wirt, der ein

       Schalk war, »Hopfen und Malz ist nicht zu wenig

       darin, aber zu viel Wasser.« Da merkte der Blitzschwab,

       daß er seinen Mann gefunden, trank noch ein

       Mäßle und sagte den Spruch, der ihm einfiel:

       »In Langesalz, in Langesalz

      

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