Leni Behrendt Staffel 5 – Liebesroman. Leni Behrendt

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Leni Behrendt Staffel 5 – Liebesroman - Leni Behrendt Leni Behrendt Staffel

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Wie sind sie eigentlich, die Kleinen? Hast du sehr viel Mühe mit Ihnen?«

      »Keineswegs! Magret hat sie so gut erzogen, daß sie stets folgsam sind. Kleine Ungezogenheiten haben ja alle Kinder. Aber die von unsern sind so traut, daß es Holger und mir schwerfällt, sie zu rügen. Da kommen sie übrigens. Kannst dir selber ein Urteil bilden.«

      Vier eilige Füßchen trippelten eilig die Stufen der Terrasse hinauf. Dann standen die kleinen Mädchen Hand in Hand vor den Besuchern.

      »Komm ßnell, Bigit – nu müssen wir weg, weil Omi nis allein is«, wollte Ann-Magret die Schwester mit sich ziehen, was so drollig wirkte, daß die Erwachsenen herzlich lachten.

      »Richtig, mein Herzchen«, bestätigte die Großmutter. »Aber da ihr nun mal hier seid, könnt ihr auch ein Weilchen bleiben. Sagt den Tanten guten Tag. Vorausgesetzt, daß eure Patschen sauber sind.«

      »Meine nis«, bekannte die Kleinste treuherzig. »Aber wenn ich bleiben darfte, geh ich sie mir ßnell waßen.«

      »Bleib schon«, griff Frau Wentruck sich das herzige Persönchen und hob es auf den Schoß. »Zeig mal die Händchen her. Sind sie so schwarz wie bei einem Schornsteinfeger?«

      »So doll nis«, drehte sie die molligen Patschen nach allen Seiten. »Hab nis Angst, is mach dis nis ßmutzig.«

      »Äußerst beruhigend für mich«, amüsierte sich die Tante köstlich. »Wie wäre es, wenn ich dich mal ein wenig aus dem Becher kosten ließe?«

      »Wenn is darfte«, schielte sie zur Großmutter hin, die lächelnd nickte. Also wanderte ein Löffel voll Fruchteis in das aufgesperrte Mäulchen, worauf die Kleine sich auf das runde Bäuchlein klopfte.

      »Sßmeckt gut. Wenn is noch mehr haben darfte, Omilein?«

      »Weil du so schön bitten kannst, noch zwei Löffel. Dann ist aber Schluß.«

      »Sßa«, zeigte sie sich einverstanden und war dann auch friedlich, nachdem sie die bewilligte Portion verzehrt hatte.

      Inzwischen hatte Brigit artig neben dem Stuhl der Großmutter gestanden. Man sah ihren verlangenden Augen an, wie gern auch sie von dem Eis genascht hätte, doch darum zu bitten, wagte sie nicht. Doritt lockte sie zu sich.

      »Komm, Brigit, du sollst auch dein Teil haben. Nicht wahr, Tante Anne?«

      »Ich habe nichts dagegen.«

      Doritt hob sie auf den Schoß und verabfolgte ihr die gleiche Portion Eis, die das Schwesterlein bereits intus hatte. Der hell- und dunkellockige Kopf waren im Eifer aneinandergeschmiegt.

      Mechthild konnte den Blick nicht wenden von dem reizenden Bild. Unwillkürlich verglich sie das Mädchen mit der eigenen Tochter – und da wurde ihr Herz schwer. Ebba mit einem Kind auf dem Schoß, es liebevoll betreuend – das konnte sie sich einfach nicht vorstellen. Lag es daran, daß sie ohne Geschwister aufgewachsen war?

      *

      Mechthild schrak zusammen, als die Tochter, an die sie so intensiv dachte, plötzlich auf der Terrasse stand.

      »Tag!« grüßte sie in ihrer nachlässigen Art. Tat so, als hätte man sie erwartet. Sie reichte den älteren Damen burschikos die Hand und richtete dann ihre Augen auf Doritt. Schien ganz vergessen zu haben, daß diese ihr am Vormittag die Freundschaft gekündigt hatte.

      »Ich war bereits bei dir zu Hause«, sagte sie in einem Ton, als wäre das Mädchen verpflichtet, ihr über sein Kommen und Gehen Rechenschaft zu geben. »Man wußte dort nicht wo du geblieben bist. Da kam mir der glorreiche Gedanke, daß du hier sein könntest. Ich habe dir nämlich eine Menge zu erzählen. Eis eßt ihr? Das ist ja wunderbar. Hoffentlich habt ihr mir auch was übriggelassen.«

      Frau Hadebrandt schaute zu ihren Enkelchen hin, die noch immer ihre molligen Schoßplätze innehatten und von dort aus großäugig beobachteten, wie Ebba ihr Eis verzehrte. Da sie fürchtete, daß Ann-Magret in ihrer Unschuld eine Äußerung machen könnte, die ein Peinlichkeitsgefühl hervorrufen mußte, sagte sie: »Nun hopp, meine Mädchen. Zeit, daß ihr euch trollt. Geht brav zu Meta, die euch abfüttern und dann ins Bett bringen wird.«

      Sofort rutschte Brigit folgsam von dem Schoß Doritts, doch die Kleinste schien noch keine Lust zu haben, den behaglichen Sitz zu verlassen; denn sie rührte sich nicht.

      »Sßa«, bequemte sie sich endlich, es der Schwester gleichzutun. Artig machten sie ihre Knickschen und trollten ab. Doch kaum waren sie einige Schritte gegangen, als die Jüngste ihrem Herzchen mit folgenden Worten Luft machte.

      »Is die aber geizig – nis, Bigit?«

      Dann waren sie im Zimmer verschwunden. Wenn Frau Runard nicht dabei gewesen wäre, hätten die Basen nebst Doritt wohl herzlich herausgelacht. So jedoch nahmen sie auf diese Rücksicht, deren feines Antlitz sich langsam rötete. Ob aus Ärger über die harmlose Bemerkung des Kindes oder aus Beschämung über ihre Tochter, ließ sich nicht feststellen. Sie schwieg beharrlich. Um so mehr sprach Ebba voller Empörung: »Na, Tante Anne, artig ist dein Enkelkind gerade nicht. Dem hätte ein Klaps auf den vorlauten Schnabel gebührt.«

      »Dafür ist es auch noch nicht einmal drei Jahre alt«, war die gelassene Erwiderung. »Zehn Jahre später wird es derartige Bemerkungen bestimmt unterlassen.«

      »Das glaube ich auch«, bestätigte Frau Herma. »Übrigens, was ich dich längst fragen wollte, Anne: Wo ist Holger? Er pflegt um diese Zeit immer zu Hause zu sein.«

      »Er mußte gleich nach dem Mittagessen auf einige Tage verreisen.«

      »Was, dann ist er nicht da, wenn ich morgen meinen Dienst antrete?« fragte Ebba in einem Ton, als dürfte sie bei ihrem Antritt einen feierlichen Empfang verlangen. »Was denkt er sich so eigentlich?«

      »Kind«, rügte die Mutter leise. »Du vergißt wohl, daß du nur ein Lehrmädchen…«

      »Sei du bloß still!« fiel ihr die Tochter ungezogen ins Wort. »Du hast doch vom Geschäftsleben keine Ahnung.«

      Ist das die Möglichkeit! entrüstete Frau Wentruck sich innerlich. Dieser Rüpel ist ja noch ärger, als ich ihn mir vorgestellt habe! Mit dem kann diese feine, sensible Frau unmöglich fertig werden.

      »Ebba kommt sich nämlich sehr wichtig vor, daß sie morgen ein Amt erhält«, versuchte sie ihre ungezogene Tochter mit nachsichtigem Lächeln äußerlich zu entschuldigen, während sie sich innerlich ihrer schämte.

      »Komm, Ebba! Es ist höchste Zeit, daß wir nach Hause kommen.«

      »Na schön«, war diese unerwarteterweise einverstanden – und zwar nur, weil diese alte Tanten sie langweilten. Nach förmlichem Abschied gingen sie davon und Frau Herma schüttelte sich wie ein begossener Pudel.

      »Nun sag mal, Anne, hätte diesem Balg nicht eins hinter die Ohren gefehlt? Mir kribbelte es bei so viel Frechheit förmlich in den Fingerspitzen. Wie die mit ihrer Mutter umspringt, ist tatsächlich einmalig. Und diese tat noch großartig gekränkt, weil wir die Ungezogenheit ihres Goldkindes nicht belachten. Mir hat sie immer leid getan, weil sie mit so einer Tochter geplagt ist, doch nach dem heutigen Vorfall muß ich sagen, daß sie selbst viel Schuld daran hat.«

      »Was du da sahst, war nichts weiter als Notwehr, Herma«, seufzte Frau Hadebrandt. »Mechthild wollte nicht zeigen, daß sie sich ihrer Tochter

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