Irmelie, die Kräuterhexe vom Wildsee. Stephane Rambicourt

Чтение книги онлайн.

Читать онлайн книгу Irmelie, die Kräuterhexe vom Wildsee - Stephane Rambicourt страница 3

Автор:
Серия:
Издательство:
Irmelie, die Kräuterhexe vom Wildsee - Stephane Rambicourt

Скачать книгу

wieder wie ein Teenager über den Parkplatz des Supermarktes und machte sich auf den Weg zu ihrem neuen Zuhause. Während sie ging lachte sie: „Sollen die doch ihren Willen haben. Ab sofort bin ich die Moorhexe Irmelie vom Hochmoor.“ Sie hatte unbändigen Spaß an dem Gedanken Hexe oder Kräuterfrau zu spielen.

      Nach der Hälfte des Weges beruhigte sie sich wieder, aber der Gedanke Hexe zu sein, hatte sich in ihrem Kopf verfestigt. Sie nahm wieder ihren lautlosen Gang auf und wanderte zielstrebig ihrem Ziel, der einsamen Waldhütte zu.

      Sie war bereits im Bereich des Bannwaldes als sie aus dem Waldesinneren ein entferntes Quicken hörte. „Da ist wohl eine Wildschweinfamilie unterwegs“, dachte sie und ging ihres Weges, allerdings ging sie sehr vorsichtig weiter, weil Wildscheine doch recht gefährlich werden können, wenn Frischlinge dabei sind. Das Quieken wurde immer leiser und Erika Lang erreichte ihre Hütte.

      Ihre Einkäufe räumte sie gleich ein, nahm sich ein Buch und legte sich in ihre Hängematte. Sie las und träumte vor sich hin, als sie wieder anfing zu lachen. „Ja, ich bin ab heute die Kräuterhexe Irmelie vom Hochmoor. Jetzt brauche ich nur noch einen Raben und einen Besen, dann könnte ich die ganze Gesellschaft hier auf der Grünhütte mal so richtig aufmischen“, flüsterte sie heiter vor sich hin. „Morgen werde ich mal nach den Heidelbeeren sehen, anfangen zu sammeln und Kräuter zu kartieren“, dachte sie jetzt wieder ernst werdend.

      Am nächsten Morgen machte sie sich bereits um 4 Uhr mit ihrem Reisigkorb und ihrer topografischen Karte auf den Weg. Sie hatte noch keinen Plan, was sie wo finden würde, aber das würde sich in der nächsten Zeit sicherlich schnell ändern.

      Lautlos bewegte sich Irmelie jetzt durch den Wald. Nicht einmal 100 m von ihrer Hütte entfernt, fand sie Unmengen von Heidelbeeren mit Früchten, so groß wie sie sie vorher noch nie welche gesehen hatte. Sofort begann sie ihren Korb zu füllen. Bereits nach einer halben Stunde hatte sie ihren Korb voll und brachte ihre Ausbeute in die Hütte. Sie wusste, dass die gesammelten Heidelbeeren durch den Morgentau die meiste Kraft entwickelten und freute sich schon darauf sie zu kosten.

      Anschließend zog sie wieder los um sich in Ruhe in ihrer Umgebung umzusehen und Pflanzen zu kartieren. Sie streifte durch den dicht bewachsenen Bannwald und hatte eine Menge Pflanzen, die als Heilpflanzen bekannt sind zu notieren.

      Was sie fand, überraschte sie selbst sehr. Sie hatte zwar erwartet Tannen, Wollgras, Ginster usw. zu finden, aber sie fand Pflanzen, Heilpflanzen, die sie nicht zu finden gehofft hatte. Heidekraut, Torfmoose, Faulbaum, Rauschbeere, Nachtkerzen und vieles mehr. Auch einen Eibenbaum fand sie, der eigentlich nicht in diesen Wald gehörte. Der Baum war ihrer Meinung nach bereits 40 bis 50 Jahre alt. Sie wusste, dass die Samen und das Gehölz des Eibenbaumes sehr, sehr giftig sind. Giftiger sogar als der bekannte Fingerhut, Digitalis, aber bei genauer Dosierung können die Nadeln ein sehr wirksames homöopathisches Heilmittel sein. Den Standort des Baumes markierte sie sehr auffällig, einen Grund weshalb sie das tat wusste sie selbst nicht.

      Am Abend, als sie wieder in ihre Hütte zurückgekehrt war, machte sie sich etwas zu essen und beschloss anschließend auch noch in das Hochmoor zu gehen.

      „Heute Nacht soll Vollmond sein und das Moor wird seine ganze Pracht entfalten“, dachte sich Irmelie.

      „Vielleicht zeigen sich auch die Geister, von denen Herr Eisel damals erzählt hat“, murmelte sie lächelnd vor sich hin.

      Gegen 22 Uhr machte sie sich auf den Weg. Sie liebte die totale Stille, das Rascheln der Tiere in ihrer Nähe und den leichten Wind, der ihre ergrauten Haare wehen ließ. Vorsichtig näherte sie sich dem Bohlenweg, der das Hochmoor für die Touristen erschließt, zog ihre Schuhe aus und betrat barfuss den Weg. Lautlos schlich sie über die Holzbohlen und erreichte den Wildsee. Sie wollte unbedingt jetzt an dieser Stelle die Atmosphäre und die Stimmung des Hochmoores in sich aufnehmen. Der Vollmond schien in seiner vollsten Pracht und setzte die unwirkliche skurrile Landschaft in ein wundervolles Licht.

      Vom Wildsee her stiegen kleine Nebelwolken auf. Irmelie malte sich in ihrer Phantasie aus, dass jeder kleine Nebelfetzen ein Fabelwesen sei und leicht über dem glatten Wasser des Sees umher tanzt. Sie war fasziniert von dem Nebel und Lichtspiel des Mondes über dem Wildsee.

      In ihren Gedanken versunken, das Licht- und Nebelspiel in sich aufnehmend, meinte sie plötzlich eine leise Stimme zu hören.

      Sie sah auf und blickte um sich, sah aber niemanden, als sie die Stimmte wieder hörte, jetzt aber lauter und klarer.

      „Hallo Irmelie, schön dass du mich heute hier besuchst“, hörte sie die Stimme sagen.

      Irritiert blickte sie sich wieder suchend um, sah aber niemanden.

      „Komm doch näher meine Liebe“, hörte sie die Stimme sagen. „Gerne, aber wohin soll ich kommen?“ fragte sie verunsichert.

      „Ich bin hier, mitten auf dem See“, erklärte ihr die Stimme.

      Irmelie erhob sich, ließ sich langsam in das Hochmoor gleiten und ging vorsichtig an den Rand des Wildsees. Jetzt sah sie über dem See eine kleine Nebelbank, die immer transparenter wurde und plötzlich ein kleines Männlein freigab. „Wer bist du?“ fragte Irmelie irritiert. Ihr akademisch, wissenschaftlich geprägter Intellekt wollte und konnte die Erscheinung über dem Wasser nicht akzeptieren.

      „Ich bin Hubertus, der Geist des Wildsees. Es ist schön nicht mehr immer nur alleine zu sein. Hast du dich in deiner Hütte schon gut eingelebt?“ fragte nun Hubertus.

      „Ja danke, aber woher weißt du, dass ich hier in einer Hütte wohne?“ antwortete Irmelie.

      „Ach ich weiß alles, was hier im Moor und im Wald um mich herum passiert. Die frühere Kräuterfrau, ihr Namen fällt mir gerade nicht ein, hat mich oft besucht. Das ist jetzt aber schon so lange her, dass sie nicht mehr lebt“, erklärte ihr Hubertus.

      „Ich habe gehört, du sammelst auch Kräuter und Pilze. Wirst du auch, wie deine Vorgängerin, als Heilerin tätig werden?“ fuhr Hubertus fort.

      „Ich weiß noch nicht so genau was ich vorhabe, heute hab ich erstmal Heidelbeeren gesammelt“, erwiderte Irmelie, „bist du immer hier auf dem See? Und wie kommt das, dass du hier bist und über dem See schwebst. Ich habe so viele Fragen an dich. Willst du die mir beantworten?“

      „Gerne, aber alles der Reihe nach. Wir haben ja noch soviel Zeit. In deinen Augen sehe ich, dass du noch nicht glaubst was du siehst. Stimmt doch?“ wollte nun Hubertus von ihr wissen.

      „Ich bin Wissenschaftlerin und da muss alles erklärbar sein“, meinte Irmelie.

      „Wissenschaftlerin? Was ist das? Gab es das auch schon vor 800 Jahren, als ich noch lebte?“ fragte Hubertus.

      Irmelie überlegte und antwortete: „Ja, das gab es damals auch schon, das waren die Bader, Quacksalber, Apotheker und Kräuterfrauen.“

      „Ach ja, dann ist ja gut. Aber jetzt bin ich müde und möchte mich zurückziehen. Dir würde ich auch empfehlen in deine Hütte zu gehen und zu schlafen“, erklärte Hubertus.

      „Ich hab aber noch so viele Fragen“, rief Irmelie.

      „Ein anderes Mal, ich bin immer um diese Zeit hier anzutreffen und dann können wir uns unterhalten“, antwortete Hubertus, während er immer mehr in einer Nebelwolke verschwand und diese sich dann langsam auflöste.

      Irmelie blieb noch eine Weile am Rand des Wildsees stehen und schaute ungläubig auf die Mitte des Sees.

      „War

Скачать книгу