Hexenherz. Goldener Tod. Monika Loerchner

Чтение книги онлайн.

Читать онлайн книгу Hexenherz. Goldener Tod - Monika Loerchner страница 11

Hexenherz. Goldener Tod - Monika Loerchner Hexenherz

Скачать книгу

Interesse an dem Heißgetränk bekundet, eine willkommene Abwechslung zu der kalten Rohkost, mit der wir Vorlieb nehmen müssen, und Koljas schwacher Protest wurde einfach ignoriert.

      Wäre ich nicht so mit meinem Jungen beschäftigt gewesen, ich hätte mich wohl zu Tode gelangweilt. Kolja war noch nie ernsthaft krank, seit er bei mir ist. Mit Verblüffung stelle ich fest, wie zeitaufwendig, nervenaufreibend und kräftezehrend so eine Krankenbetreuung ist. Doch woher hätte ich das auch wissen sollen? Sowas ist Zuhause gemeinhin Männersache und auch in den Krankenhäusern sind es meist Männer, die sich neben den Ärztinnen um Kranke und Verwundete kümmern. Ich möchte aber gar nicht, dass sich wer anders um meinen Sohn kümmert. Ich bin seine Mutter, schlimm genug, dass ich mich bei seinem Befinden so fatal verschätzt habe. Bei der Göttin, ich werde es wieder gut machen!

      Kolja kommt langsam wieder zu Kräften. Désirée berät sich mit einigen anderen Rebellinnen, die wie ich Erfahrung damit haben, fremde Magie aus einem Speicherstein zu ziehen. Widerwillig erlaube ich einigen, Kolja ebenfalls zu untersuchen. Wir sind uns einig, was die Magievergiftung anbelangt; was wir nicht wissen ist, wie es dazu kam.

      Kapitel 6

      »Wir alle haben schon unsere Erfahrung damit gemacht, eine Magieart zu erwischen, die unserer natürlichen Magie zuwider läuft«, fasst es Simone eines Abends zusammen.

      Kelly, eine ältere Rebellin, nickt. »Mir war noch nie so dermaßen schlecht!«

      Auch ich habe schon Bekanntschaft mit dieser Art der Unverträglichkeit gemacht. Es war Amphibienmagie, die dermaßen heftig auf meine damalige Eismagie reagiert hatte, dass ich sogar in Ohnmacht gefallen war. Doch so krank wie Kolja war nie eine geworden.

      »Vielleicht ist der männliche Körper einfach zu schwach für Magie?«, mutmaßt Jana.

      »Blödsinn«, mischt sich Désirée ein. »Kolja hat damals in Annaburg mehrere Wochen Magie benutzt und nichts ist passiert!«

      Mehrere Wochen – da muss ich nachhaken! »Wie lange war das genau?«, überlege ich laut. »Er ist von Smaleberg aus zu euch und zwei Wochen später zum Ausbildungszug, richtig?«

      Die blonde Rebellin nickt. »Leonie und Kolja brauchten zwei Tage, um ihn zu treffen. Der Zug selbst brauchte dann fünf Tage bis Annaburg.«

      »Mojserce«, rufe ich nach hinten, »Wie lange bist du in Annaburg gewesen?«

      Kurze Stille.

      »Drei Wochen und zwei Tage.« Er lacht auf. »Wie seltsam – es kam mir viel länger vor!«

      »Hm.« Ich rechne: »Von da aus bist du zu deiner … in den Norden, richtig?«

      »Ja.« Koljas Stimme wird mit jedem Tag fester. »Zwei Tage.«

      »Und dann … « Wieder stocke ich und beschließe, eine Etappe seiner Reise ungenannt zu lassen. »Zurück nach Smaleberg. Das waren wie viele Tage?«

      »Zwei.«

      »Das macht insgesamt genau sieben Wochen. Hm.«

      »Was denkst du, Mama?«

      Ich kann es noch nicht ganz benennen. »Hast du auf dem Rückweg irgendwelche Magie angewandt?«

      »Ja«, antwortet er. »Im Bibertal. Du weißt schon, um –«

      »Ja«, schneide ich ihm das Wort ab. Falls sich eine darüber wundert, lässt sie es sich nicht anmerken. Gut so, der Schmerz meines Sohnes geht schließlich keine etwas an!

      »Und außer dem einen Mal?«

      Wieder überlegt Kolja eine Weile.

      »Zuletzt so richtig Magie angewandt hatte ich in Annaburg, als ich auf meinem Zimmer einige Experimente gemacht habe. Danach habe ich nur noch ganz wenig Magie benutzt. Ich war zum größten Teil damit beschäftigt, Robert bei seinen Sachen zu helfen. Acht Tage später habe ich mich auf den Weg nach … Norden gemacht. Da habe ich auch Magie angewandt, ich musste mein Pferd ja irgendwie auf die Sandstraße bekommen und abends wieder hinunter. Und noch für ein paar Kleinigkeiten, ihr wisst schon.« Verlegen zuckt er mit den Schultern. Und ja, wir verstehen schon. Eine gewöhnt sich sehr schnell daran, Magie zu haben. »In Ha… im Norden dann einmal mehr«, fährt Kolja fort, »und sicherlich ein paar Mal zwischendurch. Ach Mama, ich weiß es wirklich nicht mehr so genau!«

      »Auf jeden Fall über sieben Wochen am Stück. Verdammt!«

      »Was ist denn los?« Marzena schaut mich fragend an.

      »Nun, ich hatte ehrlich gesagt so eine Idee gehabt. Die sich aber nicht bestätigt hat. Schade.«

      »Und was war das für eine Idee?«

      »Nun, es dürfte doch wohl kaum ein Zufall sein, dass sich unsere Magie alle drei Wochen erneuern muss, richtig?«

      »Woran denkst du?«

      »Was, wenn die Göttin uns diese eine Woche Pause im Monat auferlegt hat, damit sich unser Körper davon erholen kann?«

      »Ich weiß nicht.« Marzena rümpft die Nase. »Also ich hatte nie das Gefühl, eine Pause zu benötigen, im Gegenteil: Ich empfinde es als extrem nervtötend, so schwach zu sein.« Sie streichelt ihren Bauch. »Vor allem jetzt. Ehrlich, meine Magie fehlt mir!«

      Die anderen Frauen haben während ihrer Ausführungen genickt. Ich stimme meiner Freundin ebenfalls zu: In all meinen Jahren unter Magie hatte ich nie das Gefühl, dass sie mir eine Last wäre. Was aber, wenn doch?

      »Nun, Kolja hat so lange Magie angewandt, und zwar über sieben Wochen, ohne irgendwelche Nebenwirkungen gespürt zu haben«, ich zucke mit den Schultern, »dass es anscheinend sowieso eine Schnapsidee war.«

      »Sag das nicht, Mama!«

      »Wieso?« Wir drehen uns zu Kolja um. Der ist aufgestanden, ignoriert meinen besorgten Blick und kommt zu uns herüber, seine Decke fest um die schmalen Schultern geschlungen. Er lässt sich mit einem Seufzer neben mir nieder. Er sieht immer noch krank aus, aber seine Augen funkeln.

      »Ich glaube, du könntest recht haben!«

      »Ach ja?«

      »Ja! Sieh mal, Mama: Ich hatte doch zwischendurch gar keine Magie!« Er erklärt Marzena und den anderen: »Meine Magiereserven waren, als ich in Annaburg ankam, fast aufgebraucht. Wegen der Lügen, die Leonie erzählt hat, war ich dann erstmal ohne Magie, weil kein Nachschub mehr für mich ankam. Erst als Désirée ihre Zwillingsschwester Sabrina geschickt hat, konnte ich wieder an aufgefüllte Speichersteine kommen!« Er tippt sich mit dem Finger gegen die Wange. »Also habe ich … einen Augenblick … Ich hatte an meinem dritten Tag im Refugium, also auch an meinem vierten Tag in Annaburg, meinen Finger geheilt.« Er wirft mir einen um Verzeihung heischenden Blick zu. Ich weiß, wie es zu der Verletzung gekommen ist und wüsste nicht, was es zu verzeihen gäbe. »Danach hatte ich nur noch Magie für den Notfall, die habe ich aber nicht angewandt. Am nächsten Tag kam Sabrina und drei Tage später brachte sie mir neue Steine. Erst dann habe ich wieder Magie benutzt. Ich war eine Woche unter Magie im Refugium. Am nächsten Tag dann der Ritt in den Norden, ins Almetal und zurück nach Smaleberg, macht zusätzlich vier Tage.«

Скачать книгу