BAT Boy. C. A. Raaven

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BAT Boy - C. A. Raaven

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quietschsüß – viel süßer als der Geruch es hatte vermuten lassen. Während Lucas auch ein Mandelaroma erkennen konnte, sackte eine angenehme Wärme durch Lucas‘ Körper bis zu seinen Füßen.

      Dann begannen die Dinge, schief zu laufen.

      Lucas lauschte gerade seinem Vater, wie dieser davon erzählte, dass sie sich mit Diana und Tom – Ines‘ Eltern – so gut verstanden, wie mit kaum jemand anderem. Da hörte er auch in seinem Kopf wieder eine leise Stimme flüstern. Er konnte aber nicht verstehen, was sie sagte. Erst als sein Vater bei der Erkenntnis angekommen war, dass sie zuhause fast Nachbarn seien, wurde die Stimme deutlicher.

       Nein! Nein, tu das nicht!

      Inzwischen hatte sich die Wärme in seinem ganzen Unterleib ausgebreitet und er hatte den Eindruck, langsam mit hinuntergezogen zu werden. Er kam sich mit einem Mal vor wie in einem dieser Filme, wo der Hauptdarsteller versucht, ein schreckliches Ereignis zu verhindern. Aber er selbst hat das Gefühl, sich nur in Zeitlupentempo bewegen zu können und kann daher nur ohnmächtig zusehen, wie das Unheil seinen Lauf nimmt. Verzweifelt kämpfte Lucas gegen die sich immer weiter in seinem Körper ausbreitende lähmende Wärme an. Er versuchte, seinen Vater irgendwie dazu zu bringen, das Thema zu wechseln, ohne selbst überhaupt richtig zu wissen, was dieser denn so schlimmes sagen könnte. Aber bevor Lucas den Mund aufmachen konnte, um etwas – irgendetwas – zu sagen, da war es auch schon zu spät. Mit einer plötzlichen erstaunlichen Klarheit konnte er Paul von Lucas‘ Geburtstagsgeschenk und dem, was ihm dazu scherzhaft eingefallen war, berichten hören. Im gleichen Moment hörte er ein Poltern und drehte sich erschrocken zu der Geräuschquelle um.

      Es war Ines. Sie war offensichtlich abrupt aufgestanden und hatte dabei ihren Stuhl umgestoßen.

      Als sein Blick ihre aufgerissenen Augen traf, verengten sich diese zu Schlitzen.

      Sie zischte ihm zu: »War’s das?! Los sag schon! Ist. Es. Das. Gewesen?«

      Lucas‘ Herz rutschte ihm buchstäblich in die Hose. Er hatte auf einmal das Gefühl, sämtliche Kraft würde durch ein defektes Ventil an seinem Rücken entweichen und ihn als kleines Häufchen Elend zurücklassen. Sie hatte es nicht vergessen. Im Gegenteil, sie schien es ebenso wie er geradezu bildlich vor sich zu sehen und sie wirkte fuchsteufelswütend. Aber sie kannte nicht die ganze Wahrheit. Sie musste ja denken, dass er es gewesen war, der sie beobachtet hatte.

      »He, was is nu?!«, riss Lucas aus seinen Gedanken. Er wurde sich schlagartig bewusst, dass ihn alle anstarrten. Nicht nur die an ihrem Tisch Sitzenden, sondern alle in der gesamten Bar sahen wegen des Aufruhrs, der soeben stattgefunden hatte, zu ihm herüber.

      »Nein«, antwortete Lucas mutlos.

      »Was nein? War es nicht dein Fernrohr?«

      »Doch, aber...«

      »Warum sagst du dann ‘Nein’?«

      »Ich ... du ... du verstehst das nicht richtig ...«

      »Oh, doch! Ich habe verstanden und ich hoffe, auch du verstehst, dass ich daraus meine Konsequenzen ziehe!«

      Ines drehte sich auf dem Absatz um und stampfte aus der Bar in die klare, sternfunkelnde Sommernacht. Nur langsam sickerte es in Lucas‘ Verstand, was da eben passiert war. Ebenso langsam realisierte er, dass ihn immer noch alle anstarrten. Paul sah mit schreckgeweiteten Augen zu ihm herüber und brachte kein Wort heraus.

      Betty berührte ihn sacht am Arm und sagte: »Komm, geh ihr nach.« Mit einem lächelnden Blick auf Lucas‘ entsetztes Gesicht fügte sie hinzu: »Ich denke, tief in ihr drin hofft sie, dass du es tust.«

      Als Lucas sich gerade daran machte, aufzustehen und Ines zu folgen, hörte er allerdings noch jemand anderen etwas sagen, das ihn davon abhielt.

      Es war Tom – Ines‘ Vater – der mit einer Stimme, die die Verwirrung in seinem Gesicht widerspiegelte, zu ihm sprach: »Ich glaube nicht, dass das jetzt so eine gute Idee wäre. Wenn ich das, was Paul eben erzählt hat, mit dem zusammenreime, was hier gerade abgelaufen ist, dann bist du wohl der Letzte, den Ines jetzt sehen möchte. Ich hab ihr zwar versprochen, darüber nichts zu erzählen, aber ich denke, zur Erklärung muss ich das jetzt doch tun.« Er räusperte sich. »Nur soviel: Einer der Gründe, warum wir bei euch in die Nachbarschaft gezogen sind, war der, dass wir aus unserer bisherigen Wohnung raus mussten. Ines ist dort immer wieder von einem Nachbarn beobachtet worden und so weiter. Wenn du nun auch ...«

      »Ich hab das aber doch gar nicht! Das war alles ganz anders«, brauste Lucas auf, aber Betty legte ihm die Hand auf den Arm und er beruhigte sich wieder.

      Tom schnitt eine Grimasse, die den Widerstreit, der sich gerade in seinem Kopf abspielen musste, erkennen ließ. Er sagte zu Lucas: »Ich glaube dir das sogar, aber im Moment kann ich mir nicht vorstellen, dass Ines das auch tun würde.«

      Diana erhob sich und wandte sich zum Gehen. »Entschuldigt ihr mich bitte? Ich will mal nach ihr sehen. Tom, du kannst ja dann später nachkommen.«

      »Ach weißt du, ich komme doch gleich mit. Wir haben ja morgen noch eine weite Strecke vor uns. Nichts für ungut Leute. Wir sehen uns dann morgen beim Frühstück«, sagte Tom und folgte seiner Frau.

      Nun waren sie also allein – soweit man das in einer überfüllten Bar so nennen konnte. Die anderen Barbesucher hatten jedoch zwischenzeitlich ihre unterbrochenen Gespräche wieder aufgenommen, sodass sie nun keiner mehr beobachtete. Lucas drehte sich zu seinen Eltern um, die beide aussahen, als wüssten sie mit dieser Situation nicht so recht umzugehen. Paul hielt immer noch sein Glas in der Hand und dreht es verkrampft hin und her.

      »Mensch Junge, das tut mir ...«

      »Ach Quatsch, gar nichts tut dir leid!«, polterte Lucas. »Ihr versteht gar nichts und es interessiert euch auch gar nicht. Es hat euch ja auch damals nicht interessiert, was an meinem Geburtstag passiert ist, sonst hättest du eben nicht so einen Müll erzählt!«

      Er sprang auf und rannte aus der Bar, ohne noch einen weiteren Blick auf seine Eltern zu werfen, die ihm mit offenen Mündern hinterher sahen. Das war sehr unfair gewesen. Im Grunde war Lucas seinen Eltern sogar immer dankbar gewesen, dass sie ihn nicht nach den Vorkommnissen seines Geburtstages gefragt hatten. Aber eine heiße Wut war in ihm aufgebrandet, und er hatte sie geradezu verletzen wollen. Lucas stürmte durch die Nacht, ohne auf seinen Weg zu achten. Schließlich stellte er fest, dass seine Schritte ihn zu einem kleinen Felsvorsprung an der Klippe geführt hatten. Sie war auf der landwärtigen Seite von einem dichten Gebüsch abgeschirmt, man hatte von dort aus allerdings einen schönen Blick übers Meer. Im Normalfall wäre er heute mit Ines hergekommen, um die letzten Stunden ihres gemeinsamen Urlaubs zu genießen, aber was war schon normal? Er ließ sich auf dem Felsen nieder. Dabei dachte er darüber nach, ob das, was er in den letzten Jahren immer wieder von Verwandten oder Freunden zu hören bekommen hatte, tatsächlich ein Fünkchen Wahrheit enthielt. Er hatte es bisher immer für abergläubischen Schwachsinn gehalten. Aber wie er nun so dasaß, fragte er sich, ob sie vielleicht doch anfingen, Recht zu haben.

      Ja, gut, er war am 13. Juni 1986 geboren worden. Ja und es war außerdem ein Freitag gewesen, doch musste das nun gleich bedeuten, dass er vom Pech verfolgt sein würde? Nein, sicher nicht, zumindest bisher nicht. Aber an seinem 13. Geburtstag hatte es angefangen ... Ja was eigentlich? Würde er von nun an vielleicht doch vom Pech verfolgt werden? Und wie lange würde das dauern? Ein Jahr? Für immer? Während er noch darüber grübelte, hörte er zwei Stimmen, die sich in einiger Entfernung an ihm vorbei bewegten. Es waren seine Eltern.

      »Was ist bloß in den

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