Perry Rhodan Neo 218: Abstieg in die Zeit. Rainer Schorm

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Perry Rhodan Neo 218: Abstieg in die Zeit - Rainer Schorm Perry Rhodan Neo

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Leuchtet schwächer und rötlicher als unsere Sonne. Etwa null Komma sieben Sonnenradien und etwa null Komma acht Sonnenmassen. Diesmal ist es wenigstens kein Sternenmonster – davon hatten wir in letzter Zeit genug.«

      »Ist Lashat auszumachen?«, wollte Deringhouse wissen. »Ich sehe im Ortungsergebnis nichts.«

      Pérez ließ sich einige Sekunden Zeit. »Jetzt müsste etwas auftauchen. Die Massetastung ist positiv. Lashats Masse ist mit der Erde vergleichbar – eine etwas geringere Dichte, das ist jedoch marginal.«

      »Ich bekomme die Massenangabe angezeigt«, sagte Deringhouse. »Aber warum sehe ich in der optischen Wiedergabe nichts?«

      Pérez' Stimme klang ungläubig. »Eine derart niedrige Albedo habe ich nie zuvor gemessen. Der Planet ist schwarz wie eine Teergrube. Unglaublich. Davon hat Merkosh nichts erwähnt.«

      Merkosh war aufgestanden und musterte die Bilder und Grafiken. Der Oproner war humanoid, hochgewachsen und beinahe dürr. Seiner Transparenz wegen nannte man ihn auch den »Gläsernen«. Er war sichtlich erstaunt. Zumindest das konnte Deringhouse in seinem von großen, grünen Augen geprägten Gesicht erkennen, obwohl die Mimik des Oproners meist schwer zu deuten war. »Das ist mir neu«, sagte Merkosh. »Eine allzu hohe Rückstrahlung hatte Lashat nie, aber sie war definitiv stärker als das hier.«

      »Haben Sie eine Vorstellung, was geschehen sein könnte?«, fragte Pérez. Seine Analyseholos umschwärmten ihn wie ein Hornissenschwarm. »Übrigens entspricht die Atmosphärenzusammensetzung exakt Ihren Angaben. Da gab es keine Veränderungen – zumindest keine, die von unserer Position aus messbar wäre.«

      Merkosh war am 17. November 2088 im Situationstransmitter von Olymp aufgetaucht und hatte sich als friedlicher Besucher vorgestellt. Nun befand sich die FANTASY im sogenannten Compariat – seiner Heimat – und stand kurz vor Lashat: der Welt, auf der alles zusammenlief.

      Gucky runzelte die Nase. »Ich mag diesen Planeten nicht.«

      »Hast du etwas aufgefangen?«, wollte Montoya wissen. Der Mausbiber war mit seinen Paragaben jemand, auf dessen Einschätzung sie Wert legte.

      »Nein«, antwortete der Ilt. »Ich empfange telepathisch nichts. Aber daran liegt es nicht. Es ist nur ein Gefühl. Vertrau meiner Intuition. Du wirst Lashat ebenfalls nicht mögen. Da wette ich.«

      Pérez mischte sich ein. »Abwehreinrichtungen scheint es keine zu geben. Das deckt sich mit Merkoshs Angaben. Das System wird nicht komplett überwacht. Die drei äußeren Planeten sind nicht ausgebaut – ihre Monde sind einfach nur Monde.«

      Deringhouse kratzte sich nachdenklich die Bartstoppeln. »Fangen wir Nachrichten auf?«

      Pérez blendete einige Frequenzbänder ein. »Das kann man wohl sagen. Wir bekommen einen ganzen Schwall ziemlich eindrücklicher Warnungen herein. Die lassen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Man malt die Gefahr einer Infektion in den leuchtendsten Farben aus. Wer das hört oder liest, müsste wahrhaftig stumpfsinnig sein, wenn er weiter in das System hineinfliegt. Eins ist völlig klar: Dies ist ein Seuchensystem. Wir haben keine Abwehrstationen in den äußeren Bereichen gefunden, aber eine ganze Sphäre von Warnbojen. Sie hüllen das Notemesystem komplett ein.«

      »Ich hatte mit so etwas gerechnet«, sagte Deringhouse. »Wir sind nicht stumpfsinnig, aber bei verrückt wäre ich nicht so sicher.«

      »Was meinen Sie?«, erkundigte sich Pérez.

      »Wer immer dieses System besucht, begibt sich in tödliche Gefahr. Davor warnt man die Leute, aber man überlässt ihnen die Reaktion. Wer dumm genug ist, weiterzufliegen, muss mit allem rechnen. Aber um das zu verhindern, betreibt man keinen Aufwand. Mal sehen, ob sich daran etwas ändert, wenn wir uns dem Planeten selbst nähern.«

      Kosum hob die Hand. Er trug unverändert die SERT-Haube. Das bedeutete, dass er mental Zugriff auf alle Sensoren des Raumschiffs hatte. »Ich fürchte, ich muss Wasser in den Wein schütten. Sehen Sie sich das einmal an.«

      Lashat und der sonnennächste Planet erschienen in einer schematischen Darstellung des Notemesystems.

      »Ich zoome Lashat etwas heran«, sagte Kosum.

      Der Planet wurde größer. Deringhouse stöhnte.

      »Sind das ...?«, fragte Montoya leise.

      »Leider ja«, sagte Kosum. »Das ist ein ganzes Geschwader von Shafakkschiffen. Eines davon gehört zu den größten Xaphaken, die wir je gesehen haben. Die Vaapula, der Zentralkörper, erreicht wohl einen Kilometer Durchmesser. Die Vaapen, die angekoppelten Funktionswaben, geben dann noch einmal rundum jeweils einen guten halben Kilometer Durchmesser zu. Das Ding ist gewaltig. Auffällig ist die relativ hohe Entfernung zu Lashat. Könnte das ein Sicherheitsabstand sein?«

      Merkosh strich sich über den Kopf. Im Innern des transparenten Schädels war sein Gehirn zu sehen. »Ich erinnere mich nicht daran, dass es zu meiner Zeit auf Lashat eine derart starke Präsenz der Shafakk gab. Es patrouillierten nur ein paar Wachschiffe, die recht häufig ausgetauscht werden mussten. Für Shafakk ist Wachdienst ohne Angriffe sehr unbefriedigend. Es muss seither einiges geschehen sein. Das beweist allein schon die stark veränderte Albedo. Der Planet schluckt Licht wie ein Stück Kohle. Die Veränderung wird also als gefährlich eingestuft.«

      »Schmälert das unsere Chancen für einen Kontakt mit Lashat?«, wollte Deringhouse wissen.

      »Die Truppenstärke wird nicht von Lashat aus geregelt, Kommandant Deringhouse«, antwortete Merkosh. »Die wird von den Gaden organisiert. Lashat hat eine Sonderstellung inne, aber das ist an sich nichts Neues. In weiten Bereichen des Contagiats – das ist eine Art Seuchengebiet – sind die Zustände nicht viel besser. Nein, ich muss mich korrigieren: Das betrifft die Zustände, die zu meiner Zeit dort herrschten. Ich habe keine Informationen über die aktuelle Lage im Contagiat. Ich weiß somit nicht, was meine Äußerungen für ein Gewicht haben können. Zumindest auf Lashat hat sich etwas entwickelt.«

      »Entwicklung?«, beschwerte sich Gucky. »Schaut euch diesen schwarzen Klumpen an!«

      »Evolution bedeutet nicht automatisch eine Verbesserung«, belehrte ihn Merkosh sanft. »Das ist ein häufiges Missverständnis.«

      »Du meinst, es könnte sich auf Lashat alles zum Schlechteren entwickelt haben?«, fragte Gucky mürrisch. »Da kann ich gut drauf verzichten. Und auf das schwarze Pack genauso.« Die Shafakk, die von der Besatzung der FANTASY auch schwarze Mausbiber genannt wurden, verkörperten alles, was Gucky verabscheute. Auf diese Verwandtschaft war er nicht stolz.

      »Ich fürchte, ich habe weitere schlechte Nachrichten«, meldete Pérez.

      »Nur zu«, sagte Deringhouse. »Bei dieser Dichte an Wachschiffen können wir eine unbemerkte Annäherung ohnehin vergessen. Wir werden Lashat offiziell erreichen oder gar nicht.«

      »Ein Raumfahrzeug hat sich in Bewegung gesetzt«, berichtete Pérez. »Mit Kurs auf uns. Die wollen uns abfangen.«

      »Woher kommt das Schiff?«, fragte Gabrielle Montoya.

      »Nicht von Lashat selbst«, antwortete Alberto Pérez. »Startpunkt ist die große Xaphake. Das ist ein Wabenschiff der Shafakk. Genau das, was uns am wenigsten nützt.«

      »Was soll ich tun?«, fragte Mentro Kosum. »Ich habe bislang eine Geschwindigkeit beibehalten, die uns mühelos wieder an die Sprunggrenze bringen kann.«

      »Tun

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