I Ging. Andrea Seidl
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vielleicht sogar leidenschaftlicheres Leben zu führen.
(W.B. Yeats)
Ich war zornig auf meinen Freund;
Ich sagte es ihm, da wich der Zorn.
Ich war zornig auf meinen Feind;
Ich sagte es ihm nicht,
da wuchs der Zorn.
(William Blake)
Die Hexagramme
Das Schöpferische
Absicht
Schlüsselbegriffe
Männlich-väterliches Urprinzip / kosmische Ordnung / Zeit / Geist / Licht / universale Lebenskraft / Macht / Power / selbstsicher / Initiative / aktiv / zupacken / Führung / Dynamik / Schaffenskraft / kreativ / Inspiration / Idee / Zeugungsimpuls / Entscheidungskraft / Überzeugung / motiviert / vital / stark / überlegen / beharrlich / Vehemenz / Härte / Willkür / Anmaßung …
Dieses Zeichen offenbart, dass unser Vorhaben im Einklang mit der kosmischen Ordnung ist und von höchster Ebene unterstützt wird. Wenn wir von der schöpferischen Urenergie durchströmt werden, herrschen Klarheit und Entschlossenheit. Herausforderungen stehen an, die gemeistert werden wollen! Damit ist es Zeit zu handeln, zu entscheiden und etwas Neues zu beginnen. Da uns kreative Inspiration, Energie und Willenskraft zur Verfügung stehen, wird das Außerordentliche möglich. Die Chancen stehen gut, wenn wir nur beharrlich sind: Wir müssen unermüdlich und konsequent bei der Sache bleiben, ohne zu zweifeln oder aufzugeben.
Naturbild
Die Bewegung des Himmels ist kraftvoll.
So macht sich der Edle stark und unermüdlich.
Das obige Urbild führt uns die Großartigkeit des Universums vor Augen, das mit unendlicher schöpferischer Energie angefüllt ist. Diese erhabene Dimension des Himmels bleibt völlig unberührt von dem, was auf der Erde und in den Niederungen weltlicher Belange geschieht.
Davon sollten wir Menschen uns inspirieren lassen: Wenn wir unsere Motivation hoch halten wollen, dürfen wir uns nicht von kleinlichen Angelegenheiten ablenken lassen. Es gilt, alles, was uns schwächen und herunterziehen könnte, bewusst auszuklammern. Darin liegt die unmissverständliche Aufforderung, uns selbst zu ehren und zu würdigen, so dass wir aus unseren eigenen Ressourcen schöpfen können. Wenn wir ihre Energie nützen, um konzentriert am Ball bleiben, wird es uns gelingen, die Dinge in kraftvolle Bewegung zu versetzen.
„Connected“
Das Schöpferische wirkt erhabenes Gelingen, fördernd durch Beharrlichkeit.
Am Anfang jeder Schöpfung steht der kreative Impuls, der unaufhaltsame Erneuerungsprozesse in Gang setzt und die Richtung jeder Entwicklung bestimmt. Diese schöpferische Urenergie ist in ihrem Wesen unbegrenzt und unerschöpflich - eine unendliche Spirale der Entwicklung. Sie wirkt, indem sie alles Lebendige stetig verändert und umgestaltet. Auf diese Weise sorgt sie dafür, dass jedes Ding zu seiner Zeit den ihm bestimmten Platz findet, und bringt alle Dinge in Harmonie mit dem Ganzen.
Die geballte Energie dieses Hexagramms, das ausschließlich aus starken Linien besteht, verkörpert ein gewaltiges Willenspotenzial, das sich ganz und gar auf ein Ziel ausrichten kann. Doch wo immer soviel Kraft ist, kann sie auch missbraucht werden und sogar zerstörerisch entarten. Deshalb sind wir gewarnt, weise damit umzugehen: wir dürfen weder unsere eigenen Grenzen überschreiten, noch andere durch Arroganz oder Heftigkeit verletzen.
Für die aktuelle Lebensphase heißt das, dass uns eine Menge Inspiration, Mut und Kraft zur Verfügung steht, die uns einlädt, aktiv zu werden. Wir spüren in jeder Zelle den starken Antrieb, etwas Neues zu beginnen - und tatsächlich wird das, was wir jetzt in die Wege leiten, auch gedeihen. Voller Selbstvertrauen und Zuversicht schauen wir nach vorne. Wir lassen nicht zu, dass uns Zweifel oder Ängste schwächen. Obwohl wir fest auf dem Boden der irdischen Tatsachen stehen, bewegen wir uns doch im völligen Einklang mit den kosmischen Gesetzen und unserer höheren Bestimmung. Wenn wir in jedem Augenblick vollständig gegenwärtig und präsent sind, werden wir genau realisieren, wie wir die Welt sinnvoll und schöpferisch gestalten können. Dabei sollen wir unsere Kräfte gezielt einsetzen, um seelisch zu wachsen, unser Bewusstsein zu erweitern und an Zielen zu arbeiten, die nicht nur uns, sondern dem größeren Ganzen dienen. Jetzt geht es darum, uns mit Liebe, Weisheit und Gerechtigkeit zu engagieren und auf diese Weise auch die besten Seiten anderer Menschen zu wecken. Da wir bei all unserer Kraft niemals rücksichtslos werden, gewinnen wir mühelos die Anerkennung und Zustimmung unserer Mitmenschen. So wie wir jetzt auf die Dinge einwirken, bringen wir ein wenig mehr Frieden und Stabilität in die Welt.
Das kosmische Bewusstsein
Wir alle sind Teil des kosmischen Bewusstseins und beziehen von dorther unsere Lebenskraft. In diesem grenzenlosen Bewusstseinsmeer herrschen gewisse Gesetzmäßigkeiten, die dafür sorgen, dass die Harmonie gewahrt bleibt. Wesentliche Grundlage ist dabei die Kraft der Anziehung und Liebe, wohingegen Macht und Gewalt dort keinen Platz haben. Von dieser fundamentalen Ordnung weichen wir Menschen immer wieder ab und verlassen damit den Fluss des Tao. Solange es bei kleineren Dissonanzen bleibt, toleriert der Kosmos das im Allgemeinen, nicht aber wenn wir uns chronisch gegen die Gesetze des Universums (und damit gegen uns selbst) „versündigen“. Da wir selbst untrennbar zum Kosmos gehören, haben wir die Gabe, unmittelbar zu erkennen, was im Einklang mit dem Großen Tao ist. Jede unserer Körperzellen besitzt eine Art Gedächtnis für die universelle Harmonie, die uns auf einer tiefen Ebene an unsere verschüttete Einheit mit dem Göttlichen erinnert. Von daher stammt auch jenes unerklärliche Gefühl, das uns jenseits rationaler Argumente sagt, was wahr und stimmig ist.
Solange wir aus unserem authentischen Wesenskern heraus leben, sind wir eins mit dem göttlichen Willen und ein Kanal für seine schöpferischen Impulse. Unsere forcierten Anstrengungen, Machtimpulse und Willkürziele aber behindern den kosmischen Energiestrom. Der Kosmos kollaboriert nicht mit dem Ego! Denn das Ego steht an der Wurzel jeder Disharmonie, weil es sich vom Göttlichen abtrennt und mit ihm konkurriert. Solange wir Menschen meinen, dass wir im Universum eine Sonderstellung hätten, verlassen wir die kosmische Einheit und stören die Evolution des Ganzen. Der Kosmos ist eben nicht hierarchisch organisiert, sondern basiert auf den Prinzipien von Ebenbürtigkeit und Einheit. Der tiefste Sinn unseres Daseins besteht darin, dass wir unsere Einzigartigkeit leben, statt dem leeren Ideal der Besonderheit nachzujagen. Wir sind alle ein gleichwertiger Teil des Tao, wohl unverwechselbar und einzig, aber nichts Herausragendes oder