Doktor Dolittles schwimmende Insel. Hugh Lofting

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Doktor Dolittles schwimmende Insel - Hugh Lofting

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Seite der Stadt wohnt. Zwei Zöpfe hängen ihr den Rücken herab. Sie und ihr Bruder sind den Sommer über an die See gefahren‚ und der alte Hühnerhund hat große Sehnsucht‚ darum schreiben sie ihm Briefe‚ und da der alte Hund sie nicht versteht‚ bringt er sie hierher‚ und der Doktor übersetzt sie ihm in die Hundesprache. Der Hund ist so aufgeregt‚ sie werden wohl geschrieben haben‚ daß sie zurückkommen. Sieh nur‚ wie er sich aufführt. Die Ergebenheit‚ die er für die Kinder hat‚ geht mir über den Verstand. Du solltest einmal Minnie sehen: sie ist die eingebildetste kleine Göre‚ die ich kenne — und außerdem schielt sie.“

      12. Kapitel

      MEINE GROSSE IDEE

      Plötzlich blickte der Doktor auf und sah uns in der Tür stehen.

      „Ach, du bist es, Stubbins, komm herein, willst du etwas von mir? Komm herein und nimm dir einen Stuhl.“

      „Doktor“, sagte ich, „wenn ich erwachsen bin, möchte ich Naturforscher werden wie Sie.“

      „So, wirklich?“ murmelte der Doktor. „Nun ja, — aber, hast du schon mit deinen Eltern gesprochen?“

      „Nein, noch nicht“, sagte ich. „Ich habe gedacht, Sie könnten zu meinen Eltern gehen und ihnen sagen, ich dürfte bei Ihnen wohnen, aber ich müßte hart arbeiten, und Sie wären bereit, mir Lesen und Schreiben beizubringen. Meine Mutter möchte sehr gerne, daß ich lesen und schreiben lerne, und außerdem könnte ich sonst kein richtiger Naturforscher werden, nicht wahr?“

      „Oh, darüber weiß ich nicht so viel“, sagte der Doktor. „Natürlich ist es gut, wenn man lesen und schreiben kann, wie zum Beispiel dieser junge Bursche Charles Darwin. Aber der allergrößte Naturforscher kann weder seinen eigenen Namen noch das Abc lesen.“

      „Wer ist denn das?“ fragte ich.

      „Eine geheimnisvolle Persönlichkeit. Er heißt der Große Pfeil und ist der Sohn des Goldenen Pfeils — ein Indianer.“

      „Haben Sie ihn je gesehen?“ fragte ich.

      „Nein“, sagte der Doktor, „ich habe ihn noch nie gesehen, kein Weißer hat ihn je gesehen. Ich glaube, Herr Darwin weiß nicht einmal, daß er existiert. Er lebt fast nur mit Tieren und verschiedenen Indianerstämmen zusammen. Gewöhnlich hält er sich in den Bergen von Peru auf. Er zieht meistens von Stamm zu Stamm — als eine Art Indianer-Landstreicher.“

      „Woher wissen Sie so viel über ihn, wenn Sie ihn nie gesehen haben?“

      „Der purpurne Paradiesvogel hat mir von ihm erzählt: er sagt, er sei ein geradezu wunderbarer Naturforscher. Als der Vogel das letztemal hier war, gab ich ihm für den Großen Pfeil eine Botschaft mit. Ich erwarte ihn jeden Tag zurück, und kann kaum abwarten, was er mir für eine Antwort bringt. Wir haben schon fast die letzte Woche im August — ich hoffe, es ist ihm nichts auf der Reise geschehen. Das Hauptgebiet des Großen Pfeils ist Botanik — Pflanzen und ähnliches. Allerdings weiß er auch eine Menge über Vögel und Tiere, besonders über Bienen und Käfer. Aber nun sage mir noch, Stubbins: bist du dir auch ganz klar, daß du Naturforscher werden willst?“

      „Ja“, sagte ich, „ich bin fest dazu entschlossen.“

      „Du mußt wissen: zum Geldverdienen ist es kein guter Beruf. Die meisten großen Naturforscher verdienen überhaupt kein Geld — sie geben nur Geld dafür aus, Schmetterlingsnetze und Behälter für Vogeleier und so weiter zu kaufen. Erst jetzt, nachdem ich so viele Jahre Naturforscher bin, beginne ich, durch die Bücher, die ich schreibe, etwas Geld zu verdienen.“

      „Ich mache mir nichts aus Geld“, sagte ich, „ich will Naturforscher werden. Wollen Sie nicht so gut sein und am nächsten Donnerstag bei meinen Eltern Abendbrot essen? Ich habe es ihnen schon gesagt — dann können Sie mit ihnen darüber sprechen. Es handelt sich nämlich noch um etwas andres: wenn ich bei Ihnen wohne und gewissermaßen zu Ihrem Haus und Beruf gehöre, — darf ich Sie dann das nächste Mal auf einer Reise begleiten?“

      „Ach so“, sagte er lächelnd, „du willst auf meine Reisen mitkommen? Aha!“

      „Ich möchte auf alle Reisen mit. Es wäre viel leichter für Sie, wenn Sie jemand hätten, der Ihnen behilflich wäre, die Notizbücher und Schmetterlingsnetze zu tragen, nicht wahr?“

      Eine lange Zeit blieb der Doktor nachdenklich sitzen und trommelte mit den Fingern auf das Pult, während ich ungeduldig darauf wartete, was er wohl sagen würde. Endlich zuckte er mit den Schultern und stand auf.

      „Gut, Stubbins“, sagte er, „ich werde am nächsten Donnerstag mit deinen Eltern sprechen, und dann wollen wir weiter sehen. Empfiehl mich, bitte, deinen Eltern, und ich lasse ihnen für ihre Einladung danken.“

      Ich flog schnell wie der Wind nach Hause und erzählte meiner Mutter, daß der Doktor versprochen hätte, Donnerstag zu kommen.

      13. Kapitel

      EIN REISENDER TRIFFT EIN

      Am nächsten Nachmittag saß ich nach dem Tee auf des Doktors Gartenmauer und unterhielt mich mit Dab-Dab. Ich hatte jetzt so viel von Polynesia gelernt, daß ich mich mit den meisten Vögeln und Tieren ohne Schwierigkeiten unterhalten konnte. Ich fand, Dab-Dab war ein netter mütterlicher Vogel, obgleich nicht halb so klug und interessant wie Polynesia. Sie war schon viele Jahre Haushälterin beim Doktor. Plötzlich hörte ich von der Stadt her ein seltsames Geräusch. Es hörte sich an, als riefen eine Menge Leute Hurra. Ich stellte mich auf die Mauer, um zu entdecken, was sich heranbewegte. Bald erschien um eine Biegung der Straße eine große Menge Schulkinder, die einer zerlumpten seltsamen Frau folgten.

      „Was in aller Welt kann das nur sein?“ rief Dab-Dab. Alle Kinder lachten und schrien, und die Frau, der sie folgten, sah wirklich höchst seltsam aus. Sie hatte sehr lange Arme und besonders abfallende Schultern. Ein Strohhut mit Mohnblumen saß ihr schief auf dem Kopf, und ihr Rock war zu lang und fegte wie die Schleppe eines Ballkleides auf der Erde. Ihr Gesicht konnte ich nicht sehen, weil sie ihren Hut tief über die Augen gezogen hatte, — aber als sie näher kam und das Lachen der Kinder lauter wurde, bemerkte ich, daß ihre Hände und Arme braun und haarig waren wie bei einer Hexe.

      Plötzlich erschreckte mich Dab-Dab, indem sie neben mir mit lauter Stimme schrie: „Das ist ja Tschi-Tschi! Endlich ist Tschi-Tschi zurückgekommen! Ich werde die kleinen Frechdächse lehren, zu lachen!“

      Sie flog von der Mauer auf die Straße und grade auf die Kinder zu, quakte schrecklich und kniff sie in Füße und Beine. Die Kinder flohen, so schnell sie nur laufen konnten, zur Stadt zurück. Die seltsame Gestalt im Strohhut sah ihnen einen Augenblick nach und blickte dann müde zum Tor hinauf. Sie bemühte sich nicht, das Tor aufzuklinken, sondern kletterte über den Zaun, als bereitete er ihr kein Hindernis. Sie hielt sich dabei mit den Füßen an den Stäben fest, hatte also in Wirklichkeit vier Hände zum Klettern. Aber erst, als ich endlich einen Blick auf ihr Gesicht unter dem Hut werfen konnte, wußte ich sicher, daß es ein Affe war.

      Tschi-Tschi — denn er war es — sah mich mißtrauisch und stirnrunzelnd an, als glaubte er, ich würde ihn wie die andern Kinder auslachen. Er riß den Strohhut in zwei Stücke und warf ihn auf die Straße, dann zog er sein Mieder und seinen Rock aus, sprang wütend auf ihnen herum und stieß sie vor sich her durch den Garten.

      Plötzlich hörte ich ein Kreischen aus dem Hause, Polynesia kam herbeigeflogen, und der Doktor und Jip folgten ihr.

      „Tschi-Tschi,

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