Bonusland. Götz Nitsche

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Bonusland - Götz Nitsche

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einem Lächeln im Gesicht erinnere ich mich an diesen Tag, sehe mich selbst, wie ich, im Fluss treibend, darauf warte, dass mich das Boot wieder einholt, und wie ich trotz der blauen Flecken und schmerzenden Glieder vor Freude laut quieke. Es war eine glückliche Zeit damals, ich lebte im Hier und Jetzt, hatte keinen Grund, mir Sorgen über die Zukunft zu machen. Mit dem Erwachsenwerden geht das wohl ein Stück weit verloren, denke ich versonnen und blicke auf das Haus in der Ferne. Der Ernst des Lebens klopft an die Tür. Doch zum Glück bin ich vorher noch mal abgebogen, bin nun wieder hier und erlebe das alles von Neuem. Der Ernst des Lebens kann warten. Ich bin zurück im Hier und Jetzt.

      Hier und Jetzt, denke ich, und reiße mich aus meiner Nostalgie. Es ist bald so weit. Es sind erst vier Tage vergangen, und ich habe im Grunde alles beisammen bis auf ein paar Kleinigkeiten. Am Abend kommt John vorbei und wir überlegen, was zu meiner Ausrüstung noch fehlt. Eine Warnweste, fordert John. Neuseeländische Autofahrer sind seiner Meinung nach ziemlich durchgeknallt. Mich überzeugt letztlich das Argument, dass das Straßennetz des Landes ziemlich dünn ist und einspurige Straßen vom Radfahrer bis hin zum Milchtruck gemeinsam genutzt werden. Da ist es vielleicht nicht verkehrt, wenn mich der Fernfahrer bereits von Weitem erkennt. Auch wenn’s albern aussieht. Also fahre ich am nächsten Tag noch mal in die Mall, in der John arbeitet. Im Ein-Dollar-Shop finde ich die Warnweste und kaufe gleich noch ein paar Expander zum Fixieren meiner Ausrüstung. Im Fahrradgeschäft kaufe ich Flickzeug, einen Ersatzschlauch und zwei Trinkflaschen. In der Buchhandlung nebenan erstehe ich einen Straßenatlas. In einem Baumarkt kaufe ich eine Plane, um bei Regen wahlweise mich oder mein Fahrrad abzudecken.

      »Ich glaub’, ich hab’s!«, sage ich am Abend zu John, als er mich bei den Dunways besucht. »Ich glaub’, es kann losgehen!«

      »Ich hab noch was für dich«, sagt er und zieht einen Lenkeraufsatz aus dem Kofferraum. Es ist so ein Gestell, wie es Triathleten benutzen, um windschnittiger zu sein. Vielleicht ist das gar keine schlechte Idee. Jedenfalls besser als die Sache mit dem Göffel.

      »Das ist schon ein toller Plan, den du hast«, murmelt John, während wir den Lenkeraufsatz gemeinsam an meinem Fahrrad montieren. »Einfach mal so aufs Rad steigen, um die Welt zu erkunden. Vielleicht sollte ich das auch mal machen.«

      »Absolut«, nicke ich bekräftigend. »Das wird ein großartiger Trip.« Ich frage mich, warum er es nicht einfach tut. Immerhin bin ich um die halbe Welt geflogen, um sein Land zu bereisen, und er hat das Paradies vor seiner Haustür. Andererseits, fällt mir auf, bin ich selbst auch noch nie auf die Idee gekommen, Deutschland mit dem Fahrrad zu bereisen – und wer weiß, vielleicht kommen jedes Jahr viele Menschen zu uns, um genau das zu tun. Vielleicht macht uns der Alltag blind für die Möglichkeiten, die sich uns bieten. Vielleicht sind wir so in unserem Trott gefangen, dass es uns unmöglich erscheint, aus ihm auszubrechen. Je länger wir erst mal fest im Leben stehen, umso schwerer wird es wohl, neue Horizonte zu entdecken.

      Ich sehe John an und weiß, dass er es nicht tun wird. Nicht, weil er zu faul oder zu feige für so eine Tour wäre. Sondern weil er einen Job, eine Frau und ein Haus hat. All das habe ich nicht, und ich schätze mich glücklich darüber. All das wird auf mich zukommen, wenn ich nach Deutschland zurückkehre. Doch im Augenblick bin ich so froh wie noch nie, dass ich den Schritt gewagt habe und zu dieser Reise aufgebrochen bin.

      »So ganz allein würde ich das aber nicht machen«, sagt John. »Und meine Frau steht, glaube ich, nicht auf so was.«

      »Ich reise gern allein«, entgegne ich. »Allein ist man freier. Da kann ich spontan entscheiden, was ich mache. Wie weit fahre ich noch? Wann mache ich eine Pause? Das sind Fragen, die ich mir niemals stellen muss.«

      »Wohin fährst du zuerst?«, wechselt John das Thema.

      »Ich will zunächst eine Runde über die Coromandel-Halbinsel drehen. Die liegt nicht allzu weit im Norden von hier. Und da ich anschließend vorhabe, nach Süden weiterzufahren, hätte ich sogar die Möglichkeit, noch mal hier vorbeizuschauen, falls mir auffallen sollte, dass ich etwas vergessen habe.«

      »Ist hügelig da«, bemerkt John. »Aber sehr schön.«

      Ein letztes Mal schlendere ich durch den Garten, spiele mit den Kindern, mache ein paar Yogaübungen und schlafe in diesem herrlichen Kingsize-Bett, dass mir Evelyn und Dave überlassen haben. Ein letztes Mal spiele ich »Super Mario« auf dem Laptop. Mein Abenteuer kann losgehen. Ich rechne zwar noch immer nicht mit einer Prinzessin an seinem Ende, doch ich bin trotzdem gespannt, was mich erwartet. Ein letztes Mal streichle ich die Hunde, füttere die Schweine und backe einen Kuchen als Dankeschön.

      Dann bin ich bereit. Es ist der sechste Tag nach meiner Ankunft in Neuseeland. Sechs Tage hat es gedauert, um alles zu besorgen, was ich zum Leben brauche. Nun packe ich alles, was ich besitze, in zwei Satteltaschen und meinen Rucksack. Die Expander halten alles an Ort und Stelle. Der Helm passt. Die Warnweste ist viel zu groß. Die Radhose kneift im Schritt. Ich werde mich daran gewöhnen.

      Ich mache ein letztes Foto mit Evelyn, Dave und ihren Kindern vor dem Haus. Dann schwinge ich mich in den Sattel. Es kann losgehen.

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