Im Zentrum der Lust | Roman. Alissa Stone

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Im Zentrum der Lust | Roman - Alissa Stone BDSM-Romane

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mich damit nicht ärgern.

      Skeptisch blätterte ich durch die Gewänder und stieß auf Dessous mit Spitzenbesatz, die meisten davon in Schwarz und Rot. Daneben hingen Kleider in verschiedenen Längen und Farben, merkwürdige Kostüme aus Leder, Lack und sogar Metall und Jute. Alle waren doppelt, in zwei unterschiedlichen Größen. Eine war die Größe 36. Sie kannten meine Kleidergröße? Ich atmete tief durch, um das flaue Gefühl im Magen zu beruhigen.

      »Und was bedeuten die Nummern an den Bügeln?«, fragte ich, ohne dass es mich interessierte, es fiel mir nur auf. Denn ich fragte mich nur eines: Was wussten sie noch alles über mich?

      Mila deutete auf einen Lautsprecher, der zwischen Schrank und Stahltür in der Wand eingebaut war.

      »Du wirst über diese Sprechanlage informiert, welches der Kleidungsstücke du anzuziehen hast. Dabei geben sie dir die Nummer durch. Du solltest dir beim Anziehen nicht allzu viel Zeit lassen, denn meist dauert es nur wenige Minuten, bis der Gast dich erwartet.«

      Sie schloss die Schranktür und ging zu der Stelle des Raumes, an der sie zu Beginn gestanden hatte.

      »Sobald du hörst, dass jemand die Tür entriegelt, stellst du dich in die Mitte des Zimmers. Du öffnest deine Beine etwa schulterbreit und verschränkst die Arme auf dem Rücken. Unter keinen Umständen siehst du demjenigen, der den Raum betritt, ins Gesicht. Du siehst immer zu Boden«, sagte sie und stand genauso da, wie sie es mir gerade erklärt hatte. Mit geöffneten Beinen, verschränkten Armen und gesenktem Blick. Unterwürfig und bereit, benutzt zu werden.

      »Ich kann das alles nicht und ich will es auch nicht!«, stieß ich hervor. Würde ich mich so hinstellen, bedeutete es doch, dass ich mit all dem einverstanden wäre.

      Sie sah mich böse an. »Es interessiert hier keinen, ob du das willst oder nicht. Halte dich an das, was ich dir gesagt habe. Denn ich habe keinen Bock, wegen dir die Nacht im Korridor zu verbringen!«

      »Du wirst dafür bestraft, wenn ich ...?«

      Mila verdrehte die Augen. »Warum stellst du so viele Fragen?« Sie nahm einen tiefen Atemzug und stieß ihn mit einem genervten Seufzer wieder aus. »Sei einfach gehorsam und halte dich an diese Regeln, sonst riskierst du eine Strafe und ich auch.« Sie deutete mit dem Finger zuerst auf mich, dann auf sich selbst. Ihre Mimik war ernst, als sie zu ihrem Bett ging und die ohnehin schon ordentlich drapierte Decke noch einmal glatt strich. Ich konnte nicht nachvollziehen, warum sie so war.

      »Kannst du nicht verstehen, dass es mir nicht egal ist, was gegen meinen Willen mit mir passiert?«, fragte ich.

      »Ich finde es nur unsinnig, sich dagegen aufzulehnen«, sagte sie, ohne mich dabei anzusehen.

      »Du findest es unsinnig, dass ich mich nicht selbst aufgeben will?«

      »Ja, stimmt!« Ihr Blick traf mich scharf. »Ihr denkt ja immer, man sei schwach und dumm, ja sogar krank, wenn man sich unterwirft. Selbstbewusste Frauen, die mit beiden Beinen im Leben stehen, würden sich nie einem Mann ausliefern. Nicht wahr?«

      Okay, sie war vielleicht nicht krank, aber sie hatte eine total verdrehte Lebenseinstellung.

      »Ich sage nicht, dass du dumm bist oder krank. Aber ich weiß, dass ich nicht so bin wie du. Dafür hänge ich einfach zu sehr an meinem Leben und meiner Freiheit und ich ...«

      Noch bevor ich meinen Satz zu Ende gesprochen hatte, entspannten sich Milas Gesichtszüge. Beinahe mitleidsvoll sah sie mich an und schüttelte betont langsam den Kopf.

      »Sie haben dich nicht zufällig ausgewählt, Lydia.« Zum ersten Mal klang ihre Stimme weich.

      Gebannt hielt ich ihrem Blick stand. Es war, als hätte man mich in eiskaltes Wasser geworfen. Ihre Worte hatten all meine Gedanken und zurechtgelegten Wortfetzen mit einem Mal beiseitegeschwemmt.

      Ich spulte zurück zu dem Moment, als ich Jeff das erste Mal gesehen hatte. Wir hatten nur ein paar Worte gewechselt, belanglose Worte, wie ich dachte. Er kannte meinen Namen, er wusste, welche Kleidergröße ich trug, er wusste sogar, wie ich meinen Kaffee trank und wer weiß, was sonst noch alles.

      Aber was wusste Mila?

      »Wie meinst du das?«, fragte ich und hörte ein Klappern an der Tür.

      Sofort sprang Mila auf, stellte sich in Position und neigte ihr Gesicht zu Boden. Mit einer ruckartigen Kopfbewegung und forschem Blick forderte sie mich auf, es ihr gleich zu tun.

      Ich war wie gelähmt. Mein Herz pochte und jeder Muskel meines Körpers sträubte sich dagegen, mich so unterwürfig zu zeigen, wie sie es tat. Doch ich machte es.

      Ich wollte, dass sie mir erzählte, was sie wusste und dazu musste ich mich wohl oder übel mit ihr gutstellen. Denn wenn sie wegen mir bestraft werden würde, konnte ich mir keine Antworten von ihr erhoffen. Ich musste ein Band zwischen Mila und mir knüpfen. Ein Band, das irgendwann so stark sein würde, dass ich darauf in die Freiheit balancieren konnte.

       Kapitel 5

      Es machte mich wahnsinnig nicht zu wissen, wer vor uns stand. Ich war kurz davor, den Kopf zu heben, nur um zu erfahren, wer es war. War es Jeff? Theo? Oder einer der Gäste, von denen Mila gesprochen hatte?

      Ich hörte Schritte und wenig später traten schwarze Ranger Schuhe in mein Blickfeld. Mehr als diese klobigen Schuhe und das Paar schwarze Hosenbeine aus glattem Leder konnte ich nicht erspähen.

      Jemand packte meine Schultern, drehte mich um und löste meine verschränkten Arme. Mit einem klickenden Geräusch wurden die Ringe der Manschetten ineinandergehakt. Wieder drehte mich jemand um die eigene Achse, legte seine warme, raue Hand auf meine Schulter und schob mich Richtung Zellentür.

      Ich lauschte einer männlichen Stimme mit französischem Akzent. »Sie ist folgsam. Das gefällt mir.«

      »Wie gesagt, ich garantiere für nichts«, sagte Theo, woraufhin der Franzose kurz auflachte.

      Als ich den deutlich kühleren Boden des Flurs betrat, fiel die Tür wieder ins Schloss. Ein innerer Druck breitete sich in meiner Magengegend aus. Das Blut rauschte durch meine Adern und unter der Haut kribbelte es, so nervös war ich. Der Franzose ging links von mir, seine Hand lag noch immer auf meiner Schulter. Theo ging zu meiner Rechten.

      Mila hatte nicht gesagt, wie lange ich den Blick nach unten zu richten hatte, also hob ich ihn und sah einen Mann am Ende des Ganges stehen. Er hatte eine stattliche Figur, trug eine schwarze Anzughose und ein anthrazitfarbenes Hemd. Er sah mich an.

      Je mehr wir uns ihm näherten, desto deutlicher erkannte ich sein Gesicht. Er war etwa in meinem Alter, vielleicht ein paar Jahre älter. Seine Haltung war aufrecht, er war einen Kopf größer als ich und sein Gesicht war ebenmäßig, sehr harmonisch. Die Augen unter den dichten Brauen strahlten Ruhe und Selbstsicherheit aus. Und dieser Blick ... ich konnte gar nicht mehr wegsehen. Dazu die dunklen Haare, verwegen zurecht gezupft. Eine Mischung aus Impertinenz und Sex-Appeal.

      »Oh, Alex«, sagte Theo und rieb sich mit der Hand über Mund und Kinn. »Gehen Sie doch schon mal nach oben ins Büro. Ich komme in ein paar Minuten nach.« Es war Theo offenbar nicht recht, dass er hier wartete.

      Alex hingegen schien Theo gar nicht zu beachten. Sein Blick verfolgte mich. Für den Bruchteil einer Sekunde spürte ich einen Sog, der mich vergessen ließ, dass mir etwas Ungewisses bevorstand. Wie magnetisiert blieb mein

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