Macht statt Seelenheil. Erwin Leonhardi

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Macht statt Seelenheil - Erwin Leonhardi Moses-Trilogie

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Neugeborenen bietet an, eine stillfähige hebräische Mutter zu rufen, um das Kind zu säugen. Darauf geht die Königstochter ein. So kommt es, dass jetzt die leibliche Mutter des Kindes geholt wird.

      2. Mose 2:7 Da sprach seine Schwester zu der Tochter Pharaos: Soll ich hingehen und der ebräischen Weiber eine rufen, die da säuget, daß sie dir das Kindlein säuge? 2. Mose 2:8 Die Tochter Pharaos sprach zu ihr: Gehe hin! Die Jungfrau ging hin und rief des Kindes Mutter.

      Die auch hier nicht namentlich genannte Mutter erhält den königlichen Auftrag, das Kind zu säugen.

      2. Mose 2:9 Da sprach Pharaos Tochter zu ihr: Nimm hin das Kindlein und säuge mir's, ich will dir lohnen. Das Weib nahm das Kind und säugete es.

      Hartnäckig hält sich die Meinung, Moses sei vom Schilfboot aus direkt von der Prinzessin adoptiert worden. Das trifft aber nicht zu. Entgegen manchem Hollywood-Streifen wächst Moses nicht bei der ägyptischen Prinzessin auf, sondern bei den Israeliten. Erst als junger Erwachsener kommt er an den Hof und erhält den Namen Moses.

      2. Mose 2:10 Und da das Kind groß ward, brachte sie es der Tochter Pharaos, und es ward ihr Sohn; und hieß ihn Mose, denn sie sprach: Ich habe ihn aus dem Wasser gezogen.

      Moses erschlägt einen Ägypter

      Weil Moses bei den Israeliten aufgewachsen ist, fühlt er sich diesen verbunden. Anders wäre die Textpassage in Vers 11 "ging er aus zu seinen Brüdern" auch nicht zu verstehen. Wegen einer Misshandlung eines Israeliten durch einen Ägypter erschlägt Moses den Ägypter und verscharrt ihn im Sand.

      2. Mose 2:11 Zu den Zeiten, da Mose war groß worden, ging er aus zu seinen Brüdern und sah ihre Last und ward gewahr, daß ein Ägypter schlug seiner Brüder, der ebräischen, einen. 2. Mose 2:12 Und er wandte sich hin und her, und da er sah, daß kein Mensch da war, erschlug er den Ägypter und verscharrete ihn in den Sand.

      Aus freien Stücken haben einige Theologen erfunden, Moses hätte bei den Ägyptern eine Führungsrolle innegehabt. Das schließen sie aus dem Wort groß in Vers 11 und unterstellen, dass damit eine Rangbeschreibung gemeint sei. In Verbindung mit dem Vers 10, in dem dasselbe Wort verwendet wird, erhärtet sich diese Meinung überhaupt nicht. Es handelt sich bei der angeblichen Rolle von Moses um eine theologische Ausschmückung, für die es keine Textbasis gibt.

      Bei einem Spaziergang trifft er auf zwei streitende Israeliten und ermahnt sie, sich nicht zu schlagen. Daraufhin erfährt er in der wutgeladenen Antwort, dass sein Mord an dem Ägypter bekannt ist.

      2. Mose 2:13 Auf einen andern Tag ging er auch aus und sah zween ebräische Männer sich miteinander zanken; und sprach zu dem Ungerechten: Warum schlägest du deinen Nächsten? 2. Mose 2:14 Er aber sprach: Wer hat dich zum Obersten oder Richter über uns gesetzt? Willst du mich auch erwürgen, wie du den Ägypter erwürget hast? Da fürchtete sich Mose und sprach: Wie ist das laut worden?

      Auch der Pharao erfährt von dem Mord und verfügt, dass Moses getötet werden soll. Daraufhin flieht Moses nach Midian und wohnt dort bei einem Brunnen.

      2. Mose 2:15 Und es kam vor Pharao, der trachtete nach Mose, daß er ihn erwürgete. Aber Mose floh vor Pharao und hielt sich im Lande Midian und wohnete bei einem Brunnen.

      Das Land Midian liegt auf der arabischen Halbinsel östlich des Golfes von Akaba, dem östlichen Arm des Roten Meeres. Es umfasst ungefähr den Nordwesten vom heutigen Saudi-Arabien und den Südwesten von Jordanien. Um von Raemses dorthin zu gelangen, musste Moses kein Meer überqueren, sondern auf der Halbinsel Sinai die Wüste Negev durchlaufen. Die Strecke beträgt rund 200 Kilometer. Für jemanden, der die Gegend nicht kennt, ist die Chance, den Fußmarsch zu überleben, gering.

      Die Begegnung am Brunnen in Midian

      Moses hilft den sieben Töchtern des Priesters Reguel, als Hirten sie bei der Schaftränke von dem Brunnen verdrängen wollen. Sie berichten darüber ihrem Vater, der Moses daraufhin einlädt.

      2. Mose 2:16 Der Priester aber in Midian hatte sieben Töchter, die kamen, Wasser zu schöpfen, und fülleten die Rinnen, daß sie ihres Vaters Schafe tränketen. 2. Mose 2:17 Da kamen die Hirten und stießen sie davon. Aber Mose machte sich auf und half ihnen und tränkte ihre Schafe. 2. Mose 2:18 Und da sie zu ihrem Vater Reguel kamen, sprach er: Wie seid ihr heute so bald kommen? 2. Mose 2:19 Sie sprachen: Ein ägyptischer Mann errettete uns von den Hirten und schöpfte uns und tränkte die Schafe. 2. Mose 2:20 Er sprach zu seinen Töchtern: Wo ist er? Warum habt ihr den Mann gelassen, daß ihr ihn nicht ludet, mit uns zu essen?

      Die Einladung nimmt Moses an und heiratet Reguels Tochter Zipora. Mit ihr zeugt er zwei Söhne, Gersom und Elieser.

      2. Mose 2:21 Und Mose bewilligte, bei dem Manne zu bleiben. Und er gab Mose seine Tochter Zipora. 2. Mose 2:22 Die gebar einen Sohn: und er hieß ihn Gersom; denn er sprach: Ich bin ein Fremdling worden im fremden Lande. (Und sie gebar noch einen Sohn, den hieß er Elieser, und sprach: Der GOtt meines Vaters ist mein Helfer und hat mich von der Hand Pharaos errettet.)

      In Ägypten werden die Israeliten weiterhin geknechtet. Nach langer Zeit stirbt der Pharao, der Moses verurteilt hat.

      2. Mose 2:23 Lange Zeit aber danach starb der König in Ägypten. Und die Kinder Israel seufzeten über ihre Arbeit und schrieen; und ihr Schreien über ihre Arbeit kam vor GOtt. 2. Mose 2:24 Und GOtt erhörete ihr Wehklagen und gedachte an seinen Bund mit Abraham, Isaak und Jakob. 2. Mose 2:25 Und er sah drein und nahm sich ihrer an.

      Der Diktion des Textes folgend, ist es notwendig, dass die Israeliten durch ihr Klagen die Aufmerksamkeit Gottes erlangen. Obwohl er mehrfach versprochen hat, sich um sein Volk zu kümmern, sieht dies hier nach Unaufmerksamkeit aus. Die Wortwahl "gedachte an seinen Bund mit Abraham, Isaak und Jakob" hat die Anmutung einer plötzlichen Erinnerung. Nach jahrhundertelangem Klagen der Israeliten beginnt ihr Gott jetzt, sich mit der Situation zu befassen.

      Als Moses die Schafe seines Schwiegervaters hütet, kommt er zum Berg Horeb. Dort sieht er einen brennenden Busch, der aber durch das Feuer nicht verzehrt wird. Im brennenden Busch erscheint ihm ein Engel und Gott Jahwe spricht zu ihm.

      Der Name seines Schwiegervaters (Schwähers) wird hier mit Jethro angegeben, in Vers 2:18 heißt er Reguel. Laut Bibelforschung gelten beide Namen für diese Person, die offensichtlich verschiedenen Textquellen entstammen.

      2. Mose 3:1 Mose aber hütete die Schafe Jethros, seines Schwähers, des Priesters in Midian, und trieb die Schafe hinter in die Wüste und kam an den Berg GOttes Horeb. 2. Mose 3:2 Und der Engel des HErrn erschien ihm in einer feurigen Flamme aus dem Busch. Und er sah, daß der Busch mit Feuer brannte, und ward doch nicht verzehret. 2. Mose 3:3 Und sprach: Ich will dahin und besehen dies große Gesicht, warum der Busch nicht verbrennet. 2. Mose 3:4 Da aber der HErr sah, daß er hinging zu sehen, rief ihm GOtt aus dem Busch und sprach: Mose, Mose! Er antwortete: Hie bin ich.

      Eine textliche Unschärfe besteht darin, dass Moses zunächst der Engel im Busch erscheint, aber dann Gott aus dem Busch spricht. Wie bereits mehrfach erläutert, entspringt diese Übersetzungsunschärfe der Verwendung des Verbs im Singular oder Plural.

      2. Mose 3:5 Er sprach: Tritt nicht herzu! Zeuch deine Schuhe aus von deinen Füßen; denn der Ort, da du auf stehest, ist ein heilig

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