Cornwall -- Immer wieder Cornwall. Armin und Rosemarie Foxius

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Cornwall -- Immer wieder Cornwall - Armin und Rosemarie Foxius

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Über vieles wacht der National Trust, eine Organisation, die im Bereich der Denkmalpflege und des Naturschutzes Gutes bewirkt und Heil bringt.

      Die Küste hat tief geklüftete Buchten, und der Wanderer des rund um die Halbinsel (und letztlich um die ganze großbritische Insel) führenden Coast Path muss weit laufen, um wenige Meilen der Küstenluftlinie zu bewältigen. Die Buchten sind tief, es sind schroffe Felsen, die das Meer branden, toben, klatschen, ständig brausen und vor allem erodieren lassen. Oft münden hier Bäche, die vom Hochland kommen, und auch sie graben sich weiter ein.

      In vielen dieser Buchten haben sich kleine Orte gebildet, für Fischer und Piraten, was oft dasselbe war. Es gibt Natur-, dann angelegte Häfen, mit geschweiften Molen und Mauern, oft auch mit schützender Einfahrt. Größere Orte haben zwei, drei hintereinander gestaffelte Hafenbecken, um die Kraft von Sturm und Flut besser und effektiver brechen zu können.

      In einzelnen Buchten gibt es unten kleine Sandstrände, die man in mühsamem Abstieg erreicht und die man noch mühsamer nach Baden und Schwimmen im anschließenden Aufstieg verlässt. Aber erst müssen diese Einstiege erreicht werden; mit dem Auto über Serpentinen bis zu eingerichteten Parkplätzen. Aber es lohnt sich.

      Fast ständig weht Wind, oft Sturm, und die Felder und Weiden auf dem Plateau müssen mit geschichteten Mauern aus Bruchsteinen geschützt werden, oft mit festigendem Efeu, Büschen, windschiefen Bäumchen und Beerenhecken bewachsen. Erdwälle reichen da nicht. Die kleinen, schmalen, letztlich einspurigen Sträßchen mit ihren vielen Kurven verschwinden fast dazwischen. Und Kühe schauen schon mal neugierig auf Wanderer und Autofahrer hinab. – Häufig gibt es Buchten, in die man vorziehen oder zurücksetzen kann, um ein Vorbeifahren zu ermöglichen. Da verständigt man sich dann gerne. Es bleibt einem aber auch nichts anderes übrig.

      Ar

       Birds: seagull, jackdaw, chough – Möwen (seagulls)

       „Die Möwen sehe aus,als ob sie Emma hießen …“

      (Christian Morgenstern)

      Unsere Wohnung in Penzance war auf der ersten Etage; darüber war – über eine steile Treppe zu erreichen – das Esszimmer mit schönem Ausblick auf die Mount’s Bay und über die Dächer der Häuserzeilen, die näher an der Promenade liegen.

      Auf diesen Dächern pflegen Heringsmöwen ihr Familienleben, also auch die Aufzucht der Jungen. Die jungen Möwen, kaum kleiner als die Elterntiere, am bräunlichen Gefieder aber als Jungtiere zu erkennen, betteln um Nahrung; ihr Gepiepe klingt fast lächerlich angesichts ihrer beträchtlichen Größe. Die Alten versuchen sie abzuwimmeln, indem sie ihnen das Hinterteil zuwenden, die Kleinen tippeln hinterher, piepsen unentwegt wie kleine Vögelchen. Wenn sie Glück haben, würgt das Elterntier aus seinem Schnabel etwas Essbares heraus und stopft das hungrige Maul. Der selbstständige Nahrungserwerb wird notwendig, wenn die Eltern das Gebettele zunehmend missachten. Dazu muss man weg vom Dach.

      Emma, Fressmaschine: allgegenwärtig

      Welcher Courage bedarf es für eine junge Heringsmöwe sich zum ersten Mal ungeschickt flatternd ein paar Zentimeter in die Luft zu erheben, um gleich drauf wieder rutschend auf einer steilen Dachschräge zu landen, immer in Gefahr, über die Dachkante zu stürzen. Spornen sich die Kleinen gegenseitig an? Gucken sie, was der Kumpel macht, und wagen sie mehr, um es ihm gleich zu tun? Die Alten spielen dabei als Lehrer keine sichtbare Rolle. Irgendwann schaffen es die Kleinen immer höher, erst von First zu First, und dann sind sie weg!

      Die Schnäbel der Möwen und das Gefieder drum herum sind oft blutverschmiert. Möwen schlagen Fische im Wasser. Aber sie nehmen auch alles andere, das sie kriegen können. Sie sind Allesfresser. Sie fressen nicht nur alles, sie stehlen, rauben und fordern es. Mantelmöwen, die man an ihren dunkleren Flügeln erkennt, sollen sogar die Jungen der Heringsmöwen rauben und fressen.

      Unser hübsches Esszimmer hatte viele Fenster, die aus gutem Grund nur einen Spalt breit zu öffnen waren. Unterhalb der Fenster war nach außen eine kleine steile Dachschräge. Auch hier landeten Möwen, schauten uns beim Essen zu. Wider besseren Wissens warfen wir Brocken, die von unseren Mahlzeiten übrig waren, durch den schmalen Fensterspalt, erfreuten uns am gierigen Schnappen. Wenn nichts mehr da war zum Schmeißen, sagten wir „Alle, Alle“; Möwen verstehen das aber nicht. Sie fliegen auch nicht weg. Sie wollen mehr. Sie hackten mit dem Schnabel an die Fensterscheiben, und das bei jeder Mahlzeit. Zum Fürchten.

      Kreischend kreisen Möwen stundenlang über den Ort, auch die Nacht hindurch, nicht immer verständlich, warum sie so aufgeregt sind. An anderen Orten, wo sie nicht auf den Häusern leben, ziehen sie abends ins Binnenland oder zu den Klippen und kehren morgens zurück. Wo Fischerei betrieben wird, folgen sie den Fischerbooten. Wo Tourismus herrscht, schnappen sie die Abfälle. Sie schießen herunter, um Beute zu machen, schnappen auch nach dem leckeren Brötchen mit Braten oder der Cornish Pasty, die man in der Hand hält. Sie reißen die für die Müllabfuhr vors Haus gestellten Abfallsäcke auf, verstreuen, was sie nicht fressen.

      Schilder in den Küstenorten mahnen: „Do not feed the birds. They are vicious.” Unsere Emma! – bösartig? Unsere alte Freundin Grace erzählte uns, dass Dougy, ihr Lebensgefährte, glaubte, dass Verstorbene in den Möwen weiterleben. Und das glaubte auch Grace nach Dougys Tod ein bisschen.

      Dohlen (jackdaws)

      Dohlen treten ebenfalls in großen Scharen auf. Ihr lautes Krächzen konkurriert, besonders in den Abendstunden, mit dem Gekreische der Möwen. Sie sind die kleinste Spezies der Krähenvögel, ernähren sich von Samen und Insekten, aber sie nehmen auch Abfälle und Aas als Nahrung an. Bei der Nahrungssuche treten sie weniger aggressiv auf, picken nur hier und da auf, was bei den Menschen an Bröckchen abfällt. Ihr Äußeres ist sympathisch, fast possierlich. Wenn nicht in Scharen, bewegen sie sich oft als Pärchen; Dohlen leben lebenslang monogam, so habe ich gelesen.

      Chough (Alpenkrähe)

      Wappenvogel von Cornwall ist die Alpenkrähe, die in den Alpen auch noch weit verbreitet, aber in Cornwall weitgehend ausgestorben ist.

      Seit einigen Jahren soll es wieder einige Brutpaare geben, zu erkennen an den roten Schnäbeln und Beinen. Der Legende nach lebt König Arthurs Seele in diesem Vogel fort. Birdspotter berichten in ihren Blogs begeistert von der Wiederkehr des Vogels in Cornwall. Präsent ist er auf allen offiziellen Dokumenten der Duchy of Cornwall, tatsächlich gesehen habe ich noch keinen. Leider.

      The Birds

      Hitchcocks Film „The Birds“, der in Bodega Bay in Kalifornien spielt, basiert auf einer Kurzgeschichte von Daphne du Maurier, deren Geschichte in Cornwall angesiedelt ist. Hitchcock benutzte für seine Filmgeschichte nur den Plot der Kurzgeschichte, den nicht logisch verständlichen Angriff von Vögeln auf Menschen. Dabei folgt Hitchcock Daphne du Maurier, indem er alle möglichen Vögel angreifen lässt – vom harmlosen Sperling über die sympathische Dohle bis hin zur aggressiven Möwe. Kurzgeschichte und Film wirken verstörend; man macht das Fenster zu.

      Ro

       Brockhaus: Einer weiß alles über Cornwall

      Was wusste man in Deutschland, sagen wir: Ende des 19., also des vorletzten Jahrhunderts über Cornwall?

      Zufällig und passend liegt vor mir der vierte Band (Caub – Deutsche Kunst) von Brockhaus’ Konversations=Lexikon. von 1898.

      Nun ist die Zeit der Printausgaben von Lexika wohl

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