Schwerter gegen Bestien: Fantasy Sammelband 1026 Seiten Sword & Sorcery. Robert E. Howard
Чтение книги онлайн.
Читать онлайн книгу Schwerter gegen Bestien: Fantasy Sammelband 1026 Seiten Sword & Sorcery - Robert E. Howard страница 6

Das Feuer züngelte und tanzte und warf gespenstische Schatten gegen die mächtigen Wände und auf den dahineilenden Fluß.
Die Stimme des Alten hallte durch die riesige Kaverne.
„Unser Volk kam aus dem Süden. Über die Inseln, über das Binnenmeer. Über die schneebedeckten Berge, wo einige zurückblieben, um diejenigen Feinde aufzuhalten, die uns vielleicht zu verfolgen versuchten. Von den Bergen stießen wir in die fruchtbaren Täler vor. Über das ganze Land breiteten wir uns aus. Wir wurden reich. Da erhoben sich zwei Könige im Land, und der Sieger vertrieb den Besiegten. Also bauten sich viele von uns Boote und segelten gegen die weißen Klippen jenseits des trennenden Wassers. Wir fanden Land mit fruchtbaren Ebenen. Wir fanden eine Rasse von rothaarigen Barbaren, die in Höhlen lebten. Sie hatten große Leiber und kleine Gehirne.
Wir errichteten unsere Lehmhütten. Wir pflügten die Erde. Wir jagten die rothaarigen Riesen in die Wälder. Wir jagten sie noch weiter – bis sie endlich in die Berge im Westen und Norden flohen. Wir waren reich und glücklich.
Dann ...“, seine Stimme überschlug sich vor Wut und Haß und schien von allen Wänden der Höhle her zu erschallen, „dann kamen die Kelten. Von den Inseln im Westen her kamen sie in ihren Rindenbooten. Im Westen landeten sie, aber mit dem Westen gaben sie sich nicht zufrieden. Sie zogen ostwärts und eigneten sich die fruchtbaren Ebenen an. Wir kämpften. Sie waren stärker. Sie waren verwegene Krieger und waren mit Bronzewaffen ausgerüstet, während wir nur solche aus Stein besaßen.
Wir wurden vertrieben. Wir wurden versklavt. Sie jagten uns in die Wälder. Einige von uns flohen in die Berge im Westen. Viele flohen in die Berge im Norden. Dort vermischten sie sich mit den rothaarigen Riesen, die wir vor langer Zeit vertrieben hatten, und wurden zu einer Rasse monströser Zwerge, die sämtliche friedlichen Künste vergaß und nur noch für den Kampf lebte.
Einige von uns jedoch schworen, nie das Land zu verlassen, das wir uns erobert hatten. Aber die Kelten machten uns zu schaffen. Es waren viele, und noch mehr kamen. Und so suchten wir unsere Zuflucht in Schluchten, Höhlen und Grotten. Wir, die wir stets in lichten Hütten gewohnt hatten, die wir die Äcker bestellt hatten, wir lernten wie Tiere zu leben, in Höhlen, die nie das Sonnenlicht gesehen haben. Wir fanden Höhlen – diese hier ist die größte –, und wir gruben Höhlen.
Du Brite!“ Seine Stimme schnappte über, und er streckte anklagend seinen Arm aus. „Du und deine Rasse! Ihr habt ein freies, blühendes Volk zu einer Rasse von Erdratten gemacht! Wir, die wir nie geflohen waren, die an der Luft und in der Sonne gelebt haben, in der Nähe des Meeres, über das die Händler kamen, wir mußten wie gehetztes Wild fliehen und wie die Maulwürfe graben! Doch bei Nacht! Ah, welche Vergeltung! Da schwärmten wir mit Feuer und Dolch aus unseren Schlupfwinkeln! Sieh, Brite!“
Cororucs Blick folgte der ausgestreckten Hand und fiel auf einen Pfahl aus einem harten Holz, der in eine Spalte im Steinboden in der Nähe des Ufers gerammt war. Um den Pfahl war der Boden wie von alten Feuern angeschwärzt.
Cororuc starrte verständnislos darauf. In der Tat hatte er nur wenig von dem Gehörten verstanden. Er war sich gar nicht sicher, daß er es überhaupt mit Menschen zu tun hatte.
Der Alte fuhr fort: „Dort, Brite, wirst du bezahlen.“ Er wies auf den Pfahl. „Ein kleiner Teil der Schuld, die deine Rasse auf sich genommen hat, aber du wirst in vollem Umfang zahlen.“
Die Erregung des alten Mannes hätte als teuflisch bezeichnet werden können, wäre in seinem Gesicht nicht ein besonderer Ausdruck zu lesen gewesen. Er meinte es ernst. Er glaubte tatsächlich, nur gerechte Rache zu üben, und machte den Eindruck eines großen Patrioten, der für eine verlorene Sache streitet.
„Aber ich bin ein Brite!“ stammelte Cororuc. „Nicht mein Volk hat deine Rasse vertrieben! Es waren die Galen aus Irland. Ich bin Brite, und mein Volk kam vor erst hundert Jahren aus Gallien. Wir bezwangen die Galen und drängten sie nach Erin, Wales und Kaledonien ebenso, wie sie euch vertrieben.“
„Das tut nichts zur Sache!“ Der Alte sprang auf. „Ein Kelte ist ein Kelte – ob Brite oder Gäle spielt keine Rolle. Wären es nicht die Galen gewesen, so die Briten. Jeder Kelte, der uns in die Hände fällt, muß bezahlen, sei es Krieger oder Weib, Kind oder König. Ergreift ihn und bindet ihn an den Pfahl!“
Wenige Augenblicke später war Cororuc an den Pfosten gefesselt und bemerkte zu seinem Entsetzen, daß die Pikten Holzscheite um seine Füße häuften.
„Und wenn du genügend gebrannt hast, Brite“, krächzte der Alte, „wird dieser Dolch, der das Blut von Hunderten Briten getrunken hat, seinen Durst in deinem Blut stillen.“
„Aber niemals habe ich einem Pikten Leid zugefügt“, keuchte Cororuc und zerrte an seinen Fesseln.
„Du zahlst nicht für das, was du getan hast, sondern dafür was dein Volk getan hat“, antwortete der Alte ernst. „Wohl kann ich mich an die Taten der Kelten erinnern, als sie zum erstenmal in Britannien landeten, an das Heulen der Ermordeten, an die Schreie der Vergewaltigten, den Rauch brennender Dörfer, an das Plündern.“
Cororuc fühlte, wie sich ihm die Haare im Nacken aufstellten. Als die Kelten zum erstenmal in Britannien gelandet waren! Das war mehr als fünfhundert Jahre her!
Und die keltische Neugier ließ ihm keine Ruhe, selbst angesichts der Pikten, die sich daran machten, den Holzstoß anzuzünden. „Daran kannst du dich nicht erinnern. Das liegt Äonen zurück.“
Der Pikte sah ihm ruhig in die Augen. „Und ich bin Äonen alt. In meiner Jugend war ich ein Hexenjäger, und eine alte Hexe verfluchte mich, während sie sich am Pfahl wand. Sie sagte, ich müsse leben, bis das letzte Kind der Pikten gestorben sei; daß ich mitansehen würde, wie das mächtige Volk der Vergangenheit anheim fällt, und erst dann dürfte ich sterben. Sie belegte mich mit dem Fluch des ewigen Lebens.“
Die Stimme erfüllte wieder die ganze Höhle: „Und nun verschwindet die Rasse der Pikten wie Schnee an der Sonne. Und wenn der letzte gegangen ist, wird mich dieser Dolch von der irdischen Welt befreien.“ Er wechselte rasch den Tonfall: „Legt Feuer an!“
Cororucs Gedanken wirbelten durcheinander. Er hatte kaum etwas verstanden und glaubte verrückt zu werden. Und das, was er zu sehen bekam, überzeugte ihn davon.
Ein Wolf drängte sich durch die Menge. Er erkannte den Wolf wieder, den er vor dem Panther gerettet hatte!
Sonderbar, wie lange her ihm dies erschien! Und doch handelte es sich um denselben Wolf. Er besaß denselben sonderbaren Gang. Da richtete sich das Tier auf die Hinterbeine auf und führte die Vorderpfoten an den Kopf. Welcher Wahnsinn war das?
Da fiel der Wolfskopf zurück und gab das Gesicht eines Menschen frei, eines Pikten. Der Mann stieg aus dem Wolfspelz, kam heran und rief etwas. Der Pikte, der soeben eine Fackel an den Holzstoß legen wollte, hielt zögernd inne.
Der Wolf-Pikte wandte sich an den Häuptling und sprach mit Rücksicht auf den Gefangenen keltisch: „Was bedeutet das? Ein Mann wird verbrannt, der am Leben bleiben sollte!“
„Wie?“ rief der Alte ergrimmt und klammerte sich an seinen langen Bart. „Wer bist du, daß du dich gegen einen uralten Brauch auflehnst?“
„Ich begegnete einem Panther“, kam die Antwort, „und dieser Brite wagte sein Leben