Potsdam MM-City Reiseführer Michael Müller Verlag. Michael Bussmann

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Potsdam MM-City Reiseführer Michael Müller Verlag - Michael Bussmann MM-City

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ein­gerichtet haben. Immer wieder gibt es Konzerte, Ausstellungen, Workshops und Vorträge. Doch die Tage des Krea­tiv­zentrums scheinen gezählt zu sein, Ende 2023 laufen die Mietverträge aus. Doch das tun sie nicht zum ersten Mal. Und ob das Gebäude wirklich ab­ge­ris­sen wird, damit es dem Wiederaufbau der Garnisonkirche nicht im Weg steht, wird man noch sehen.

      Dortustr. 46, Veranstaltungen auf www.rz-potsdam.de. Bus 606 bis Naturkundemuseum.

      Realsozialistisch: Glasmosaik von Fritz Eisel am Rechenzentrum

      Bei Nancy & Co

      Der Sammlungs- und For­schungs­schwer­punkt dieses Museums, dem ein Face­lifting zu wünschen wäre, liegt auf der Tierwelt Brandenburgs. Wer ein Herz für ausgestopfte und aufgespießte Tiere sowie Dermoplastiken hat, ist hier genau richtig. Im Erdgeschoss be­geg­net man u. a. Maulwurf, Wiesel und Schlei­ereule, außerdem der Eisbärin Nancy. Die Ziehtante des legendären Knut verstarb 24-jährig im Jahr 2014 im Berliner Zoo. Das 1. OG bevölkern hei­mische Fell- und Federtiere wie Wild­schwein und Eisvogel. Hier erfährt man auch, dass es 2017 sage und schrei­be 16 Elch-Sichtungen in Bran­den­burg gab. Das 2. OG ist Tieren aus aller Welt vorbehalten. Im Keller schließ­lich wird’s nass - dort schwimmt u. a. die große Welsdame We­line in einem kleinen Aquarium.

      Tägl. (außer Mo) 9-17 Uhr. 4 €, erm. die Hälfte. Breite Str. 13, www.naturkundemuseum-potsdam.de. Bus 606 bis Naturkundemuseum.

      Großes Haus für kleine Menschen

      Der spätbarocke, von vier Straßen um­ge­bene Gebäudekomplex entstand zwi­schen 1771 und 1777 für Waisen und un­ge­wollte Kinder von Militär­an­ge­hö­ri­gen. Ar­chitekt war Carl von Gontard, der auch für das Neue Palais und die Dom­tür­me auf dem Berliner Gen­dar­men­markt verantwortlich zeichnet. Die Ini­tia­tive dazu ging von einer Stiftung aus, die der Soldatenkönig Friedrich Wil­helm I. bereits 1724 hatte gründen las­sen. Abgesehen von einer langen Pau­se zwi­schen 1952 und 1992 exis­tiert die Stif­tung bis heute und fördert als „Gro­ßes Waisenhaus zu Potsdam“ noch im­mer Kinder- und Jugend­hilfe­pro­jek­te. Ne­ben der Stiftung sitzen heu­te u. a. meh­rere Ministerien in dem Ge­bäu­de­kom­plex.

      In preußischer Zeit lebten in dem Ge­bäu­de bis zu 2000 Jungen und Mäd­chen in teils überaus beengten Ver­hält­nis­sen. Zwar bekamen die Kinder Schul­unterricht, mussten aber auch auf den Maulbeerplantagen oder in der Tex­tilindustrie schuften - und das bis zu zehn Stunden täglich. Die Nazis un­ter­hielten im Komplex eine natio­nal­po­li­tische Erziehungsanstalt (Napola), eine brutale Kaderschmiede. Dann fie­len die Bomben. Schwer in Mit­lei­den­schaft gezogen wurde der Haupttrakt samt seinem 46 m hohen Torturm (Monop­teros) und der auf sechs Säulen schwe­benden Kuppel. Die güldene Ca­ri­tas obenauf fiel ab und ward nie mehr ge­sehen, erst 2004 wurde sie durch eine Ko­pie ersetzt. Erhalten blieb das un­ge­mein elegante Treppenhaus darunter - eine architektonische Meisterleistung mit schmiedeeisernem Rokokogitter. Werk­tags ist ein Blick ins Treppenhaus mög­lich. Das Waisenhaus-Museum im In­nenhof ist nur nach vorheriger An­mel­dung zugänglich.

      Treppenhaus: Mo-Fr 8-17 Uhr. Waisenhaus-Mu­seum: Nur nach Anmeldung Mo-Fr 10-17 Uhr. 3 €. Breite Str. 9A (Eingang zum Treppenhaus jedoch von der Lindenstr. 34A), www.stiftungwaisenhaus.de. Bus 606 bis Naturkundemuseum.

      Goldig: Caritas krönt den Monopteros des ehemaligen Militärwaisenhauses

      Sehenswertes abseits des Spaziergangs

      Grün-bunte Oase im Zentrum

       Freundschaftsinsel

      Auf der 7 ha großen Freundschaftsinsel zwi­schen Altem Markt und Haupt­bahn­hof riecht Potsdam im Sommer ein wenig nach Berlin. Studenten sit­zen auf der Wiese zusammen, trinken Bier­chen, kiffen. Verliebte säuseln sich auf schneeweißen Bänken süße Worte ins Ohr. Angler hoffen am Havelarm Alte Fahrt auf den großen Fang. Aber es ist doch nicht Berlin. Was fehlt: der Siff der großen Nachbarstadt.

      Ihren heutigen Namen erhielt die Insel Mit­te des 19. Jh. Damals gab es hier das Aus­flugslokal Insel der Freundschaft, das für seine rauschenden Rosenfeste be­kannt war. Zwischen 1938 und 1940 leg­te der Staudenzüchter Karl Foerster (1874-1970) einen Schau- und Lehr­gar­ten mit zigtausenden von Blüten­stau­den, Seerosenbecken, Rosenbüschen und hohen Gräsern an - bis heute das High­light der Insel. Zahlreiche Skulp­tu­ren, Überbleibsel der Ausstellungen „Plas­tik im Freien“ aus den Jahren 1963-1969, kamen als zusätzlicher Schmuck hinzu.

      Staudenfans aufgepasst: Karl Foerster wohnte im Vorort Bornim. Dort sorgte er mit meh­reren 100 Sorten Neuzüchtungen (da­run­ter viele winterharte Blüten­stau­den) da­für, dass die Welt auch in der kal­ten Jah­res­zeit bunter wird. Der Foerster-Gar­ten kann tägl. von 9 Uhr bis Sonnen­unter­gang be­sich­tigt werden. Eintritt frei. Am Raub­fang 6, www.foerster-stauden.de. Bus 614, 692, 698 bis Amund­sen­stra­ße/Pots­damer Straße.

      Kunst bietet auch der gläserne Pavillon des Brandenburgischen Kunstvereins Pots­dam, der zeitgenössische Künstler aus der Region und den Dialog zwi­schen Kunst und Naturwissenschaften för­dern will. 100 m weiter liegt, eben­falls zur Alten Fahrt hin, das nette Insel­café samt Terrasse.

      Übrigens: Von der Liegewiese auf der Freund­schaftsinsel blickt man auf einen Turm, der wie ein Sendemast aus­sieht. Er gehört zur Senio­ren­resi­denz Heilig Geist Park. An gleicher Stel­le stand früher die barocke Heilig-Geist-Kirche, deren Kriegsruine 1974 ge­sprengt wurde. Die stählerne Spitze des heutigen Turms ahmt die Konturen der ver­schwun­de­nen Kirchturmspitze nach.

      Park: Mai-Aug. tägl. 8-22 Uhr, März/April und Sept./Okt. 8-20 Uhr, Nov.-Feb. 8-17 Uhr. Rad­fah­ren ist nur auf gekennzeichneten Wegen er­laubt. Pavillon des Kunstvereins: Mi-So 13-17 Uhr. Eintritt frei. www.freundschaftsinsel-potsdam.de und www.bkv-potsdam.de. Tram 91, 92, 93, 94, 96, 98, 99 bis Lange Brücke.

      Nach Minsk und zum Kreml

       Brauhausberg

      Das Eck südlich des Potsdamer Haupt­bahn­hofs wird Teltower Vorstadt ge­nannt. Ein für Potsdamer Verhältnisse fast schon mächtiges Gebirge tut sich dort auf, bestehend aus dem Brau­haus­berg (88 m) und dem Tele­gra­fenberg.

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