Eight Ball Boogie. Declan Burke

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Eight Ball Boogie - Declan  Burke

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wir mal an, ich gehe darauf ein. Was hab ich davon?«

      Sie bemühte sich sehr, nicht allzu hinterlistig auszusehen. »Wir teilen uns die Credits. Beim Honorar machen wir fifty-fifty. Ihren Anteil können Sie dann mit dem Moped-Typ teilen.«

      »Faires Angebot. Was wollen Sie denn über Tony wissen?«

      »Was wissen Sie denn?«

      Ich deutete auf den Zeitungsausschnitt.

      »Dieses Hotel, das war vor fünf Jahren. Es war eine einzige Katastrophe.«

      »Hat Sheridan den Planungsprozess beschleunigt?«

      »Nicht so hastig. Er hat das als lokale Angelegenheit sogar behindert, es ist ja sein Wahlkreis und er wohnt dort. Er hat Reden gehalten über den Umweltschutz, über seine Enkel, die bedrohten Tierarten. Wäre er noch grüner gewesen, hätte er kotzen müssen.«

      »Also?«

      »Also hat er sich Unterstützung von den Ökos in Dublin besorgt und einen Deal mit ein paar opportunistischen Provinzlern gemacht, die ein Abtreibungsreferendum durchführen wollten. Dann entschied er über den Kopf des Leiters der Kreisverwaltung hinweg und setzte eine einstweilige Verfügung durch. Damals ging so was noch.«

      »Aber das Hotel wurde trotzdem gebaut.«

      »Ja, aber erst zwei Jahre später. Da war die Fianna Fáil wieder an der Regierung und hatte die Mehrheit. Sie brauchten Tonys Stimme nicht. Am See ist niemand besonders glücklich darüber, vor allem Tony nicht, dem das Ding vor die Nase gesetzt wurde. Aber so ist es halt gelaufen.«

      »Sie sagten, das Ganze sei eine Katastrophe.«

      »War es auch. Tony war nicht gerade begeistert. Aber da das Hotel nun mal gebaut wurde, wollte er wenigstens seinen Anteil daran haben. Also investierte er, genau wie viele andere Leute hier in der Gegend. Andere, die keine hundert Riesen irgendwo herumliegen hatten, waren stinksauer. Aber Tony erzählte allen, es würde neue Jobs geben, er schwadronierte über Möglichkeiten im Tourismus, die Synergieeffekte für die Region und so weiter. Und als der große Tag kam, durfte er das Band durchschneiden. Drei Monate später trieb der erste Lachs mit dem Bauch nach oben. Das Hotel hatte seine Abwässer in den See gepumpt, was für eine Überraschung aber auch. So wie es aussieht, wird man in ein, zwei Jahren über den Fluss spazieren können. In noch fernerer Zukunft reicht das als Fundament für eine zweite Brücke, die wahrscheinlich Tonys Namen tragen wird.«

      Sie wartete ab. Ich trank meinen Kaffee und drehte mir noch eine Fluppe.

      »Und das ist alles?«

      »Das ist alles.«

      »Das sind die schmutzigen Hintergründe?«

      »Wer hat denn was von schmutzig gesagt? Sie haben einfach vorausgesetzt, dass Korruption im Spiel war. Aber das Ganze beweist nur, dass Tony ein Heuchler ist.«

      »Er ist ein Heuchler. Was für eine Story.«

      »Früher war’s das mal.«

      »Steigen Sie vom Kreuz runter, Harry, sonst wird Ihnen noch schwindelig. Sagen Sie mir einfach, ob Sie noch was anderes gegen Sheridan in der Hand haben. Ist er korrupt? Vögelt er herum? Gibt’s etwas, das seine Frau dazu gebracht haben könnte, sich die Kehle durchzuschneiden? Wenn nicht, verschwenden wir hier meine Zeit.«

      Ich dachte darüber nach.

      »Nee, ich verschwende nur Ihre Zeit.«

      Sie legte das Notizbuch weg.

      »Ich werde Ihnen keinen abkauen, Harry, egal, wie sehr Sie mit dem Schwanz wedeln. Finden Sie sich damit ab und zwar schnell. Ich hab ein paar Anrufe gemacht. Es ist noch nicht durchgesickert, aber wenn es erst mal so weit ist, liegen wir am Boden und es rollt über uns hinweg.« Sie schaute auf die Uhr. »Herrje, es ist ja schon spät.«

      »Verabredet?«

      Sie zupfte an ihrem Pony und warf mir einen Kussmund zu, so ätzend wie Salzsäure.

      »Spliss ist eine echte Plage, Harry. Eine Frau sollte auf ihr Äußeres achten.«

      »Für den Fall, dass Kameras auftauchen?«

      »Genau.« Sie packte alles in ihre Tasche und stand auf. »Vielen Dank für den Kaffee.«

      »Hurra.«

      Ich sah ihr nach, nippte an meinem Kaffee, grübelte über den Zeitungsartikel nach und fragte mich, warum sie ihn liegen gelassen hatte. Dann stieg ich die drei Treppen hinauf ins Büro in der Hoffnung, dass jemand seinen Hund vermisste.

       3

      Das Geräusch von thailändischem Take-away, das in den Mülleimer geknallt wird, verkündete mir, dass die Bürotür bereits offen war. Das bedeutete, das jemand eingebrochen war. Allerdings musste man kein Genie sein, um das zu bewerkstelligen, die größte Herausforderung dabei wäre, die Tür nicht versehentlich aus den Angeln zu heben. Ein dicker Junge hätte bei mir einbrechen können, bloß indem er sich gegen die Milchglasscheibe lehnte.

      Es hätte ein ziemlich gelangweilter dicker Junge sein müssen, denn in meinem Büro gab es nur einen Schreibtisch, zwei Stühle und einen Aktenschrank mit immerhin drei Ordnern, zwei davon mit bezahlten und unbezahlten Rechnungen. Welcher davon der dünnere war, kann man sich denken. Der dritte Ordner war für die Aufträge bestimmt und eindeutig magersüchtig.

      Der dicke Junge ging auf die vierzig zu, er sah aus wie ein türkischer Ringer, der in einem rostroten Armani-Anzug feststeckte. Er hatte wulstige Lippen und eine breite Nase. Seine Schweinsaugen waren klein, schwarz und leblos, sein Haar mit viel Gel straff nach hinten gekämmt.

      Er nickte mir freundlich zu, als ich eintrat.

      »Nett hier«, sagte er mit einer Reibeisenstimme. Er stieß die einzelnen Worte kurz und hastig aus, aus dem Mundwinkel, als wären sie auf diese Weise billiger. Ich nickte zurück, freundlich wie ein ganzer Kirchenchor.

      »Hallo. Wer zum Teufel sind Sie?«

      »Herrje, entspannen Sie sich.«

      »Entspannter geht’s leider nicht. Ich hab zu viel Kaffee intus, ein Magengeschwür und die Folgen des Drogenmissbrauchs in meiner frühen Jugend machen sich allmählich bemerkbar. Ich würde zum Arzt gehen, aber der ist schon zum zweiten Mal in diesem Jahr auf Entzug, und das Heroin hilft uns auch nicht weiter, zumal im Moment ziemlich viel davon in Umlauf ist. Also, wer zum Teufel sind Sie?«

      Ich wusste, wer er war. Frank Conway, ein Immobilienhändler, der nebenher mit Gebrauchtwagen handelte. Viele Leute kannten Frank Conway. Er war erst seit achtzehn Monaten in der Stadt, fuhr aber ein silbergraues Cabrio, einen Mercedes SL, Baujahr ‘84, der wie neu aussah und mit einem Motor ausgestattet war, den man nicht überhören konnte. Bislang waren wir einander noch nicht offiziell vorgestellt worden, aber da ich bereits einen .38er im Gürtel stecken hatte und Gonzo zurückkommen würde, brauchte ich wirklich nicht noch mehr Ärger. Und Frank Conway bedeutete Ärger. Gerüchten zufolge kamen Franks Autos vollgestopft wie Apothekerschränke und für jede Party einsatzbereit über die Grenze.

      »Ich

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