Big Ideas. Das Politik-Buch. John Farndon

Чтение книги онлайн.

Читать онлайн книгу Big Ideas. Das Politik-Buch - John Farndon страница 20

Big Ideas. Das Politik-Buch - John  Farndon

Скачать книгу

ist gegen den Umsturz und die Einführung eines römischen Kaisers.

      306 n. Chr. Konstantin I. wird der erste christliche Kaiser des Römischen Reiches.

      SPÄTER

      13. Jh. Thomas von Aquin definiert mit den Argumenten des Augustinus einen gerechten Krieg.

      14. Jh. Ibn Khaldun sagt, es sei Aufgabe der Regierung, Ungerechtigkeit zu verhüten.

      um 1600 Francisco Suárez und die Schule von Salamanca begründen eine Philosophie des Naturrechts.

      Das Christentum wurde 380 n. Chr. zur offiziellen Religion im Römischen Reich. Macht und Einfluss der Kirche wuchsen und ihre Beziehung zum Staat wurde zu einem umstrittenen Thema. Einer der ersten politischen Philosophen, die sich mit diesem Verhältnis beschäftigten, war Augustinus von Hippo, der zum Christentum konvertierte. Er versuchte, die klassische Philosophie in die Religion zu integrieren, und war stark von den platonischen Schriften beeinflusst, die auch die Grundlage seines politischen Denkens bildeten.

      Als römischer Bürger glaubte Augustinus an einen Staat, der dem Gesetz unterworfen ist, aber als Gelehrter stimmte er Aristoteles und Platon zu: Das Ziel eines Staates liegt darin, dem Volk ein gutes und tugendhaftes Leben zu ermöglichen. Für einen Christen bedeutet das, nach den göttlichen Gesetzen zu leben, die von der Kirche erlassen werden. Dabei glaubte Augustinus, dass in der Praxis die große Mehrheit der Menschen in einem Zustand der Sünde lebte. Er unterschied zwischen zwei Reichen: der civitas Dei (dem Gottesstaat) und der civitas terrena (dem irdischen Staat). Den Einfluss der Kirche auf den Staat sah Augustinus als unumgänglich an, damit die Gesetze eines Landes unter Beachtung der göttlichen Gesetze gestaltet werden. Und gerechte Gesetze machten für ihn den wesentlichen Unterschied zwischen Staat und Räuberbande aus. Räuber und Piraten verbünden sich unter einem Führer, um ihre Nachbarn zu berauben. Sie halten sich an Regeln, aber die sind nicht gerecht. Außerdem wies Augustinus darauf hin, dass selbst in einer sündigen civitas terrena die Autorität des Staates mithilfe von Gesetzen für Ordnung sorgen könne – und Ordnung sei doch etwas, das wir uns alle wünschen.

      »Ohne Gerechtigkeit kann eine Gesellschaft von Menschen … unmöglich fortbestehen.«

       Augustinus

image

       Gerechter Krieg

      Augustinus legte großen Wert auf die Gerechtigkeit, die in der christlichen Lehre wurzelt, und das galt auch für den Krieg. Er glaubte, aller Krieg sei schlecht, gestand jedoch zu, dass ein Krieg für eine gerechte Sache als letztes Mittel möglich sei – um beispielsweise den Staat gegen Angriffe zu verteidigen oder den Frieden wiederherzustellen. Mit dem Konflikt zwischen weltlichem und göttlichem Recht und dem Versuch, beides zusammenzubringen, begann der Machtkampf zwischen Kirche und Staat, der sich durch das gesamte Mittelalter zieht. image

image

      Augustinus umriss seine Vision eines Staates nach christlichen Prinzipien in Vom Gottesstaat (De civitate Dei). Es ging um das Verhältnis zwischen Römischem Reich und göttlichem Recht.

       Augustinus von Hippo

image

      Aurelius Augustinus wurde in Thegaste (heute Algerien) geboren. Sein Vater war Heide, seine Mutter Christin. Er studierte lateinische Literatur in Madaurus und Rhetorik in Karthago, wo er auf die persische Religion der Manichäer stieß.

      Angeregt durch die Werke Ciceros begann Augustinus sich für Philosophie zu interessieren. Bis 373 lehrte er in Thegaste und Karthago. Danach lebte er in Rom und Mailand. Der dortige Bischof Ambrosius forderte ihn dazu auf, die platonische Philosophie zu erkunden. 378 wurde Augustinus getauft und 391 in Thegaste zum Priester geweiht. Schließlich ließ er sich in Hippo (heute Algerien) nieder und gründete eine religiöse Gemeinschaft, deren Bischof er 396 wurde. Neben seinen autobiographischen Confessiones schrieb er eine Reihe theologischer und philosophischer Werke. Er starb während einer Belagerung von Hippo durch die Vandalen im Jahr 430.

       Hauptwerke

      387–395 Der freie Wille

      397–401 Bekenntnisse

      413–425 Vom Gottesstaat

image

      VORGESCHRIEBEN IST EUCH DER KAMPF, OBWOHL ER EUCH ZUWIDER IST

      MOHAMMED (570–632)

       IM KONTEXT

      IDEENLEHRE

       Islam

      SCHWERPUNKT

       Gerechter Krieg

      FRÜHER

      6. Jh. v. Chr. In Die Kunst des Krieges argumentiert Sunzi, das Militär sei notwendig für den Staat.

      um 413 v. Chr. Augustinus sagt, ein Staat ohne Gerechtigkeit sei nichts anderes als eine Räuberbande.

      SPÄTER

      13. Jh. Thomas von Aquin definiert die Bedingungen für einen gerechten Krieg.

      1095 Christen brechen zum Ersten Kreuzzug auf, um Jerusalem und das Heilige Land zu erobern.

      1932 In Towards Understanding Islam beharrt Abul Ala Maududi darauf, dass der Islam sämtliche Lebensbereiche umfasst, also auch die Politik.

      Von den Muslimen wird er als Prophet des islamischen Glaubens verehrt – gleichzeitig legte er den Grundstein für ein islamisches Reich, dessen politischer und militärischer Führer er war. 622 wurde Mohammed wegen seines Glaubens aus Mekka vertrieben und ging nach Yathrib (eine Reise, die als Hedschra bekannt ist), wo er viele Anhänger fand und einen Stadtstaat begründete. Der wurde umbenannt in Medina (»Stadt des Propheten«) und war der erste islamische Staat der Welt. Mohammed schuf eine Verfassung für die Stadt, den sogenannten »Vertrag von Medina«. Dieser wurde zur Grundlage der islamischen politischen Tradition.

      In der Verfassung von Medina ging es um die Rechte und Pflichten aller Gruppen der Gemeinschaft, die Herrschaft des Gesetzes und den Krieg. Die jüdische Gemeinschaft in Medina wurde als eigenständig anerkannt und man verständigte sich auf ein gemeinsames Regelwerk, an das sich alle zu halten hatten. Außerdem wurde die gesamte Gemeinschaft religionsübergreifend verpflichtet, gemeinsam zu kämpfen, sollte die Stadt bedroht sein. Die wichtigsten Ziele waren der Frieden in Medina und der Aufbau einer politischen Struktur, die Mohammed helfen würde,

Скачать книгу