Die »Ereignismeldungen UdSSR« 1941. Группа авторов

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Die »Ereignismeldungen UdSSR« 1941 - Группа авторов

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Ziele haben. Nach geglückter Sprengung des Senders sollte das Innenministerium gesprengt werden und nach dieser Sprengung war beabsichtigt, die Flugzeugfabrik in Rakobica mit der gesamten Belegschaft in die Luft zu sprengen. Es ist erwiesen, daß dieselbe Bande sich mit der Herstellung von falschen Kreditkassenscheinen befasst. Die Werkstatt ist noch nicht ausgehoben, ist aber bekannt. In der Nacht zum 27.7.41 ist die Reparaturwerkstatt, das Ersatzteillager und 1 Garagenhalle des Heimatkraftfahrparkes 533 in Belgrad, restlos niedergebrannt. Es wurden ausser Material, Gummi-und Brennstoffvorräten 19 wehrmachtseigene Last-und Personenkraftwagen vernichtet. 10 Privatomnibusse wurden stark beschädigt. Z. Zt. steht noch nicht fest, ob Sabotage oder Fahrlässigkeit vorliegt. Das Gebäude war zur fraglichen Zeit nicht bewacht. In der Nacht zum 29.7.41 wurde auf die Polizeikaserne des Ortes Melnci/Banat ein Anschlag verübt, bei welchem zwei Volksdeutsche und ein Serbe ums Leben kamen. Am 29.7.41 morgens 5 Uhr werden in Belgrad 100 Juden und 22 Kommunisten erschossen. Am gleichen Tage werden 200 aus dem Banat stammende und bereits festgenommene Kommunisten in Groß-Betschkerek erschossen. Die Bevölkerung wird durch Veröffentlichung in der Presse und im Rundfunk von den Exekutionen in Kenntnis gesetzt und aufgefordert, aktiv an der Bekämpfung der kommunistischen Bewegung mitzuarbeiten, um auf diese Weise ein weiteres Blutvergiessen zu verhindern. Ferner wurde in Erfahrung gebracht: a) Zwischen Steinbrück und Laze wurde am 27.7.41 um 23.20 Uhr bei Bahnhof Trifal aus einer Schiene ein Stück von 50 cm ausgesprengt. b) Zwischen Bahnhof Sagor und Sava wurden aus einer Stützmauer ungefähr 5 cbm Material ausgesprengt. Zeitpunkt der Sprengung am 27.7.41. c) Auf kroatischem Boden wurde auf der Strecke Steinbrück–Agram kurz vor der deutschen Grenze eine Eisenbahnbrücke gesprengt. Züge werden über Budapest umgeleitet.

      II) Meldungen der Einsatzgruppen und -kommandos:

      Von den Einsatzguppen A und B liegen keine Meldungen vor.

      Einsatzgruppe C: Standort Shitomir, meldet:

      In Shitomir gab es ca. 30000 Juden, d. h. etwas mehr als 30 % der Gesamtbevölkerung. Der weitaus größere Teil von ihnen ist vor der Besetzung durch deutsche Truppen geflüchtet. Nach vorsichtigen Schätzungen befinden sich zur Zeit noch etwa 5000 Juden (9 % der Gesamtbevölkerung) in Shitomir. Viele Juden, insbesondere die Intelligenzschicht, betätigten sich weitgehendst als Zuträger und Angeber des NKWD. Von den Sowjetbehörden wurden sie durchaus bevorzugt behandelt. In erster Linie wurden sie als Verwaltungsbeamte, Leiter von Magazinen, Kolchosys und Sowchosys verwandt (80 % der Sowjetbeamten im Gebiet Shitomir waren Juden). In der Ausübung ihrer Religion wurden ihnen seitens der Sowjetbehörden kaum Schwierigkeiten bereitet. Im Gegensatz zu den orthodoxen Kirchen standen den Juden ihre Synagogen zur Ausübung ihres religiösen Rituals zur Verfügung. Bei den Juden besteht noch immer die Hoffnung, daß die Bolschewiken in kürzester Zeit zurückkehren werden. Auf Grund des Verhaltens der jüdischen Bevölkerung unter der bolschewistischen Herrschaft ist die Bevölkerung, von wenigen Ausnahmen abgesehen, bewusst antisemitisch eingestellt.1 Die ukrainische Bevölkerung ist in ihrer Grundhaltung, zumindest bei den älteren Leuten, durchaus religiös. Von den Sowjets wurden die Kirchen, soweit sie nicht für öffentliche Zwecke benutzt wurden, zerstört. Jedoch gab es, insbesondere auf dem Lande, Wanderprediger, die von Dorf zu Dorf zogen und dort die Gläubigen um sich scharten. Das Bestreben nach kirchlicher Betreuung ist ausserordentlich groß. Soweit sich bisher feststellen lässt, war die durch die Sowjets eingesetzte Gottlosenpropaganda in den bisher durch die deutschen Truppen besetzten Gebieten durchweg erfolglos. Seitens des AOK VI ist z. Zt. ein Sonderbefehl wegen der wilden Requirierung von Pferden, Zuchtvieh und Maschinen durch deutsche Truppen in Vorbereitung. Des weiteren soll versucht werden, die ukrainischen Kriegsgefangenen nach kurzer Überprüfung in ihre Heimatgebiete, soweit diese bereits durch die deutsche Wehrmacht besetzt sind, zu entlassen. Man hofft, durch diese beiden Maßnahmen die vor der Tür stehende Ernte ohne Schaden einzubringen. Nachdem nunmehr sämtliche Kommandos in den altrussischen Raum vorgerückt sind, zeigt sich, daß die Arbeit viel schwieriger und auch oftmals wenig erfolgreich ist. Der Grund hierfür dürfte im wesentlichen darin zu suchen sein, daß die Russen die Westukraine geschont haben. Nunmehr wird von den Russen bei ihrem Rückzug eine planmäßige Zerstörungsarbeit geleistet. Diese Annahme wird durch in Shitomir aufgefundene Rundschreiben bestätigt. Hiernach ist von den sowjetischen Spitzenorganen des Gewerbes, der Wirtschaft und des Handwerks an sämtliche nachgeordneten Organe die Aufforderung ergangen, das gesamte Staatsvermögen, d. h. also Gebäude oder auch sonstige Vorräte, zu vernichten. Darüber hinaus ist an politische Funktionäre, Russen und auch Juden, die Aufforderung ergangen, sich mit den Russen zurückzuziehen.2 Daraus erklärt sich, daß die Fahndungen nach politischen Kommissaren usw. z. Zt. von nicht allzugroßem Erfolg sind. In Shitomir selbst sind bis jetzt in Zusammenarbeit von Gruppenstab und Vorauskommando 4a insgesamt etwa 400 Juden, Kommunisten und Zuträger des NKWD erschossen worden. Damit hat das Einsatzkommando 4a 2531 Exekutionen durchgeführt. In Shitomir ist ein grosses Gefangenenlager eingerichtet, in das auch Zivilgefangene eingebracht werden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit kann angenommen werden, daß sich gerade unter diesen Zivilgefangenen ehemalige Politkommissare befinden, die offenbar weisungsgemäß sich rechtzeitig von der Truppe gelöst und sich auf irgendeine Weise Zivilkleidung beschafft haben. So gelang es, auf diese Weise Politkommissare in Zivil zu ermitteln, die nach anfänglichem Leugnen dies auch zugaben. Der Versuch, sie über ihre Aufgaben und ihre Tätigkeit zu wahrheitsgemäßen Angaben zu veranlassen, scheiterte in allen Fällen. Aus der Art ihrer Einlassung und Darstellung kann zweifelsfrei geschlossen werden, daß sie nach ganz bestimmten Weisungen handeln. Wie bereits mitgeteilt, wurde ein Jude im Alter von 12 Jahren festgenommen, der auf einen Wagen des Einsatzkommandos geschossen hatte. Sämtliche Versuche, etwaige Hintermänner zu fassen, sind gescheitert. Als Vergeltungsmaßnahme wird erneut eine Aktion gegen Juden durchgeführt werden. Während fast überall sämtliches Material von den Sowjets entweder beseitigt oder fortgeschafft worden ist, gelang dem Einsatzkommando 5, wichtiges Material, vorwiegend den NKWD betreffend, in Kremenez zu erfassen. Das Material wird weitergeleitet.

      Einsatzgruppe D3: Standort Piatra. Einsatzkommando 10a, Standort Tswary, meldet: Bericht aus dem Bezirk Belzy: Nachrichtenarbeit: Belzy ist eine Kreisstadt mit 55000 Einwohnern, davon sind etwa 2/3 Juden. Der gesamte Kreis umfasst etwa 600000 Einwohner. Er ist unterteilt in 14 Rayons mit 35 Dörfern. 1. Sowjetrussische propagandistische Führungsmittel: Wesentlichstes Beeinflussungsmittel der Bevölkerung waren Filmveranstaltungen. Es wurden überwiegend Filme propagandistischen Charakters zur Aufführung gebracht. Die Sowjetbehörden waren weiterhin bemüht, der Bevölkerung den Glauben an die Festigkeit des bolschewistischen Kulturgebäudes aufzuzwingen, indem sie u. a. besonders repräsentative Bauten aus den Großstädten zeigten und darstellten, wie sie von den Massen der Arbeiter besucht werden. 2. Bezirk Belzy als Beispiel des sowjetrussischen Verwaltungsaufbaues: Der Verwaltungsbezirk Belzy umfasst das Gebiet mit Ausnahme der Stadt selbst. Die Stadt untersteht als „bezirksfreie Stadt“ dem Rat der Volkskommissare in Kischinew. In Belzy hat es sich bereits praktisch gezeigt, daß die gesamte innere Verwaltung von der kommunistischen Partei überwacht wird. 3. Wirtschaft: Die Wirtschaft des Bezirks wird durch die ausgedehnte Landwirtschaft des Kreises bestimmt. Seit der Angliederung an die UdSSR sind 26 Kolchosen und 3 Sowchosen geschaffen worden. In Belzy befindet sich ausserdem eine staatliche MTS (Maschinentraktorenstation), deren Maschinen beim Rückzug der Sowjets zerstört wurden. Die diesjährige Ernte wird als überdurchschnittlich gut geschätzt, jedoch fehlen z. Zt. die Arbeitskräfte zur Hereinbringung. Es wird erwartet, daß durch die Mobilisierung der Bevölkerung, die jetzt aus der Umgebung langsam zurückkehrt, die notwendigen Arbeitskräfte zur Verfügung stehen werden. Die Industrie in Belzy stützt sich im wesentlichen auf die Verarbeitung der agrarischen Produkte (4 Ölfabriken zur Verarbeitung der Sonnenblumenkerne, 5 Getreidemühlen, 1 Zuckerfabrik). Die Besetzung des Gebietes durch deutsche Truppen hat in der Landbevölkerung die Hoffnung hervorgerufen, daß das Privateigentum erhalten bleibt. Das Elektrizitäts-sowie das Wasserwerk sind zerschossen und sämtliche Ersatzteile von den Sowjets zerstört.

      Polizeiarbeit: 1. Stadt Belzy weitgehend zerstört, augenblickliche Einwohnerzahl daher nicht festzustellen. 2. Durchsuchungen in Gebäuden von Staat und Partei ergebnislos. Kommunistische Funktionäre der Stadt Belzy geflohen. 3. Rumänische Polizei arbeitet auf politisch-polizeilichem Sektor nach Weisungen des Kommandos. 4. Partisanenkrieg:

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