Die Pferdelords 02 - Die Kristallstadt der Zwerge. Michael Schenk
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habe nichts dergleichen gehört. Die Felder tragen reiche Ernte, und
inzwischen blüht der Handel wieder.«
»Nein, nein, Herrin«, lachte Meowyn auf. »Es ist nicht die Nahrung. Eher
deren Verdauung. Bislang wurden die Abwässer, wie Ihr wisst, in kleinen
Rinnen abgeleitet, die zum Fluss hinunterführen, doch nun sammelt sich so
viel Unrat, dass die Abflüsse verstopfen. Leoryn hat mich darauf
hingewiesen, wie wichtig es ist, den Unrat rasch zu entsorgen. Wir hatten
geplant, Rohre aus gebrannter Erde oder Metall in den Boden zu legen. Der
Unrat mag einen guten Dünger für die Felder geben, Herrin, jedoch
entnehmen viele Bewohner ihr Wasser mittlerweile aus den unterhalb des
Hauptabflusses gelegenen Flussbereichen. Die Stadt ist gewachsen, Herrin.«
»Oh.« Larwyn lachte leise auf. »Ich denke, ich verstehe das Problem. Das
bedeutet, dass wir den Abfluss verlegen müssen, nicht wahr?«
»So ist es.« Meowyn seufzte. »Die Baumeister halten dies für
überflüssigen Arbeitsaufwand. Allerdings«, fügte Meowyn trocken hinzu,
»wohnen sie auch oberhalb des Abflusses.«
Larwyn blickte Tasmund an. »Tasmund, guter Herr, besprecht dies in
meinem Namen mit den Verantwortlichen und weist sie darauf hin, dass ich
erwäge, ihre Wohnsitze in Gebiete unterhalb des Abflusses zu verlegen.«
Tasmunds Augen funkelten belustigt, und er deutete eine knappe
Verbeugung an. »Wie Ihr wünscht, Hohe Dame.«
Larwyn wiegte Garwin auf ihrem Schoß und zog ihn mit sich, als sie sich
hinter dem Schreibtisch erhob und neben Meowyn trat. »Wir haben so vieles
in den vergangenen Jahren geschafft. Ich hoffe, es wird nie vergessen werden,
wie sehr wir dafür gekämpft und gelitten haben.« Sie blickte über den Fluss
hinweg, doch von ihrem Standpunkt aus war das lang gezogene Grab auf der
anderen Flussseite nicht zu erkennen. »Und wofür so viele von uns gestorben
sind.«
Der Ansturm der Orks vor mehr als drei Jahren hatte viele Menschen der
Hochmark das Leben gekostet, und nur die Tatsache, dass viele von Garodem
aus der Nordmark Gerettete hiergeblieben waren, hatte das erneute Aufblühen
von Eternas ermöglicht.
Das Volk der Pferdelords war es gewohnt, das Land, das es bewohnte,
behutsam zu nutzen. »Nimm nicht mehr vom Land, als es zu geben bereit
ist«, hatten schon die Vorväter den Ahnen gesagt, »sonst nimmt das Land
mehr von dir, als du zu geben vermagst.« Ein Säugling brauchte viele Jahre,
um zu einem Pferdelord heranzuwachsen, so wie ein Baum Jahrzehnte
brauchte, um gutes Holz zu bringen, und fruchtbarer Boden wiederum seine
Zeit, um sich nach einer Ernte zu erholen. In den weiten Ebenen der anderen
Marken des Pferdekönigs war es relativ leicht, neuen Ackerboden zu
erschließen oder einen Teil des Waldes zu finden, in dem man Holz schlagen
konnte, während ein anderer Teil sich erholte. Das Land der Hochmark
hingegen war weit rauer und unwirtlicher, und hätte es nicht das Tal von
Eternas gegeben, so hätte Garodem die Seinen nicht hier angesiedelt. Doch
dieses Tal und seine fruchtbaren kleinen Nebentäler boten Raum zum Siedeln
und die Möglichkeit zu überleben und zu gedeihen.
Da Eternas keine befestigte Stadt war, bot lediglich der im Osten
verlaufende Fluss Eten dem Wachstum der Stadt ein Hindernis. Denn das
jenseitige Flussufer sollte künftigen Gehöften und der Ernährung der
Bevölkerung vorbehalten bleiben.
Nun wurde also das Wachstum der Stadt zunehmend zu einem Problem.
Am Anfang, als nur wenige Hundert Menschen dort lebten, hatten sich die
Einwohner einfach außerhalb der Häuser erleichtert. Später, als die Häuser in
die Höhe wuchsen, hatte man die Obergeschosse ein wenig über die
Untergeschosse hinausragen lassen und die Produkte der Verdauung einfach
in die Gosse hinabfallen lassen. Doch rasch wurde klar, dass der reichliche
Dung zwar gut für den Boden war, die Nasen der Bewohner jedoch
zunehmend belästigte. Auch war es nicht jedermann angenehm, in die
Erleichterung des Nachbarn zu treten und diese an den Schuhen ins eigene
Haus zu tragen.
Die Gemahlin des Pferdefürsten hatte dafür gesorgt, dass Abhilfe
geschaffen wurde. Sie ließ Rinnen zwischen den Häusern anlegen, die ein
geringes Gefälle aufwiesen und an den Seiten gemauert waren. Da es
reichlich Wasser gab, wurden diese Rinnen immer wieder durch die
Hausbewohner gespült, sodass der lästige Geruch bald abnahm. An den
Übergängen der Gassen wurden die Rinnen abgedeckt, sodass man sie
trockenen Fußes passieren konnte. Vornehmlich in der Nähe der Schenken
und während der Nacht verfehlte jedoch mancher tastende Fuß diese sicheren
Übergänge, und der Betroffene musste seinen Heimweg übel riechend und
von