Mao und das Vermächtnis von Atlantis. Mario Klotz
Чтение книги онлайн.
Читать онлайн книгу Mao und das Vermächtnis von Atlantis - Mario Klotz страница 20

Der geheimnisvolle Unbekannte
Suu hatte schreckliche Albträume durchlebt und sich geschworen, das Buch nicht weiter zu lesen. Die Stelle, an der sie aufgehört hatte zu lesen, war sehr furchteinflößend und unheimlich. Aber letztendlich stimmte sie ihre Neugier wieder um und sie griff erneut zum Buch.
Am Tag fand sie es auch nicht mehr so gruselig wie in der Nacht. Deshalb öffnete sie den Tentakelverschluss und dachte sich: ‚Sollte wieder etwas Furchteinflößendes geschehen, lese ich einfach drüber!‘ Und mit diesem Vorsatz versank sie wieder in der Geschichte:
Noch in derselben Nacht wurden alle anderen, die sich auf der Insel Scarlett befanden, und nichts von dem Vorfall mitbekommen hatten, informiert. Nur der betrunkene Diener war nicht auffindbar. Sonst hatte sich nichts erwähnenswerte ereignet. Außer dass der Schatzsucher sich Kil vorgeknöpft hatte, als er ihn wenig später allein angetroffen hat.
Nur wenige hatten von diesem Vorfall etwas mitbekommen. In seiner vollen Größe hatte sich der charaktervolle Schatzsucher vor den Sekretär hingestellt. Als dieser vorbei wollte, hatte er ihn zurückgehalten.
„Was willst du?“, hatte sich Kil erkundigt.
„Du verrätst mir, wo sich der Baron aufhält!“, verlangte der Schatzsucher zu erfahren.
„Nein, das ist mein Geheimnis!“, erwiderte Kil. Voll Zorn krallten sich die Finger von Jig in die Kleidung seines Gegenübers und schlug ihn wuchtig gegen die Wand.
„Ich höre!“, forderte der Schatzsucher ihn auf und warf das blonde Haar zurück. Doch der Sekretär schüttelte verneinend den Kopf: „Ich sag kein Wort, der Baron vertraut ohnehin nur mir!“
Da reichte es Jig. Mit geballter Faust erhob er drohend seinen Arm und gab ihm noch eine letzte Möglichkeit: „Sag es mir, oder du wirst deinen Mund nie wieder öffnen können!“
Der Sekretär hat versucht sich aus der Umklammerung zu befreien, doch gegen Jig hatte er keine Chance.
Schnell, wie eine Schlange bei ihrem Angriff, sauste die Faust auf das Gesicht von Kil zu. „Nein!“, brüllte dieser, kniff die Augen feige zusammen und drehte sich weg. Doch der Schlag blieb aus.
Als er seine Lider öffnete, erkannte er nur knapp vor seinem Gesicht die gestoppte Hand und begann wie ein kleines Kind zu weinen. „Bitte nicht! Ich kann es nicht!“, versuchte er bettelnd zu erklären.
„Ich rate dir es doch zu tun!“, empfahl ihm der Schatzsucher.
„Nein, du verstehst nicht! Ich kann es nicht, weil ich den Baron noch nie gesehen habe!“, gestand Kil und fuhr fort: „Ich weiß nicht, wo er sich aufhält. Ehrlich! Ich bringe ihm auch nie das Essen oder sonst etwas.“
„Warum erzählst du es dann?“, wollte Jig erfahren.
„Ich . . . ich . . .“, begann der gebrochene Mann zu stammeln: „Ich wollte die anderen eifersüchtig machen. Ich wollte, dass der Baron nur mir vertraut. Ich finde ihn einfach fabelhaft und es stört mich, dass er mir nicht vertraut.“
Jig hat überlegt, ob er dies glauben sollte und entschied sich letztendlich dafür. „Das heißt, niemand hat ihn je gesehen!“, sprach der Schatzsucher mehr zu sich selbst und kombinierte: „Das kann nur eines bedeuten!“
„Und was?“, hat der wimmernde Mann mit zittriger Stimme erfahren wollen. Jig schien sich zu ärgern, dass er wieder einmal laut gedacht hatte. Doch alles andere behielt er für sich. Stille kehrte ein und die Nacht brach über den Palais herein.
Kol hatte die tote Katze des Barons, die wie durch Geisterhand von der Decke gefallen war, im Garten vergraben und es geschafft, die mysteriöse Schrift fast abzubekommen. Nur noch leicht schimmernd war sie zu erkennen, als die Arbeiter des Barons am nächsten Morgen die Halle betraten. Nur vom betrunkenen Diener fehlte noch immer jede Spur. Gegessen wurde allerdings von den meisten nur wenig. In den angespannten Gesichtern war die Angst zu erkennen.
Beim Blick aus dem Fenster war zu sehen, dass der Sturm noch immer wütete, das Gewitter hatte sich jedoch gelegt. Somit waren wir auf der Insel des Barons gefangen.
„Haben sie gestern den Baron über die Ereignisse informiert?“, wollte die Zofe in ihrer bestimmenden Art von Kol erfahren.
Der Sekretär nickte: „Ja, ich habe mit ihm gesprochen! Doch er war ohnehin gut informiert. Und wie ich mir schon gedacht hatte, hat er mir versichert, er wüsste nicht, was mit dieser Botschaft gemeint ist. Er hätte nie jemanden etwas Schlechtes gewollt, er ist eben ein Mann mit Ehre. Der Baron denkt, es handle sich um einen schlechten Scherz und er hat auch schon jemanden von uns in Verdacht. Derjenige, der seiner Katze das angetan hat, wird dafür büßen, darauf gibt er sein Wort.“, und stolz fügte er hinzu: „Mich hat er allerdings nicht in Verdacht!“
Ein weiterer Hustenanfall überkam den Schatzsucher, der überlegt hat, ob er die Lügen des Sekretärs aufdecken sollte. Er entschied sich jedoch dagegen, da er sich dem Baron gegenüber bedeckt halten wollte. Der Schatzsucher hoffte, dass dieser noch nichts von dem Gespräch zwischen dem Sekretär und ihm erfahren hat.
E s war nicht der erste Hustenanfall an diesem Tag, und auch in der Nacht hörte man ihn hin und wieder husten.
„Du hast dich ganz schön erkältet!“, meinte das Hausmädchen besorgt.